| Regie | Dany Boon |
| Kinostart | 28.07.2011 |
In Verbindung mit dem Herzschmerz-Drama um das binationale Liebespaar rennt der Film laut Martin Gobbin "die offenen Türen des Anti-Rassismus und der Pro-EU-Haltung ein. Die Tatsache, dass es – gerade in Belgien – auch innerhalb einzelner Staaten massive ethnische und sprachliche Trenngräben gibt, wird dabei gänzlich ignoriert. Eine profunde Reflexion des menschlichen Abgrenzungsbedürfnisses oder des schmalen Grats zwischen Patriotismus, Nationalismus und Xenophobie kann und soll ein Film nicht leisten, der letztlich nichts Höheres anstrebt als ein leichtes Vergnügen zu sein."
José García wusste im Voraus, was auf ihn zukommt. "Dass in Nichts zu verzollen (
) die Handlung stets vorhersehbar bleibt, kann freilich kaum ins Gewicht fallen. Schließlich leben die meisten Komödien vom Spiel des Regisseurs mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, von der Inszenierung eben dieser Vorsehbarkeit – nichts anders war es etwa auch bei Dany Boons Willkommen bei den Sch´tis (
)."
Peter Claus sah einen Film voll derber Komik, aber auch voller Charme. "Wie schon bei den „Sch’tis“ will Boon unterhalten und ganz leise, ganz nebenbei für einen freundlichen Umgang miteinander plädieren. Wieder setzt er auf Schalk und Spaß und auch Sentimentalität."
Nicole Ribbecke erfreute sich an der Hommage ans französische Slapstickkino. "ein schrottreifer R4 wird zu einem The Fast and the Furious-Verfolgungsschlitten aufgemotzt und dient alsdann rasanten Gendarmen-Szenerien – dort, mithilfe eines energielosen Schnüffelhundes und völlig vertrottelter Drogenschmuggler wird man an die Blütezeit des französischen Slapstick- Kinos erinnert, vor dem sich Boon hier zärtlich verbeugt."
Michael Föls gefiel der Witz von NICHTS ZU VERZOLLEN (
). "Die Gags wirken weder übertrieben, noch allzu aufdringlich, sondern fügen sich organisch in das Geschehen des Films ein. Und dank diesem wenig erzwungenem Umgang mit den Witzen ist Nichts zu verzollen auch schon um einiges charmanter als zahlreiche amerikanische Genrekollegen, denen man ihren Entwurf am Reißbrett leider allzu oft anmerkt."
Bei all der Heiterkeit, die Nichts zu verzollen (
) bei Bert Rebhandl hinterlassen hat, bleibt "als Quintessenz doch pure Ideologie: Dass dieser Kontinent nämlich vor allem aus Originalen besteht, ist dann doch eine allzu schönfärberische Erzählung von einem Zusammenleben, in dem so häufig das Ressentiment (biblisch gesprochen: der Balken im eigenen Auge) mit Originalität verwechselt wird."
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