| Regie | Peter Jackson |
| Kinostart | 13.12.2012 |
"Es war eine offensichtliche Fehlentscheidung, das Hobbit-Projekt zu einer Filmtrilogie auszuwalzen. Viele Szenen, vor allem in der ersten Filmhälfte, wirken zu lang, erfolglos um Komik bemüht und schlicht billig inszeniert. Die unerbittlich scharfen 3D-Bilder offenbaren ihre Studioherkunft in jedem Moment, Bilbos Höhle sieht aus, als sei sie für eine ARD-Doku über Mittelerde eingerichtet worden, nicht aber wie Teil einer magischen Welt", bemängelt Nino Klingler.
"Ein starker Fantasyfilm zum Schmunzeln und Staunen", lobt Philipp Stroh. "Wer zu hohe Der Herr der Ringe-Erwartungen hat, bekommt eben Der Herr der Ringe light, ein einziges Bonusfilmchen mit kalten CGI-Bösewichten. Aber wie man es auch betrachtet, nach wie vor kann Peter Jacksons Epen so schnell niemand das Wasser reichen."
Trotz spektakulärer Schauwerte hatte Simon Spiegel am Ende des dreistündigen Filmes trotzdem das Gefühl, er hätte "lediglich den Auftakt zum eigentlichen Film gesehen".
Jörg Wunder bedauert, dass die eigentliche Reise im Film viel zu kurz kommt. Stattdessen sieht man übermäßig breit ausgewalzte Kampfsequenzen, was auf die Dauer ermüdend wirkt.
Für Martin Freeman lohnt sich ein Kinobesuch, stellt Denis Sasse fest, "weitaus mehr jedenfalls als für den Versuch eine filmische Optik mit verdoppelter Bildfrequenz zu etablieren. Dieser Trilogie-Beginn ist alles andere als perfekt, gewährt dennoch eine erneute Reise nach Mittelerde, eine dieser Welten, denen man sich partout nicht entziehen kann."
"Trotz einiger Längen und eines teilweise kindisch albernen Humors stellt Der Hobbit – Eine unerwartete Reise nicht nur erneut einen neuen Standard in Spezialeffekten und Kameraführung dar. Peter Jackson gelingt es, über diese Schauwerte hinaus echte Charaktere zu zeichnen und tiefgründige Fragen anzusprechen", freut sich José García.
Thomas Groh ist unzufrieden: "Dass Jackson das Franchise melkt, lässt sich schwerlich bestreiten: Wenn der Film nach drei teils endlos verlabert wirkenden Stunden mehr oder weniger willkürlich an einem Punkt endet, an dem die literarische Vorlage gerade mal 100 von nicht einmal 300 Seiten hinter sich gebracht hat, spürt man Jacksons Erzählstrategie auch rein körperlich: Streckung der Streckung wegen".
Der Zuschauer hat laut Rüdiger Suchsland "so oder so etwas zum Nachdenken und wird leidlich gut unterhalten – wenn man sich nicht daran stört, dass die Handlung schon sehr breitgetreten und langatmig ist."
Die Fans der Verfilmungen werden laut Martina Zerovnik "ihre Freude haben, denn besser ein mittelmäßiger Jackson-Tolkien als gar keiner. Für ihre Unterhaltung ist gesorgt. Für jene, welche die Bücher lieben, ist die Enttäuschung inkludiert. Denn unter Drehbuch und Inszenierung von Jackson & Co. werden liebenswürdige Figuren zu Klischees, Witz zu Blödelei, Abenteurer zu Haudegen, Heldenmut und Mannestreue zu abgeschmackten Gesten. Wenngleich, es könnte noch schlimmer sein. Aber: Zwei Versuche gibt es noch."
"Letztendlich ist es eine bildgewaltige Verfilmung eines modernen Literaturklassikers und ein insgesamt spannender Blockbuster. Was die Dramaturgie und Charakterentwicklung angeht, wird er die Begeisterung des Publikums nicht verdienen. Aber was soll’s. Die Welt ist manchmal eben ein düsterer Ort".
Für Jens Balzer ist die HOBBIT-Verfilmung ein wahrgewordenes Märchen. Er lobt Peter Jackson und die Ko-Autoren dafür, wie sie geschickt die Erzählstränge zusammenfügen, wie sie dem Originaltext treu bleiben und trotzdem Neuheiten einbauen und das ganze auch noch mit der DER HERR DER RINGE-Reihe vereinen.
