| Regie | Leander Haußmann |
| Kinostart | 27.10.2011 |
HOTEL LUX (
) ist laut Markus Hauschild kein DER SCHUH DES MANITU im dritten Reich erwartet oder eine Kopie der Helge Schneider Hitler-Parodie MEIN FÜHRER, "denn der Humor liegt fernab des Slapsticks, sondern versucht, die historischen Absurditäten aufzuzeigen. Noch weiter von Bullys üblichem Terrain entfernt sich HOTEL LUX (
) jedoch in seinen vielen ernsteren Momenten. Ohne zimperlich zu sein, zeigt Haußmann die verwerflichen Taten der Nazis und Stalinisten. Diese stete Bedrohung macht HOTEL LUX (
) sehr spannend und hebt den Film von den meisten Komödien ab. Genau an dieser Stelle zeigt Herbig, dass er auch anders kann und so sehen wir ihn in der Rolle eines erfolgreichen Komikers und Frauenverführers, der durch ein Missverständnis in Lebensgefahr gerät – schon allein deswegen ist der Film einen Blick wert."
"Die größte Überraschung des Films aber ist Bully Herbig, der hier als Hans Zeisig eine ganz neue Seite zeigt", freut sich Thorsten Funke. "Michael Herbig, der als Regisseur und Darsteller die erfolgreichsten deutschen Lustspiele der vergangenen Jahre zu verantworten hat, gibt unter der Regie von Leander Haußmann diesen von den Zeitläuften geplagten Mann so, wie es sich für eine Tragikomödie geziemt. Mal lustig, mal ernst. Aber nie schenkelklopfend. Das ist für die Fangemeinde dieses außergewöhnlich vielseitigen Komikers möglicherweise schwer zu schlucken."
Diesen Irrsinn macht Michael Herbigs fein dosierter Witz erträglich, schreibt Oliver Heilwagen. Er "mit dem Entsetzlichen seine Späße treiben, weil sie in diesem Tollhaus nicht weiter auffallen – ohne bei seiner Gratwanderung ins Geschmacklose abzurutschen. Natürlich ist ein Komiker, der sich als Hitlers Sterndeuter ausgibt und den deutsch-russischen Nichtangriffs-Vertrag von 1939 einfädelt, völlig absurd. Aber war das nicht ebenso der ganze stalinistische Terror?"
José García ist enttäuscht. "Verglichen mit den Genreklassikern wie Charles Chaplins DER GROSSE DIKTATOR oder Ernst Lubitschs Sein oder Nichtsein wirkt HOTEL LUX (
) behäbig, so dass die Situationskomik meistens verpufft. Zu diesem unausgegorenen Gesamteindruck trägt ebenfalls die aufgesetzt wirkende Liebesgeschichte bei, weshalb Leander Haußmanns Film über weite Strecken eher zur Kostüm-Komödie verkommt."
Peter Claus lobt die Darsteller: Michael Herbig "ist durchweg exzellent, auch die Niederländerin Thekla Reuten als Widerstandskämpferin, Jürgen Vogel und -x Nebendarsteller, wie Sebastian Blomberg in der Szene auf dem Dach, zeigen eine großartige Präsenz und erschaffen Momente, die überzeugen. Doch diese Momente wurden von Drehbuch und Regie nicht zu einer wirklichen Komödie zusammengefügt, nicht mal zu einer Klamotte. Aller äußerer Aufwand hilft nichts: die Geschichte ist dünn und trägt nicht."
Christian Buß sah ein höchst unterhaltsames Horrorkabinett des Sozialismus. "Tanz den Adolf Hitler: Faschismus als Lachnummer. Die erste Viertelstunde von HOTEL LUX (
) ist ein grandioses Schmierenkomödianten-Doppel, das ironisch die unterschiedlichen und doch immer ziemlich ähnlichen Verballhornungen Hitlers mitreflektiert: Selbst die Nazis in diesem Film schlagen sich anfänglich noch auf die Schenkel, wenn Siggi Meyer mit Stechschritt und Stechscheitel den Ober-Nazi gibt."
Anke Westphal hat sich nicht überzeugen lassen. Wo Michael Herbig "sich als Zeisig schon fast würdevoll durch die Szenerie bewegt, reiht Leander Haußmann nun in gewohnter Weise Nummern à la Revue aneinander. ... Das alles ist sicher Geschmackssache. Interessant ist indes eine Verwechslungsfarce: Aufgrund seines falschen Passes wird Hans Zeisig irrtümlich für Hitlers Astrologen gehalten, der heimlich Stalin beraten soll. Wie sich der unglückliche Held da windet, was für eine Spirale an Täuschungen seine Lüge auslöst, das ist fesselnd."
"HOTEL LUX (
) ist ein etwas dahinplätschernder Film, der aber mit tollen Schauspielern aufwartet und den einen oder anderen guten Witz bringt. Ihn als Komödie zu bezeichnen, wäre aber sicherlich falsch und würde falsche Erwartungen und vielleicht auch Enttäuschungen mit sich bringen. Wer aber "Bully" mal in einer ernsthafteren Rolle sehen will, sollte sich HOTEL LUX (
) nicht entgehen lassen."