| Regie | Aktan Arym Kubat |
| Kinostart | 14.04.2011 |
Oliver Kaever lobt den lyrischen Stil des Regisseurs. "Die funktionalere Erzählstrategie macht sich auch formaler Ebene bemerkbar. Der Regisseur nutzt Situationskomik und Dialogwitz, erzählt also nicht mehr nur über die Bilder. Die Kamera spielt noch immer mit Natursymbolik, fängt viele Szenen aus einer ungewöhnlichen Obersicht ein und präsentiert beeindruckende Landschaftspanoramen. Im Vergleich aber hat er seine Formsprache stark vereinfacht."
Ralf Schenk sah einen Film, der an alte Wert appelliert. "Der Dieb des Lichts (
) deutet mit Hilfe einer kleinen Dorfgeschichte an, wie sich archaische Lebensweisen verändern, das Alte verschwindet und etwas Neues, wenn auch nicht unbedingt Besseres an dessen Stelle tritt. Der Film reflektiert über Werte und Traditionen; seine stille, zur Identifikation einladende, zunächst auch komische Erzählhaltung, die dann aber ins Tragische mündet, trägt entscheidend dazu bei, die Anteilnahme der Zuschauer zu aktivieren."
Einen überzeugenden, teils märchenhaften Film hat Peter Claus gesehen. "Die Tradition Kirgisiens erscheint als durchaus wohlige Alternative zum Leben westlicher Prägung – und gleichzeitig ist da das Wissen, dass das nichts als ein netter Traum ist."
Eine Tragikomödie mit leisem Witz sah Oliver Heilwagen. "Ohne jeden Exoten-Bonus bietet Der Dieb des Lichts (
) ein vergnügliches Sittenbild aus einer Gesellschaft im Umbruch."
Hans-Günther Dicks lobt die Vielfältigkeit des Regisseurs. "Seine Bildsprache lebt von der Schönheit der kirgisischen Landschaft und ihren Farben und gelegentlich auch von ungewohnten, sogar gallig polemischen Zwischenschnitten, so etwa wenn er in den lasziven Tanz des Chinesen mit der Bauchtänzerin plötzlich das Bild kopulierender Maulesel einmontiert."
Charlotte Funke sah einen Film ohne geheimnisvolle Botschaft. "Doch worum es im Großen gehen soll, das ist von Anfang an überdeutlich. Der Film macht es sich geradezu ungeniert einfach, indem er vom guten Menschen erzählt, der scheitert, weil es die Bösen gibt. Der Stromdieb im Dienste des kleinen Mannes ist eine kirgisische Mischung aus Robin Hood und Prometheus, nur nicht so komplex."
Martin Wertenbruch stellt fest. "Natürlich birgt das Aufeinandertreffen von Neu und Alt reichlich Stoff für Konflikte. Das verbindende Element – man ahnt es bereits – ist Herr Licht, der sympathische Antiheld dieser improvisatorisch gedrehten Geschichte. Gespielt wird er übrigens vom Regisseur selbst – eine gute Möglichkeit, den agilen aber bislang eher unbekannten Regisseur einmal in Aktion zu sehen."
Günter H. Jekubzik resümiert: "Drastisch führt Aktan Arym Kubat - der selbst wie ein kirgisischer Verwandter von Takeshi Kitano die kauzige Hauptfigur spielt - vor, wie die Tradition zur Prostitution feilgeboten wird. Als der immer lächelnde Herr Licht daraufhin sehr ernst Widerstand leistet und das Licht abschaltet, ist die Strafe brutal. Brutal und wiederum ein Gemenge aus moderner Rücksichtslosigkeit und archaischem Ritual. Derart erzählt Aktan Arym Kubat nicht nur eine wunderbare und ergreifend tragische Geschichte, er lässt uns auch an der Situation seiner Heimat teilhaben. Nicht durch verfilmte Fakten, sondern über das Gefühl und über schöne poetische Bilder."
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Eduard Ulrich ist angetan: "Die Bilder können sich sehen lassen, manchmal vertraut der Regisseur zuwenig darauf und setzt auf monologlastige Revolutionsrhetorik. In dieser kurzen Fabel vom Eroberungsfeldzug der Moderne wird einer überfordert, weil sich die Welt um ihn herum so rasch und radikal ändert, dass er nicht versteht, was geschieht. Wir können dabei einen Blick in die eigene Vergangenheit werfen, als der technische Fortschritt die althergebrachten Mittel verdrängte, nur dass es bei uns Generationen dauerte, dort einige Jahre."
Laut Claudia Schwartz atmet der Film "einen Einfallsreichtum, in dem die inszenatorische Freiheit auch immer die andere meint. Unser Dorfelektriker muss sich mit dem Bürgermeister arrangieren, der mit einem windigen Investor unter einer Decke steckt. Aber weniger moralische Verwerfungen sind hier gemeint als die Ambivalenz im Menschlichen selbst, wenn unser Held, der allen hilft, am Ende sich selbst am allerwenigsten helfen kann."
Der Regisseur "dreht nicht gerne nach Drehbuch, sondern improvisiert gemäss eigener Aussage auf dem Set und lässt sich von äusseren Einflüssen inspirieren. Tatsächlich wirkt DER DIEB DES LICHTS (
) nicht wie ein von A bis Z durchdachter Hollywood-Blockbuster, sondern kommt natürlich und unverkrampft daher. An Spannung fehlt es nicht, im Gegenteil. Auch ohne Spezialeffekte und bekannten Cast entfaltet sich hier eine grosse Wirkung. Kurz gesagt: Für Zuschauer, die ruhige Filme mit leicht kritischem Unterton vorziehen, ist Svet-Ake durchaus sehenswert."