| Regie | Matthew Vaughn |
| Kinostart | 09.06.2011 |
Wie in den anderen Teilen der Serie auch, läuft auf der Meta-Ebene immer das Außenseiter-Topos mit und die Frage, ob man sich selbst als solcher akzeptieren kann, stellt Torsten Funke fest. "Es gibt einen Showdown, der nichts weniger als den Dritten Weltkrieg verhindert, aber im Vergleich zu den vorangegangenen eineinhalb Stunden wirkt dieser Teil arg unoriginell. Da gibt es dann keine Spur mehr von James Bond und Emma Peel, ja die ganze swingende Gemächlichkeit der Sixties ist verschwunden. Stattdessen ist es einfach nur noch hektisch und laut."
Der fünfte Teil der Superhelden-Saga X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG (
) kommt politisch ambitionierter daher als alle Vorgänger zusammen, meint David Kleingers. "Regisseur Matthew Vaughn besinnt sich glücklicherweise auf die ideologischen und metaphorischen Stärken, wenn er weniger von imposanten Superkräften und dafür mehr vom empowerment einer drangsalierten Minderheit erzählt. "Mutant And Proud" lautet folgerichtig die Parole, und die durchweg hervorragende Besetzung des Films trägt diesen Anspruch auch über vorhandene Längen der Handlung hinweg."
Jens Balzer sah einen hervorragend ausgestatteten Traumabewältigungs-Film, der überdies mit interessanten Verschwörungsszenarien besticht. "Die Helden sind hier genauso traumatisiert, zu Opfern und Außenseitern gestempelt wie in den Comics der Achtzigerjahre - aber sie tragen dabei so coole Sixties-Klamotten wie bislang nur in den Original-Comic-Books aus den Sixties selbst. So ausgiebig wie der Film die frühe Beziehung zwischen Professor X (James MacAvoy) und Magneto (Michael Fassbender) auskostet, so liebevoll orientiert er sich an den Buddy-Movies der Dekade."
Barbara Schweizerhof schaut auf die Hauptdarsteller. "Die Schauspieler fügen dieser spannenden Konstellation noch eine Dimension hinzu: James McAvoy verleiht seinem Professor X etwas fast anrührend Jungenhaftes; Michael Fassbender als zwischen tiefer Verletzung und Größenwahn schwankender Magneto zieht bei seinen Auftritten die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich, als wäre er tatsächlich magnetisch. Selten wurde der Konflikt zwischen dem langen Marsch durch die Institutionen und dem Gang in den Untergrund melodramatischer dargestellt."
Sabine Horst holt weit in der X-MEN-Geschicht aus, um dann festzustellen: "Selbst wenn sich das Drehbuch von etablierten Storylines entfernt und verschiedene X-Men-Jahrgänge gemischt werden, insistiert der Film auf dem, was stets den Reiz der Mutanten ausmachte: ihrem Appeal als Außenseiter, die kaum Interesse daran haben können, eine Gesellschaft zu schützen, in der sie zur "Rasse" gestempelt, diskriminiert, verfolgt werden."
"Mit der Einbindung in die politischen Wirren des Kalten Krieges hat sich X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG (
) viel vorgenommen und kann trotz - oder vielleicht dank - vieler Figuren und einer verzwickten Handlung überzeugen. Der fünfte Film der Mutantenreihe bietet Spannung, Spektakel, sympathische wie fiese Figuren und punktet auch durch das coole Sixties-Feeling. Groovy!"
Peter Osteried ist überaus angetan. "X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG (
) ist ein actionreicher, dynamischer, intensiver und stimmiger Film, der reich ist an Details. Oft wird bei Superhelden-Filmen relativiert und gesagt, das sei ein sehr guter Comic-Film. Das gilt auch für X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG (
). Aber er ist noch mehr: Er ist ein sehr guter Film - ohne Wenn und Aber."
V. Robrahn lobt Regisseur Matthew Vaugh. "Denn genau so und nicht anders inszeniert man packend und überzeugend eine Vorgeschichte, deren Ausgang bereits bekannt ist (ja, das geht an Dich, George Lucas!). Wer hätte es gedacht, aber das Einzige was an X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG (
) nicht stimmt, ist der deutsche Titel. Der Rest ist ein praktisch perfektes Beispiel für die Neubelebung und gleichzeitige Erweiterung einer bereits bekannten Marke. Ein großes Vergnügen für Jeden und für den überzeugten Comic-Fan im Besonderen - der darf dann auch gerne noch das letzte Auge drauflegen."
"X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG (
) ist eine gelungene Ergänzung des X-Men-Universums und zeigt uns wie alles seinen Anfang genommen hat. Besonders dank den tollen Darstellern (James McAvoy und Michael Fassbender ergänzen sich grandios) und der unterhaltsamen Inszenierung ist der Film ein Pflichttermin für alle Fans der Reihe. Etwas schade ist jedoch, dass sich Kevin Bacon als Superschurke zwar alle Mühe gibt, aber gegen den etwas flachen Charakter seiner Figur chancenlos ist. Dennoch: X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG (
) ist ein unterhaltsamer und gelungener Film, der Comic-Fans sicher zufrieden stellen wird."
Von Benjamin Hahn geht ein Lob "an die Drehbuchautoren: Obwohl X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG (
) ein Ensembledrama ist, rückt jede Figur für eine angemessene Zeit in den Fokus und obwohl sich der Film eben diese "Ausreißer" leistet, kehrt er zum jeweils perfekten Zeitpunkt immer wieder zu der Dreiecksbeziehung zwischen Shaw, Lehnsherr und Xavier zurück, verliert sich nicht im Gestrüpp der Einzelcharaktere, sondern bewahrt sich eine nahezu perfekte Balance zwischen den kleinen Dramen und dem großen Ganzen."
Gebhard Hölzl lobt den erstklassigen Retro-Look. "Die Zeichen stehen hier auf 60er-Jahre: runde Schwarzweiß-Fernseher mit Kennedy im Bild, knappe Minis, coole Klamotten und entsprechend "zurückentwickelter" Cerebro-Helm bzw. X-Jet, das Spezialflugzeug aus dem Arsenal der X-Men. 007-Feeling à la Sean Connery kommt auf: Sadismus, Sexismus und Snobismus. Selbst auf ein Waffengenie wie Mr. Q. hat man nicht verzichtet. Hank McCoy heißt er, Kampfname Biest."
Überblick zum Film auf moviepilot.de