| Regie | Mike Mills |
| Kinostart | 09.06.2011 |
BEGINNERS (
) ist für Christian Alt ein eigenwilliger hipper Indie-Film, der altbekannte Genrestandards remixt, aber immer besser ist als die Summe seiner Teile. "Auch wenn BEGINNERS (
) immer wieder einige Längen quälen und Mike Mills Formspiele gelegentlich manieriert erscheinen, wird der Zuschauer mit einem Ende belohnt, das allein schon den Film sehenswert macht."
"Wohl kaum eine Beziehungsgeschichte der letzten Jahre war so nachfühlbar wie die der Hauptfiguren Oliver und Anna, obwohl sie auch ein wenig skurril ist", schreibt Philip Stroh. "Nicht zuletzt ist das dem starken Spiel des sympathischen Ewan McGregor und der bezaubernden Inglourious Basterds (
)-Entdeckung Mélanie Laurent zu verdanken.... Unterdessen blüht der auf Nebenrollen spezialisierte Christopher Plummer mit kleinen Gesten aber einnehmender Ausstrahlung als schwuler Senior auf – eine Rolle, die ihn nicht zu Unrecht zum absoluten Kritikerliebling des Filmjahres 2011 machte."
BEGINNERS (
) ist laut Dominik Bühler "der Film, der zeigt, daß das Erkennen und Anerkennen der eigenen Besonderheiten auch nach der Adoleszenz weitergehen muß und daß man nie aufhört, ein Anfänger zu sein. Zwischendurch gelingt es nicht, die Spannung konstant hochzuhalten, doch über diesen leichten Hänger sieht man gerne hinweg angesichts eines berührenden Films, der die Kunst des Neuanfangs – die Möglichkeit äußere wie auch innere Zwänge zu überwinden – auf lebendigere, authentischere und komplexere Weise propagiert, als es so manch anderer Film zuvor getan hat."
Über die Geschichte der Traurigkeit schreibt Wolfgang Nierlin. "Doch geht es bei allem Wandel auch um einen festen Kern, "die eingepflanzte Persönlichkeit", wie es einmal heißt. Den unsicheren Wechsel zwischen diesen beiden Polen inszeniert Mike Mills als eine ebenso verspielte wie stimmungsmalerische Geschichte der Traurigkeit, die ihre formale Entsprechung in den Brüchen der Montage findet und damit in einer diskontinuierlichen Erzählweise."
Thomas Volkmann ist begeistert. "BEGINNERS (
) gelingt das Kunststück, Geschichten über tragische Lebensmomente mit hoffnungsvollen Liebesbeziehungen zu koppeln. Mitentscheidend sind aber in ganz besonderem Maße die Darsteller. Ewan McGregor meistert das Dilemma seiner gefühlsüberwältigten Figur mit Schmetterlingen im Bauch auf glaubhafte Weise. Mélanie Laurent, seit Quentin Tarantinos Inglourious Basterds (
) ein bekanntes Gesicht auf der Leinwand, spielt ganz umwerfend und natürlich, ist spontan und ehrlich, der richtige Charakter also, um den in seinen Gefühlen erstarrten Oliver locker zu machen."
Florian Lieb sah mit BEGINNERS (
) einen typischen, subtil anbiedernden Indie-Film, dem er seine Schwächen nicht wirklich vorhalten will, dessen Stärken ihn jedoch auch nicht zur Ausnahmeerscheinung machen. "Insofern ist Mills' Geschichte wenig mehr als eine mit Fiktion angereicherte Anekdote über das Coming Out seines an Krebs verstorbenen Vaters. Aber immerhin eine nette und weitestgehend unterhaltsame Anekdote. Vielleicht liegt der Wohlwollen gegenüber dem Film aber auch nur an Arthur. Hunde ziehen eben immer."
"Es gibt quasi nur "gute Helden" und keine antagonistischen Gegenspieler. Dass dennoch die Faszination an dieser Geschichte kontinuierlich anwächst und keine Spannungsdefizite auftreten, zeugt von der erstaunlichen Leistung des Regisseurs und der Darsteller. Die Erscheinung des kranken Vaters gewinnt (ebenso wie mancher persönlich bedeutungsvolle Alltags-Gegenstand und manche Routine-Verrichtung) eine sonderbare Schönheit, die beinahe blendet, aber nicht verblendet. Auch die musikalische Untermalung trägt zu einem beeindruckenden Filmerlebnis bei."
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