Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

MEIN KAMPF

MEIN KAMPF

Regie Urs Odermatt
Kinostart 03.03.2011

Kritiken • MEIN KAMPF

21. Januar 2011 | MEIN KAMPF • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Beim Balancieren zwischen Realismus und Farce bleibt die Komik auf der Strecke, findet Sonja M. Schultz. "MEIN KAMPF (MEIN KAMPF Trailer) traut sich nicht so recht ins Absurde, ins Surreale oder Anarchische. Stattdessen stellte die Produktion Tom Schilling einen Hitler-Sprachcoach und einen Hypnosecoach zur Verfügung, drehte an Wiener Originalschauplätzen und montierte zu guter Letzt noch NS-Propagandamaterial in den Abspann. Vielleicht sollte so das berühmte Lachen entstehen, das einem "im Halse steckenbleibt"? Aber dafür müssten die Pointen zunächst einmal sitzen. Und Mein Kampf fehlt durchweg das Timing für Taboris trockene Absurditäten, die für sich genommen eigentlich komisch sind: "Die Juden und die Radfahrer sind an allem schuld." – "Warum die Radfahrer?""

03. März 2011 | MEIN KAMPF • Kritik • Berliner Zeitung

Anke Westphal ist enttäuscht: MEIN KAMPF (MEIN KAMPF Trailer) will ein Psychogramm sein, man erfährt aber nichts Neues über Hitler. Der Film verliert "immer dann an Kraft, wenn er das Monströse des späten Diktators aufscheinen lassen will und dabei an jene Hitler-Bilder anschließt, die längst zum Arsenal der Aufklärungsroutine gehören. Erst sieht man Hitler mit Gretchen bei einer Aufführung von Wagners "Rienzi" in der Oper, wie er fanatisch mitdeklamiert. Bald darauf trägt das Mädchen die Uniform des BDM. Das ist auf unproduktive Art schulunterrichtstauglich. Denn warum sollte man einen Faschismus fürchten, der so gut handhabbar ist?"

03. März 2011 | MEIN KAMPF • Kritik • Die Tageszeitung

Der Film hätte laut Thomas Groh noch gut mehr von dem blühenden Irrsinn vertragen können. "So erliegt er phasenweise den Verführungen der Küchenpsychologie und trägt die Bilderschmiere mitunter zu stark auf: Einmal zeichnet Hitler mit schnellen Bleistiftstrichen Eisenbahnschienen in Renaissanceperspektive, die zum Fluchtpunkt des Bildes führen. An diesem baut sich eine Festung auf - natürlich, die übliche Ikonografie des Konzentrationslagers. Ein warnendes Zeichen, welches Unheil in dem Jungen schlummert, gerade so, als hätte der historische Hitler die Schoah ganz im Alleingang durchgeführt."

03. März 2011 | MEIN KAMPF • Kritik • Der Tagesspiegel

Jan Schulz-Ojala hat nochmal die Vorlage gelesen. "Wie dieser Text schon beim Lesen leuchtet, komisch, grob, wortsportlüstern, feierlich und das Feierliche gleich wieder veralbernd – verglichen mit Odermatts fadem Film, der sich seltsam stolz darauf beruft, das Tabori-Original exakt zur Hälfte verwendet zu haben. Nur: Hier hört man rein gar nichts, im Großschauspieler-Salbadern des Götz George, der den Herzl gibt, und im Falsettieren des Tom Schilling, der sich als Hitlerchen müht, ganz doll dämonisch zu sein."

03. März 2011 | MEIN KAMPF • Kritik • Die Zeit

Die Verfilmung basiert laut Jörn Seidel auf einem großen Missverständnis. "Der Authentizitätsanspruch suggeriert unmissverständlich, dass hier mehr als eine Farce zu sehen sei, nämlich ein realistisches Stück Zeitgeschichte. Das ist es, womit man Zuschauer anlockt. ... Tabori interessiert dagegen eher der Umgang mit dem Holocaust. Das funktioniert, weil in seinem Stück der Witz nicht ein schmückendes Beiwerk ist, sondern der Kern des Kunstgriffs. Urs Odermatt ist als Folge seines Authentizitätsstreben der Witz der Vorlage abhanden gekommen."

03. März 2011 | MEIN KAMPF • Kritik • telepolis

Einen verwursteten Kostümschinken sah Rüdiger Suchsland. "So verfällt "Mein Kampf" den bekannten Schwächen der Bilderzählungen des Nationalsozialismus und des Historienkinos des letzten Vierteljahrhunderts: Die braungraue Palette, Schauspieler die bis zur absurden Wiedererkennbarkeit zurecht geschminkt und maskiert sind, die Posen historischer Figuren chargieren - Tom Schilling als Hitler, im bekannten Tonfall, aber "jugendlich", Götz George zugleich "jiddelnd" und bramarbassierend im tiefen gurgelnden Ufa-Ton der Großschauspielerpose - so trivialisiert der Film die historische Figur Hitlers und ist damit missglückten Werken wie DER UNTERGANG viel näher, als ihm lieb sein kann."

03. März 2011 | MEIN KAMPF • Kritik • kultiversum.de

Taboris Geniestreich deutete laut Oliver Heilwagen "all die Phrasen, fixen Ideen und Schweinigeleien an, die eine verkrachte Existenz zum größten Mörder aller Zeiten machten: Im Schlafsaal, umringt von jüdischen Bettnachbarn, wurde die Erbärmlichkeit diese Figur zur Kenntlichkeit entstellt. Bei Urs Odermatt bleibt nur ein Würstchen übrig, das Auschwitz in den Skizzenblock zeichnet und seinen Freund zum Lampenschirm verarbeiten will. Als Schlomo glänzt Götz George, der ungläubig registriert, dass er ein Monster heranzüchtet. Die anderen Mitwirkenden, vor allem Tom Schilling in der Hauptrolle, sind Pappkameraden aus dem Antifa-Handbuch – und genau so witzlos."

02. Januar 2011 | MEIN KAMPF • Kritik • programmkino.de

Michael Meyns stellt fest: "MEIN KAMPF (MEIN KAMPF Trailer) reiht sich in die Reihe derer ein, denen ihre Unentschlossenheit zum Verhängnis wird. Denn letztlich wird hier weder eine realistische Darstellung des jungen Hitlers auf den Weg zum Massenmörder gezeigt, noch die von Tabori intendierte Farce, die durch ihre groteske Überzeichnung die Strukturen des Faschismus entlarvt. Der "Hitler-Film" bleibt im deutschen Kino ein zwar beliebtes, aber aus vielerlei Gründen schwieriges Terrain voller Tretminen und Fallstricken, denen auszuweichen nur den wenigsten Regisseuren gelingt."

01. Januar 2011 | MEIN KAMPF • Kritik • Mein Kampf

Überblick zum Film auf moviepilot.de

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,56758