| Regie | Roman Polanski |
| Kinostart | 24.11.2011 |
Frédéric Jaeger ist begeistert und lobt den Film als Ode an das Schauspiel. "Roman Polanski nutzt das minimalistische Setting einer New Yorker Wohnung ausgiebig, inszeniert das Sittendrama als Beziehungsstück im wörtlichen Sinne, bei dem die ineinandergreifenden Bewegungen der vier Schauspieler als perfekt getimte Choreografie in der geschmeidigen Montage aufgehen. ... Er setzt alles auf die Inszenierung der physischen Präsenz seiner Darsteller im Raum und auf deren punktgenaue Pointen. GOTT DES GEMETZELS (
) wird so zu einer mitreißenden Liebeserklärung an die Kunst des Schauspiels."
Dies "ist ein bravurös gespieltes Kammerspiel, das mit einigen köstlichen Dialogzeilen immer wieder zum Schmunzeln einlädt. Ein Fest für Freunde der Kommunikationswissenschaft, zumal die Möglichkeiten der gegebenen Figurenkonstellation großzügig ausgeschöpft werden. Vom scharfen Blick auf kriselnde Beziehungen und Reibereien der Geschlechter über bröckelnde Fassaden bis hin zum Trugschluss des Erwachsenseins ist alles dabei."
GOTT DES GEMETZELS (
) reiht sich laut Thomas Groh eher szenarisch, als motivisch in die Roman Polanski-Arbeiten ein "und verhält sich zum übrigen Werk eher in der losen Distanz einer Auftragsarbeit. Was nicht heißen soll, dass man an den bösen Dialogen, ihrer zunächst sachten, dann immer drängenderen eskalativen Logik und den teuflischen Wendungen nicht seine helle Freude haben kann. Allein, Roman Polanskis Beitrag dazu bleibt überschaubar."
Denis Demmerle fragt sich: "Ob Roman Polanski sein monatelanger Hausarrest in der Schweiz zu diesem Kammerspiel inspiriert hat, bleibe dahingestellt. Doch zeigt er abermals seine Klasse als Regisseur aller Genres, indem er seiner mehr als fünfzig Jahre währenden Laufbahn ein weiteres Meisterwerk hinzufügt."
Peter Claus hat mehr erwartet: "Überraschungen lässt auch die Inszenierung von Roman Polanski vermissen. Ihm ist absolut nichts eingefallen, um die Kino-Adaption des Stücks filmisch interessant zu gestalten. Das Unternehmen wirkt, als habe er eine Theateraufführung nahezu eins zu eins eingefangen. Der zu Recht weltberühmte Regisseur, der manches Meisterwerk gestemmt hat, bleibt hier weit unter dem, was er kann."
Oft versteht Christoph Busche "nicht, warum das besuchende Pärchen sich weiter dem Streit aussetzt, statt zu gehen, manche Plotwendung wirkt wenig motiviert. Es stehen Figuren auf der Bühne, die glänzende Dialoge sprechen, auf eine amüsante Art und Weise Positionen austauschen. Doch zum Publikum bleibt immer eine Distanz, die fordert: Hier soll mitgedacht und nicht mitgefühlt werden. Wäre nicht der facettenreiche Humor, würde das trocken wirken."
Laut Moritz Pfeifer scheint die Kamera "bewegter, kreist im Zimmer umher, als handele es sich um ein tänzerisches Ritual. Hierin unterscheidet sich GOTT DES GEMETZELS (
) von den bedrückenden, zu keinem Ergebnis kommenden Machtspielen aus Polanskis früheren Filmen. Vor allem scheint Roman Polanskis Lesart sich aber von der Intention der Autorin zu entfernen, die das Ende ihres Stücks mit den Worten "ohne Hoffnung" bezeichnete. Doch vielleicht rettet Polanskis Version das Stück vor dem hochnäsigen Gelächter über ein scheinbar triviales Problem."
Laut Rajko Burchardt ist GOTT DES GEMETZELS (
) "überwiegend anstrengend und zu alledem noch erschreckend ergebnislos. Der spärliche Einsatz filmischer Mittel geht einher mit einem Verzicht auf Abstraktion, während die vier Hauptdarsteller im Mittelpunkt um die Wette künsteln. Schauspiel, das noch einstudierter, noch manierierter ist als hier findet man vielleicht allerhöchstens im, nun ja, Theater."
Günter H. Jekubzik ist des Lobes voll. "Ob wir tatsächlich alle Tiere oder Egoisten sind, und ob Männer sich auf den John Wayne-Typus reduzieren lassen, bleibt offen und diskutabel. Derweil macht diese überraschende Enthüllung wahrer Persönlichkeitszüge durchgehend viel Spaß. Der neue Roman Polanski ist fast ein Woody Allen."
Anfangs hatte Peter Zander die Befürchtung, es könnte sich um eine statische Bühnenabfilmung handelt, aber Roman Polanski hat den Kritiker eines Besseren belehrt. Er setzt die Geschichte so raffiniert in Szene, dass die kammerspielartige Beschränktheit von Raum und Zeit schnell in Vergessenheit gerät. Der Film ist "ein großes Geschenk, ja ein einziges Fest für seine exzellenten Darsteller, von denen man gar nicht sagen kann, ob sie als Ensemble brillieren oder sich permanent gegenseitig an die Wand spielen."
Anke Westphal hat sich bei dem Film köstlich amüsiert. Das passierte unter anderem wegen der "boshaft-pointierten wie genüsslichen Präzision, mit der hier vier großartige Darsteller ihre Rollen spielen. GOTT DES GEMETZELS (
) mag zwar auch ein Kammerspiel sein, aber es ist zuerst ein Kabinettstück hoher Schauspielkunst. Roman Polanskis größtes Verdienst ist es, seine Stars vollkommen zur Geltung zu bringen."
Dominik Kamalzadeh lobt den Regisseur und die Darsteller und hebt besonders einen hervor. "Roman Polanskis Film läuft geschmiert wie eine Maschine der Eskalation, angetrieben von einem Schauspielerquartett, das sich emotional jede Minute mehr entblößt. Christoph Waltz ist hier in seiner besten Leistung seit dem Durchbruch zu sehen."
Verdichtete, vergnüglichen 79 Minuten hat Christoph Huber erlebt. "Dass im [englischen] Filmtitel dem Gemetzel quasi der Gott abhandengekommen ist, war angeblich ein Wunsch der Produzenten – CARNAGE allein klinge kassenträchtiger –, passt aber zur gottlosen Groteske, als die Roman Polanski die Selbstzerfleischung seines Quartetts inszeniert."
Nicht weiter der Rede wert ist der Fiilm für Peter Claus. "Das ist höchst amüsant, die Schauspieler sind selbstredend brillant, nur Jodie Foster wirkt gelegentlich etwas hölzern. Wie schon an vielen Theatern, so dürfte auch die Kinofassung ein Publikum begeistern, dass sich gern vor Schadenfreude über die Unzulänglichkeiten der Mitmenschen auf die Schenkel klopft."
"" - Die Tageszeitung
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GOTT DES GEMETZELS - filmmag.de
GOTT DES GEMETZELS - imdb.com
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