| Regie | Steven Silver |
| Kinostart | 23.06.2011 |
Für Christian Alt bleibt THE BANG BANG CLUB (
) "leider unter seinen Möglichkeiten zurück. Da, wo die Fotografen keine Kompromisse machen, macht Silver eindeutig zu viele. Das Ergebnis ist ein nicht wirklich schlechter, aber auch nicht wirklich guter Film, der nach einigen Wochen wieder aus den Köpfen der Zuschauer verschwunden sein wird. Ganz im Gegensatz zu den Bildern des Grauens, die der Bang Bang Club in den 90ern geschossen hat."
Die hybride Form des Films THE BANG BANG CLUB (
) zeitigt laut Maurice Lahde Effekte, die sicher nicht im Sinne des Erfinders sind. "Der Kontrast von dokumentarischer Schroffheit und künstlich wirkenden Genrestandards ergibt eine ausgestellte Inszeniertheit, die wie ein Kommentar zur Vertrauenswürdigkeit und Redlichkeit der Kriegsfotografie wirkt. Und mit der Darstellung der vier Fotografen als Klischee-Abenteurer drängt der Film den Zuschauer bei der Entscheidung zwischen Pulitzerpreis-würdigen Helden und schießwütigen Paparazzi in eine Richtung, die den realen Vorbildern der vier Figuren einen Bärendienst erweist. Der Blick durch die Kamerasucher während der Kriegsszenen erinnert frappierend an Fadenkreuze."
Oliver Heilwagen stellt fest: "Der südafrikanische Regisseur Steven Silver setzt auf Dichotomie. In der ersten Film-Hälfte baut er das Klischee der verwegenen Haudegen an der Nachrichtenfront auf, um es danach genüsslich zu demontieren. Andere Klischees wie das vom tödlichen Rassismus der Weißen bedient er gar nicht erst: Tatsächlich forderten Kämpfe zwischen Schwarzen mehr Opfer als staatliche Unterdrückung. In der zweiten Hälfte kommt alles Bedenkliche dieses Berufes zur Sprache: die vorgebliche Unparteilichkeit der Reporter; Sensationsgier von Presse und Publikum; schockierende Motive, die an Morden und Sterben nichts ändern."
Louis Vazquez ist enttäuscht. "Wer sich aber dafür interessiert, was das für Menschen sind, die in Krisenregionen arbeiten, hinsehen, wo alle wegsehen wollen, welche Motivationen, Ansprüche oder Botschaften sie haben, ob oder wie sie sich gegen Instrumentalisierung wehren und was diese Arbeit psychisch mit ihnen macht, der muss sich anderswo umsehen und z.B. den ebenfalls streitbaren, aber in dieser Hinsicht viel ergiebigeren Dokumentarfilm Shooting Robert King (Richard Parry, 2008) zu Rate ziehen."
Der Kameramann rettet den Film, findet Benjamin Hahn. "Dass der Film aber am Ende trotz seiner Makel dann doch zumindest noch solide wirkt, verdankt er vor allem der Kamera von Miroslaw Baszak (LAND OF THE DEAD), die nicht nur äußerst gekonnt die Originalaufnahmen der vier Fotografen zu rekonstruieren weiß, sondern auch einen eigenen, teils sehr atmosphärischen Stil entwickelt, der die Gräuel eines Massakers gleich gut einfängt, wie einen hippie-esken Ausflug an einen einsamen Bergsee."
"Ein Film in Form von überzeugender Genauigkeit." - Berliner Zeitung
"Die notwendige Neuauflage des Kriegsreporterfilms." - Die Zeit
THE BANG BANG CLUB - Offizielle Webseite (deutsch)
THE BANG BANG CLUB - imdb.com
THE BANG BANG CLUB - moviepilot.de