| Regie | David Yates |
| Kinostart | 14.07.2011 |
Den Wissenden bietet das Finale keinen grandiosen, aber doch würdigen Abschluss der Geschichte - meint Rochus Wolff - der "der literarischen Vorlage einigermaßen treu bleibt und dann doch versucht, alles an filmischem Zauber herauszuholen, was nur möglich ist. Die Kampfszenen freilich, so atemberaubend sie auch sein mögen, geraten David Yates nicht zum reinen Actionspektakel, sondern tragen immer den bitteren Geschmack des Mordens in sich; und indem er Hogwarts unter dem neuen Direktor Snape wie eine Militärakademie inszeniert, samt im Gleichschritt marschierender Schüler, lässt er noch einmal bildhaft werden, gegen was Harry und seine Verbündeten all die Jahre gekämpft haben."
"Grundsätzlich erzählt die Harry Potter-Reihe weniger vom epischen Kampf zwischen Gut und Böse, als vielmehr von ein paar Leuten, die Entscheidungen treffen und mit deren Folgen leben müssen. HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES 2 (
) befriedigt deswegen nach all den Jahren voller übersteigerter Erwartungen als Film. Der weist ein paar allein gelassene Jungs, die zu Doppelagenten, Auserwählten und Tyrannen heranwachsen, mehr Bedeutung zu, als der Tatsache, dass ein ungemein erfolgreiches Franchise endet."
Simon Born sah einen stimmungsvollen Abschluss der Filmreihe. "Neben den wieder einmal visuell eindrucksvollen Effektsequenzen, die zwar sinnvoll in die Handlung eingebettet, jedoch ohne 3D-Verschnörkelung ausgekommen wären, überzeugt HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES 2 (
) wieder einmal durch seinen herausragenden Cast. Zu erwähnen sind vor allem die bösen Typen, von denen jeder für sich noch einmal eine entgegengesetzte, menschliche Seite zeigt."
Mit diesem Ende werden laut Sebastian Moitzheim allerlei Fantasy-Epigonen, aber auch viele der Comic- und Actionhelden der vergangenen zehn Jahre deklassiert. Die Fans dürften "beim Epilog, der im Buch wie unnötiger Ballast wirkte, hier aber deutlich besser funktioniert, die ein oder andere Träne verdrücken: Der Epilog baut die Brücke zur nächsten Generation von Zauberlehrlingen und spätestens, wenn noch einmal leise das bekannte Hauptthema erklingt, kommt ein Bisschen Wehmut auf - aber auch Zufriedenheit, denn das Ende ist, trotz aller Schwächen, die der Film hat, ein würdiger Abschied von einer lebendigen Fantasywelt, von beeindruckenden Charakteren und von einem besonderen Filmfranchise."
Technisch bietet der letzte HARRY POTTER-Film erneut den neuesten Stand der Spezialeffekte, lobt José García. "Nicht nur das apokalyptische Produktionsdesign von Stuart Craig, Eduardo Serras Kameraführung und die Filmmusik von Alexandre Desplat, die zwar immer wieder John Williams’ ursprüngliche Komposition aufgreift, aber einen eindeutig düsteren Charakter annimmt, lassen indes immer mehr an Tolkiens "Der Herr der Ringe" denken. Autorin J.K. Rowling hatte eine ungewohnte, eigenwillige Metapher dafür geschaffen, dass die Überwindung des Bösen nicht bloß in der Auseinandersetzung mit den äußeren Feinden, sondern letztlich gegen die bösen Neigungen im Innern des Helden selbst besteht."
Dorian Waller fühlte sich durch die "Mischung aus Action, mildem Pathos und zwei verschämten Küssen" wunderbar unterhalten. Besonders die Actionszenen werden hervorgehoben, die den letzten Teil der Harry Potter-Saga zu etwas ganz Besonderem machen würden. Es geht ans Eingemachte und damit ist dies ein nahtloser Anschluß an die Vorgänger-Filme und ein gelungenes Finale.
Christoph Huber verweist auf die ästhetischen und finanziellen Defizite des 3D-Verfahrens beim letzten Harry Potter-Film.
Regisseur David Yates hat ein fulminates Finale gelungen, wie Thomas Kramar schreibt, der die Vereinigung von "Bombast und Rührung" besonders lobt. Die letzte Schlacht um Hogwarts wird in einer gigantischen Materialschlacht geschlagen.
