| Regie | Quentin Tarantino |
| Kinostart | 17.01.2013 |
Danny Gronmaier vergleicht: "Die ständige intellektuelle Ironie des Überspitzens und Brechens, die auch Spike Lees Arbeitsweise auszeichnet, ist immer primär formgebunden und filmgeschichtlich. Lees Forderung, jenseits dieser Form Position zu beziehen, bleibt aus. Tarantino betreibt keine Vergangenheitsbewältigung, sondern unterhaltsamen Strukturalismus der Oberfläche."
"Im Aufwiegen von Geschwätzigkeit mit Atmosphäre war Tarantino auch schon mal besser. Doch er hat mit seinem achten Spielfilm alles in allem eine originelle, witzige, deftige weitere Variante des Rachefilms hingelegt, die sich allein des herausragenden Schauspiels wegen lohnt", schreibt Philipp Stroh.
Ein paar Pirouetten weniger hätten es laut Dominik Kamalzadeh zwar auch getan, doch dafür entschädigt Quentin Tarantino den Zuschauer mit kinowirksamen Charakteren, die er offensichtlich mit großer Inbrunst erschaffen hat.
Simon Spiegel sah nicht den besten Film des Meisters. Viele Szenen sind extrem ausgedehnt, was zu Lasten des Plots geht. Trotzdem gibt es auch in DJANGO UNCHAINED wieder brillante Szenen und Figuren.
"Zitat und Kontext" muss beachten, wer sich aufs weite Feld der Intertextualität begibt, würde der Deutschlehrer an einer solchen Stelle anmahnen", schreibt Lukas Foerster, "an den erinnert Tarantino, ein Regisseur, der bei aller Smartness die affektiven Qualitäten des Bewegungskinos nicht aus den Augen verliert, nur sehr selten, im mitunter allzu geschwätzigen und eher eine ganze als eine halbe Stunde zu langen Django Unchained allerdings vielleicht doch ein wenig zu oft."
Vor dem Hintergrund der Sklaverei wird laut José García verständlich, "dass in Django unchained die Gewalt realistischer dargestellt wird als in früheren Tarantino-Filmen. Zwar gibt es auch sozusagen „verspielte“ Blutexzesse – wenn sich etwa Baumwollblüten rot färben. Aber in seinem neuen Film wirkt die Gewalt auch wirklichkeitsnäher, und dies bereits bei der Eingangssequenz."
"Von Gewalt, von Explosionen und dem Sterben "der Richtigen" verspricht sich Tarantino eine Art ästhetische Befreiung, wenigstens Erleichterung. Das ist fraglos provokativ. Die Kraft der philosophischen Frage, die der Regisseur stellt – wann Gewalt, wann Rache möglicherweise gerechtfertigt oder als letzter Ausweg legitim ist – ist schwächt dieser Befund nicht ab", stellt Rüdiger Suchsland fest.
Andreas Rosenfelder blickt auf die Masse an verbrauchten Kunstblut, das der Kritiker "das sinnliche Zeichen des Schmerzes" nennt. Geschmacklos ist der Film deswegen noch lange nicht - und auch nicht zynisch.
Normalerweise sind Quentin Tarantinos Filme mehr als nur "postmoderne Spielerein oder Zitatwucherungen" schreibt Cristina Nord, aber in DJANGO UNCHAINED ist die "selbstreflexive Ebene verkümmert und unscharf".
Oliver Stangl erkannte deutliche Parallelen zu Inglourious Basterds (
). "Die Vielschichtigkeit und Tiefe dieses Films vermag Django Unchained zwar nicht ganz zu erreichen, doch ist es Tarantino abermals gelungen, ein ernsthaftes Thema in einen durch und durch unterhaltsamen Film zu kleiden. A bloody good time."
Günter H. Jekubzik ist beeindruckt: "Bei allem Western- und Filmspaß zeigt Tarantino in seiner fast linearen Erzählung ein schockierendes Bild von Rassismus und Unterdrückung. Der Spaß an der Gewalt funktioniert hier nicht als Selbstzweck, der große Fan-Boy hält sich zurück."
Quentin Tarantino "lässt die Schwarzen Rache nehmen an den Weißen: sehr brutal, ohne Mitleid aber mit viel Witz und teilweise absurdem Humor. Dass Tarantino das kann, hat er mit diesem Film zum wiederholten Mal bewiesen", schreibt Martina Brenner.
