| Regie | Woo Ming Jin |
| Kinostart | 22.09.2011 |
Stefan Jung war besonders von der Kameraarbeit angetan. "Die mobile Handkamera vermittelt ein Gefühl von totaler Orientierungs- und Haltlosigkeit. Direkt an den Bewegungen der Hauptfigur orientiert, sucht sie verzweifelt nach einem Ausweg aus den miserablen Lebensverhältnissen. Die Bilder von Tiger Factory (
) evozieren durch ihre dunkle, kontrastarme Komposition ein Gefühl von Kälte und Isolation. Darüber hinaus besticht der Film in seinen besten Szenen mit subtilen und zum Teil nachhaltigen Einstellungen, in welchen die Kamera enge Häuserkorridore und dunkle Hafenbuchten immer wieder als einengende und ausweglose Orte markiert."
Lukas Foerster ist von der Kameraarbeit begeistert. "Die agile, aber nicht hektische Kamera bleibt meist nah bei Ping, sie rückt ihr aber nie ganz auf den Leib, passt sich nicht an ihre Körperlichkeit an - ganz anders als in so vielen anstrengenden Handkamera-Sozialdramen der Gegenwart, die einem das Mitfühlen förmlich aufdrängen. Wenn Ping kniet oder liegt - und das tut sie oft - dann blickt die Kamera von schräg oben, das sind besonders bedrückende Bilder."
Wie trostlos das Schicksal ausgebeuteter Handlanger verläuft, transportiert der Regisseur laut Oliver Heilwagen "in ebenso tristen Bildern. Damit überträgt sich die Atmosphäre totaler Gleichgültigkeit auf den Zuschauer, den selbst das Monströse dieser Menschenhandel-Story nicht berührt. Keine Freude, nirgends. Aber auch kein Mitgefühl, Erschrecken oder gar Identifikation – also alles, was Kino als "Fest der Affekte" (Roland Barthes) ausmacht. Ein Film, so öde wie das Leben seiner Figuren."
TIGER FACTORY - Offizielle Webseite (Deutsch)
TIGER FACTORY - imdb.com
TIGER FACTORY - moviepilot.de