Anke Westphal freut sich, dass es endlich ein Ende hat, lobt aber auch das würdevolle Finale und besonders den Regisseur David Yates. Sein Werk sei "zwar ungemein pathosbeladener", aber auch ein "würdiger, spannender, effektvoller und sogar schöner Abschluss der Potter-Saga im Kino". Dem Filmemacher gelingt es, atemloses Action-Kino zu inszenieren, "aber auch Kammerspiel mit theatraler Anmutung; in jeder Beziehung aber bietet er spektakuläres Ausstattungskino".
"Am Ende steht – Entzauberung.", meint Christina Tillmann. Viele Elemente aus dem Horrorbereich der Special Effect-Abteilung sind zwar zu sehen, die haben aber nichts wirklich Besonderes und sind austauschbar. "Von Magie ist nicht mehr viel zu spüren, auch nicht von dem zauberhaften Humor, der Joanne Rowling zu Beginn ausgezeichnet hat." Schauspielerische Glanzpunkte vermisst die Kritikerin ebenso, nur Emma Watson und Helena Bonham Carter können hier einmal punkten.
"HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES 2 (
) bietet durchwegs gute Unterhaltung, macht bei den Actionsequenzen riesigen Spass und zeigt Bilder, die man sich am liebsten rahmen und an die Wand hängen möchte. Trotzdem, nach all Erwartungen und der Kenntnis des Buchs hätte man ein noch grösseres Spektakel erwarten dürfen. So ist's ein guter und dramatischer Abschluss geworden, der sicherlich zu den besseren Filmen der Serie gehört."
"Drehbuchautor Steve Kloves, der mit Ausnahme von HARRY POTTER UND DER ORDEN DES PHÖNIX (
) die Drehbücher für alle Folgen geschrieben hat, fand wieder eine klare und logische Struktur für die turbulenten Kapitel und die aufgewühlten Emotionen. Durch die straffe Inszenierung erweist sich HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES 2 (
)» mit offiziell 130 Minuten sogar als die kürzeste Episode. Formal schliesst der Film mit gewohnt eindrücklichen visuellen Effekten, opulenter Ausstattung und rascher Schnittfolge direkt an die vorherige Folge an."
Mit dem letzten Film aus der HARRY POTTER-Serie endet eine Ära, die eine ganze Generation junger Menschen über Jahre in ihren Bann zog. Eine Generation, die gemeinsam mit Harry Potter erwachsen wurde. Erich Kocina und Doris Kraus schauen auf diese Generation.
Carsten Volkery war in London bei der Premiere von HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES 2 (
). Hier endet nicht bloß eine Filmreihe, sondern eine Ära, meint er.
"Das Spiel mit Ideen, mit den Charakteren, mit der ganzen Bandbreite visueller Zitate, die der Stoff vorgibt, wird hier zu einem abgerundeten Kinoerlebnis, bei dem trotz der gewalttätigen Geschichte weitgehend auf die Darstellung von roher Gewalt verzichtet wird und eindrucksvolle Bilder über die Momente des Erschreckens hinweg helfen."
Sie sind die Schurken im Harry Potter-Universum: Ein Gespräch mit Ralph Fiennes (Lord Voldemort), Tom Felton (Draco Malfoy) und Jason Isaacs (Lucius Malfoy) führt Peter Beddies über den finalen Showdown im letzten Harry Potter-Film.
Ereignisreich nennt Gebhard Hölzl das Harry Potter-Finale. Er hebt besonders die Darsteller hervor. "Die schauspielerischen Akzente setzen derweilen Ralph Fiennes als sinister nuschelnder Oberschurke Voldemort und Alan Rickman als Lehrer Snape - er deklamiert seine Zeilen, dass selbst Shakespeare hingerissen wäre. Zusammengehalten wird der Film von Alexandre Desplats Ausnahme-Filmmusik, die immer den richtigen Ton trifft, mal dramatisch aufbraust, dann Seelenschwere ausdrückt und manchmal ins Romantische abdriftet."
Mit letzten Teil der Harry Potter-Saga findet eine Dekade Fantasy-Begeisterung nun ihr Ende. Christina Tillmann beschreibt ihre Eindrücke.
HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES 2 - Offizielle Website
HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES 2 - imdb.com
HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES 2 - moviepilot.de