Daniel Kothenschulte beschreibt, warum er bei Christoph Waltz an Joachim Fuchsberger denken muss und warum die Nummernrevue DJANGO UNCHAINED insgesamt wenig Mehrwert bietet.
Jan Schulz-Ojala schreibt über einen brillant palavernden Christoph Waltz und lobt Quentin Tarantinos Werk dafür, dass man es als "pures Genrestück" sehr gut genießen kann.
Das fast dreistündige Film ist der längste Film von Quentin Tarantino, schreibt Hannah Pilarczyk. Leider kann der Regisseur die in ihn gesetzten Erwartungen nicht voll befriedigen, denn dazu hätte es mehr Pointen und Ideen gebraucht.
Die Mörderschweine sind laut Gunda Bartels diesmal keine Nazis, sondern Sklavenhalter. Wundern tut sie sich indes über die Freundschaft zwischen Christoph Waltz und Quentin Tarantino, weshalb sie bei der Pressekonferenz nach Gemeinsamkeiten sucht.
"Die weiße Welt ist so zutiefst rassistisch, die Lage der Schwarzen so aussichtslos und die Gewalt so allgegenwärtig, dass die vielen komischen Momente vor diesem Hintergrund mitunter an Ernst Lubitschs waghalsige (und wohl ewig unerreichte) Nazi-Komödie Sein oder Nicht Sein erinnern. Es ist ein Possenspiel am Rande der Hölle, das bei Tarantino mit einem waghalsigen Rollentausch angereichert wird", schreibt Richard Oehmann.
DJANGO UNCHAINED ist "nicht nur ein Italo-Western, sondern auch eine unverkennbare Hommage an die Blaxploitation-Movies der Siebziger. Doch in erster Linie ist es einfach ein Tarantino; ein Tarantino, der sich durch die Attribute auszeichnet, die die meisten seiner Filme prägen: starke Dialoge mit makabrem Humor, stimmig eingesetzte Musik, zahlreiche Referenzen, comichaft überzeichnete Brutalität und natürlich exzellente Schauspieler."
Michael Meyns sah eine "wilde Mischung aus schwarzer Selbstbefreiung, Hommage an klassische Western, authentischer Darstellung der Sklaverei und typischem Tarantino-Kino. Dass ist zwar einerseits so verspielt wie eh und je, wächst aber an seiner Thematik und ist daher oft auch so erwachsen und ernsthaft, wie Tarantino bislang selten war."
Diejenigen, die JACKIE BROWN lieben, könnte DJANGO UNCHAINED "daran erinnern, dass Tarantino in seinen besten Momenten auch mehr kann, als relativ lose, wenn auch virtuos inszenierte Ansammlungen von Szenen und Ideen zu verfilmen: Von vorne bis hinten involvierende Geschichten erzählen, die nicht für ihren "Wow!"-Effekt, sondern ihre Charaktere und ihre emotionale Resonanz im Gedächtnis bleiben", meint Sebastian Moitzheim.
DJANGO UNCHAINED beinhaltet laut Hanns-Georg Rodek zwar auch einige der Merkmale, die Filme von Quentin Tarantino ausmachen, fügt dem Ganzen jedoch eine präzise beschriebene Realität hinzu, die es in seinen vorherigen Filmen nicht gab.
"Django Unchained ist laut Michael Föls "ein höchst unterhaltsamer und stilsicherer Film geworden, der seine Fans mit Sicherheit zufrieden stellen wird. Der Blaxploitation-Spaghetti-Western mischt Komödie, brutales Sklavendrama, Rachethriller und garniert all dies mit einer Vielzahl an wunderbaren Charakteren, tollem Soundtrack, großartigen Bildern und vor allem einem umwerfenden Cast".
DJANGO UNCHAINED - Offizielle Website (engl.)
DJANGO UNCHAINED - Film-Homepage vom deutschen Verleih
DJANGO UNCHAINED - Internationale Website zum Film
DJANGO UNCHAINED - Facebook-Seite zum Film
DJANGO UNCHAINED - Twitter-Account zum Film (engl.)
DJANGO UNCHAINED - filmmag.de
DJANGO UNCHAINED - moviepilot.de
DJANGO UNCHAINED - imdb.com