"Obwohl Der Hobbit einigen Ballast mit sich trägt, werden Fans sich darüber freuen, so viel Tolkien zu bekommen. Und allen anderen bleibt ein actionreicher, überraschend witziger Blockbuster, der mit einem toll inszenierten Cliffhanger erst recht Lust auf mehr macht", meint Louis Vazquez.
"Hobbits sind Spießer, die an der Herausforderung wachsen, die durch sie größer werden, als sie sind. Wie die Amerikaner 1941 könnte man sagen. Also nicht unsympathisch, wenn auch etwas langweilig und alles in allem ob fragwürdiger Werte mit Vorsicht zu genießen", stellt Rüdiger Suchsland fest.
"DER HOBBIT ist eine wahrlich bunt gemischte Tüte", findet Benjamin Hahn. "Zahlreiche Leckerlies versuchen immer wieder davon abzulenken, dass sich auch manch gar nicht so schmackhafter Drops in der Tüte verbirgt. Das Filmteam muss sich mächtig anstrengen, soll die HOBBIT-Trilogie am Ende nicht bloß als der kleine Bruder von HERR DER RINGE wahrgenommen werden".
Dominik Kamalzadeh freut sich über das Wiedersehen mit alten Bekannten, die der detailverliebte Nerd Peter Jackson in gestochen scharfen Bildern auf die Leinwand zurück gebracht hat.
Für Philippe Zweifel hätte es schlimmer kommen können – aber auch besser. "Wer auf Rabatz gehofft hat, kommt auf seine Kosten. Einmal in Fahrt, wird der Film zum veritablen Spektakel, das selbst den HERR DER RINGE in den Schatten stellt. Doch die Actionszenen vermögen nicht über die fehlende Geschichte und überzeugende Figuren hinwegzutäuschen."
Lucas Wiegelmann ist etwas enttäuscht. "Hier zieht kein endzeitliches Unheil auf im fernen Osten, auch wenn Gandalf und der Elben-Führer Elrond (Hugo Weaving) ständig davon reden. Die epochale Schwere, die Peter Jackson in die HOBBIT-Handlung hineinzudrücken versucht, überfordert Tolkiens Frühwerk. Vor lauter Spektakel wirkt die Geschichte auf einmal dürftiger, als sie im Buch ist."
Der Film "ist der Start in eine neue, spannende und wunderbar in Szene gesetzte Geschichte, der viel Wiedererkennungswert bietet, aber auch schon andeutet, dass es in den Fortsetzungen einiges dunkler zu- und hergehen wird. Ein toller Film, der vor allem den Fans alles bietet, was sie erwartet haben. Das Jahr, das wir jetzt auf die Fortsetzung warten müssen, ist jetzt schon zu lang..."
Es sollte laut Michael Föls "jedem klar sein, dass man sich selbst einen Gefallen tun sollte und es Sinn macht die Erwartungshaltung deutlich nach unten zu korrigieren. Denn DER HOBBIT ist ein lediglich solider Film mit Mittelerdebonus, der auf visueller Ebene (zumindest in der so bepriesenen HFR-Fassung, die der Presse gezeigt wurde) zum völligen Desaster verkommt."
Markus Keuschnigg tat sich schwer, die konventionellen 24 Bildern pro Sekunde "als Realität zu akzeptieren. Und so sorgt der Hyperrealismus beim HOBBIT für einen paradoxen Effekt: Er wirkt weit surrealer und fantastischer als die – um beim Thema zu bleiben: halb so wirkliche – HERR DER RINGE-Trilogie, will aber atmosphärisch nahtlos daran anschließen."
Die ersten Urteile zu Peter Jacksons HOBBIT fallen hart aus - viel zu lang und viel zu technikverliebt, maulen US-Kritiker. Der SPIEGEL fasst einige Kritiken zusammen.
"Groß - ganz groß", nennt Ulrich Lössl den kleinen Hobbit, der mit Humor und Poesie verzaubert. Mit "seinen unvergesslichen Bildern" wird Peter Jacksons Meisterwerk nicht nur viele Fans zu Tränen rühren, es erhöht auch die Standards in Sachen Fantasy-Film.
Regisseur Peter Jackson hatte diesmal laut Roland Huschke mit unerwarteten Widerständen zu kämpfen.
Der Film soll einer der Blockbuster des Jahres werden – und nebenbei durch eine höhere Bildfrequenz das Kino nachhaltig verändern. Es gab allerdings Kritik bei einer Mini-Vorschau.
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