| Regie | Nick Baker-Monteys |
| Kinostart | 09.06.2011 |
Ein Fantasy-Plot im realistischen Arthouse-Gewand sah Martin Gobbin. "Besser als die behutsame Entwicklung des Drehbuchs beherrscht der Regisseur die Integration stilistischer Feinheiten. Außer in den Totalen weiter Landschaften wird dies deutlich, wenn er während einer entschleunigten Verfolgungsjagd in den engen Gassen einer süddeutschen Kleinstadt mit verschiedenen Tiefenebenen spielt. Und zu dem überraschenden Verzicht auf Special Effects in der visuellen Umsetzung des Fantasy-Plots gesellt sich der pointiert eingesetzte Kontrast von bedeutungsschwerer klassischer Musik während eher nebensächlicher Szenen."
"Die lakonischen Dialoge erlauben zwar kaum tiefere Einblicke in die Charaktere. Damit steht DER MANN, DER ÜBER AUTOS SPRANG (
) jedoch in einem wohltuenden Gegensatz zu der von der Fernsehdramaturgie beeinflussten, den Zuschauer ermüdenden Überdeutlichkeit mancher Kinofilme. Nick Baker-Monteys setzt insbesondere auf die Kraft der Bilder: Kamerafrau Eeva Fleig gelingen dabei wunderbar schöne, von der eher unauffälligen Musik von Fabian Römer unterstützte Einstellungen."
Wolfgang Nierlin vergleicht: "Inspiriert von Werner Herzogs Gewaltmarsch von München nach Paris im Winter 1974, mit dem der bekannte Filmemacher die Krankheit der Filmhistorikerin Lotte Eisner zu bannen suchte, und verglichen mit den Strapazen, die seine außerordentliche Reise bedeutete (nachzulesen in seinem Tagebuchbericht "Vom Gehen im Eis"), ähnelt Julians Trip eher einem entspannten Spaziergang durch eine friedliche Landschaft."
Trotz einiger Mängel ergibt sich für Michael Dlugosch "ein rundes Bild, hat sich Nick Baker Monteys für seinen Film bemerkenswert viel einfallen lassen. DER MANN, DER ÜBER AUTOS SPRANG (
) ist ein fantastischer Film im doppelten Sinne. Einmal wegen des somnambul angehauchten Titelhelden, zum anderen als ein gelungenes Stück Leinwandkunst, das dem Zuschauer ein schönes Erlebnis bietet, ein Film, dessen Figuren mit sehr viel Liebe gezeichnet sind."
Christian Simon resümiert: "DER MANN, DER üBER AUTOS SPRANG (
) erzählt eine ungewöhnliche Geschichte über Menschen, die auf der Suche nach einer Auszeit unverhofft am Scheideweg ihres Lebens landen. Es ist nachdenkliches, trauriges, optimistisches Autorenkino, das Raum für Interpretationen läßt ohne dies dem Filmgenuß als Bedingung zu stellen. Hat man ein Herz für Verrückte und Verirrte, darf man DER MANN, DER üBER AUTOS SPRANG (
) vorbehaltlos dort einschließen."
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