| Regie | David Mackenzie |
| Kinostart | 08.12.2011 |
Martin Gobbin sah ein visuell beeindruckendes Arthouse-Drama. "Was den Menschen in ihrer dunklen, stummen Welt noch bleibt, ist das Zusammensein – die Liebe, die ja ohnehin blind machen soll. Mit dem Verlust des Überflüssigen stellt sich im Film eine Refokussierung auf das Wesentliche, das Zwischenmenschliche, das Taktile ein. Eine Wertschätzung des einzigen verbliebenen der fünf Sinne, die man allgemein als gegeben hinnimmt. Erst in ihrer Abwesenheit wird uns bewusst, wie sehr unser Leben, unser Genießen, unser Erinnern an Sinneserfahrungen gebunden ist. Das klingt etwas didaktisch und ist es wohl auch: ein filmischer Aufruf zur Besinnung."
Leander Ripchinsky schreibt folgendes: "Das ist etwas vorhersehbar und wirkt mitunter überkonstruiert, wird im brillanten Ende aber mehr als gerechtfertigt. Es ist nicht nur eine vielschichtige Reflexion über die Endzeitstimmung unserer Tage, sondern auch über das Kino selbst. Bis das Ende erreicht ist, nutzt dieser schottische Film die Emotionsmaschine Kino voll aus. Schließlich ist PERFECT SENSE (
) ein einfacher Liebesfilm, ja, eine Liebeskomödie wie man sie so zahlreich serviert bekommt zu Zeiten von Indiewood."
"Würde der Film sein eindringliches Intimitätskonzept nicht außerdem mit einem befremdlichen Voice-over abschwächen, in dem Eva Green philosophische Plattitüden zu recht profan montierten Bildern der (Dritten) Welt predigt, hätte er sich als einer der interessantesten Science-Fiction-Beiträge der letzten Jahre mühelos gegen seine ideellen Quasi-Vorgänger CHILDREN OF MEN und DIE STADT DER BLINDEN (
) behaupten können. Sehenswert ist PERFECT SENSE (
) aber dennoch – wann inszeniert schon mal jemand das Ende der Menschheit als gedankenvolle Liebesgeschichte?"
Regisseur David Mackenzie wäre laut Nicole Ribbecke "inkonsequent in der Darstellung dieses stillen Protests des Weitermachens, gäbe es am Ende einen katharsisgleichen Erlösungsmoment. Schonungslos verbleibt der Film in einem Augenblick der Bewegung, bevor das Bild von der Leinwand verschwindet. Es ist eine Bewegung aufeinander zu, auch wenn so vieles verloren scheint. PERFECT SENSE (
) ist ein leiser Film am Rande der genretreuen Panikdramaturgie, keine Sonne also. Aber doch etwas, woran wir uns wärmen können."
Marcus Wessel ist durchaus angetan. "Dabei spart David MacKenzie das Dunkle und Abseitige einer solchen als Allegorie zu verstehenden Zukunftsvision keineswegs aus. Wenn alle Ordnung zerfällt, mag die Decke der Zivilisation nur allzu schnell reißen. Und doch ist PERFECT SENSE (
) ein Film, der Mut macht, Hoffnung schenkt und ganz selbstbewusst zu seinen sentimentalen Anflügen steht. Es ist eine wunderbare Liebesgeschichte wider den Zeitgeist, wider Gleichmut und Zynismus und damit auch eine späte Bereicherung für das Kinojahr 2011."
Frank-Michael Helmke lobt die beiden Hauptdarsteller. Sie beeindrucken "durch ein enormes emotionales Spektrum, in dass sich Ewan McGregor und Eva Green mit bewundernswerter Konsequenz hineinstürzen. Trotzdem versagt PERFECT SENSE (
) letztlich aufgrund seiner eigenen, viel zu überhöhten Ansprüche: Ein Film, der ganz unbedingt ganz fundamentale Dinge vermitteln will, aber genau deswegen am Ende nur gekünstelt und gewollt bedeutungsschwanger wirkt."
PERFECT SENSE - Offizielle Facebook-Seite (englisch)
PERFECT SENSE - imdb.com
PERFECT SENSE - moviepilot.de