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MITTEN IM STURM

MITTEN IM STURM

Regie Marleen Gorris
Kinostart 05.05.2011
Genre Drama, Liebesgeschichte

Kritiken • MITTEN IM STURM

24. März 2011 | MITTEN IM STURM • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Dem Film gelingt es laut Martin Gobbin, die Mechanismen der stalinistischen Willkür-Justiz nachzuzeichnen. "MITTEN IM STURM verzichtet auf allzu explizite Gewaltdarstellungen aus dem Lager und setzt stattdessen auf die psychische Zermürbung der dortigen Situation, in der die Frauen bei -40 Grad arbeiten müssen und ständig von den sexuellen Übergriffen der Wachsoldaten bedroht sind. Indem er eine verstörende Bildsprache vermeidet, öffnet sich der Film einer breiteren Rezeption – andererseits mag die mediale Vermittlung dessen, was hinter den Stacheldrahtzäunen passierte, mit schonungsloser Direktheit am effektivsten gelingen."

05. Mai 2011 | MITTEN IM STURM • Kritik • kultiversum.de

Oliver Heilwagen schaut auf die Darsteller. "Emily Watson in der Hauptrolle verleiht ihrer Figur jene Mischung aus Gefühl und Härte, die viele Frauen prägte, die solche Haftbedingungen durchlitten. Ulrich Tukur als Lagerarzt verblüfft als verschmitzter Ironiker hinter Stacheldraht: Mit Winkelzügen trickst er die Willkür der Bewacher aus. Ein Film, der die entsetzliche Tristesse des Stalinismus für die große Leinwand aufbereitet, ohne seine Opfer an den Kitsch zu verraten – das ist schon ein Kunststück."

05. Mai 2011 | MITTEN IM STURM • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker sagt es deutlich. "Die deutsch-belgischfranzösisch-polnische Koproduktion ist demnach vor allem eins: ein Gemisch – zudem eines, das sich höchst opportunistisch darum bemüht, den fernsehseriengeschulten sentimentalen Massengeschmack nicht zu befremden."

05. Mai 2011 | MITTEN IM STURM • Kritik • TAZ

Dietrich Kuhlbrodt sagt's auf Latein. "Andererseits hilft ihr aber die Kraft der großen Liebe, und das ist die schiere Güte und das mitfühlende Verständnis eines Mannes wie Ulrich Tukur. Ja, die beiden kriegen sich wie in jeder kitschigen Liebesgeschichte. Darum also war es dem Film gegangen. Oder wie? Liebe im Gulag? Dass damit alles gut ist, weiß jeder, ob mit großem, kleinem oder gar keinem Latinum. Amor vincit omnia."

04. Mai 2011 | MITTEN IM STURM • Kritik • Berliner Zeitung

Nicht überzeugt ist Bert Rebhandl. "Die Absicht von Mitten im Sturm ist im Ansatz noch erkennbar: großes Identifikationskino mit einem packenden historischen Stoff zu schaffen. Doch in der Umsetzung ist davon kaum etwas zu sehen. Stattdessen sind überall die Tücken des Historiengenres auszunehmen, das ja so gut wie möglich echt aussehen lassen will, was sich schon einer literarischen Beschreibung nahezu entzieht."

04. Mai 2011 | MITTEN IM STURM • Kritik • schnitt.de

"Themaverfehlung", meint Jakob Stählin. "Ginzburgs Mantra ist über die gesamte Filmlänge ein Gedicht Osip Mandelstams, das immer und immer wieder aus dem Off zu hören ist: »Man gab mir einen Körper – was fang ich mit ihm an, / Mit diesem einen, der mein ist so ganz?« Die brutale Härte mit der diese Aussage unter solchen Umständen zerstört wird, läßt Mitten im Sturm außen vor, definiert Hoffnungsverlust als menschliche Schwäche und verfehlt somit völlig sein Thema, an das Leid vieler zu erinnern

04. Mai 2011 | MITTEN IM STURM • Kritik • programmkino.de

Thomas Engel haben es besonders die Schauspieler angetan. "Zwei bessere Schauspieler als Emily Watson und Ulrich Tukur hätte man dafür nicht finden können. Emily Watson spielt die ganze Empfindungsskala des schweren Lebens der Eugenia Ginsburg durch, Ulrich Tukur, ebenso großartig, zurückgenommen, als Dr. Anton Walter ist ein würdiger Vertreter des Humanen."

04. Mai 2011 | MITTEN IM STURM • Kritik • br-online.de

Margret Köhler gefällt der Gebrauch von Farben in MITTEN IM STURM. "Geschickt visualisiert das Drama den Schnitt zwischen vorher und nachher: das bürgerliche Leben vor der Verhaftung in warmen Brauntönen und variantenreichem Lichtspiel. Als Kontrast dazu in Sibirien die düsteren mit kriminellen und politischen Gefangenen überfüllten Baracken, der glitzernde Schnee in der weiten Landschaft, die im Gegensatz zur Enge des Lagers wie ein Versprechen scheint, funktioniert als Sehnsuchtschiffre."

04. Mai 2011 | MITTEN IM STURM • Kritik • film-dienst.de

Kathrin Häger ist nicht völlig überzeugt. "Hölzern wie die windigen Baracken wirkt die Inszenierung dieses eindrücklichen Frauenschicksals. An horresken Szenen, die das unmenschliche Gulag-System bloßlegen könnten, wurde gespart; Ginzburgs Irrfahrt durch die kolossalen Gebäude des bürokratischen Wahnsinns und das von Hunger und Kälte bestimmte Lagerleben werden abgehandelt, ohne dass sich ein Eindruck ihres Schreckens vermitteln würde. Stattdessen beschwört die Inszenierung – dezent pathetisch stilisiert – die Kraft der rezitierten Literatur."

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