| Regie | Philip Seymour Hoffman |
| Kinostart | 24.02.2011 |
In seinem tragikomischen Debütfilm JACK IN LOVE (
) über Einsamkeit und Liebe eines New Yorker Limousinenfahrers überzeugt der Schauspieler Philip Seymour Hoffman vor allem durch seine Leistungen vor der Kamera, schreibt Almut Steinlein. "Trotz seines offensichtlichen Independent-Looks ist der Film ästhetisch das, was sein Protagonist im Leben ist: ein Exemplar der Vorsicht und Behutsamkeit. Lediglich in einer kurzen Sequenz im Schwimmbad findet Hoffman ein Bild für den Lebensschmerz seiner Figuren im verstörenden Anblick eines anderen Badegastes. Überhaupt gehören die Szenen im Schwimmbad zu den besten des Films. Ansonsten bleibt eine narkotisiert wirkende statische Kamera an der Oberfläche der doch ständig evozierten Einsamkeit und überlässt das Gros der Effekte den Leistungen der Schauspieler."
Ciprian David stellt fest: "Die konsequente Naivität des werdenden Paares wechselt so langsam von Komik zur Tragik, ihr Glück kann nur noch stellenweise nachempfunden werden. Die glücklichsten Momente bleiben die geträumten, in welchen Jack sich gedanklich ganz genau ausmalt, wie er für Connie kocht, in welchen er in seinem Tun die Perfektion erreicht. Und ob sie am Ende doch als idyllisches Paar institutionalisiert werden, indem sie gemeinsam Boot fahren, bleibt unerheblich, solange die gedankliche Bootsfahrt ein Erfolg war."
Wolfgang Nierlin resümmiert: "Es sind zwei schrullige Außenseiterfiguren, die in Hoffmans Adaption des Off-Broadway-Theaterstücks JACK IN LOVE (
) von Bob Glaudini langsam, aber sicher zueinander finden. Die Behutsamkeit ihrer Annäherung sowie die vorsichtige Zärtlichkeit ihrer Begegnung korrespondieren dabei mit der entspannten Dramatik und dem lakonischen Tonfall von Philip Seymour Hoffmans Inszenierungsstil. Immer wieder dehnt der schauspielernde Regisseur die relativ statische Grundkonstellation seiner Liebesgeschichte durch die beredte Stille zwischen den Sätzen einer ziemlich stockenden Kommunikation."
"Philip Seymour Hoffmans Regiedebüt ist ehrliches Indie-Kino, das zutiefst menschlich aber auch zutiefst banal ist. Der Indie-Fürst versucht sich hier als amerikanischer Mike Leigh und zeigt zerbrechliche Menschen, die vielleicht nicht jede Situation souverän überstehen, die nicht druckreif sprechen, die nicht perfekt aussehen oder ein aufregendes Dasein führen und die ihr tristes Leben dennoch meistern."
Überblick zum Film auf moviepilot.de
Philip Seymour Hoffman inszeniert laut Peter Travers "so wie er spielt: mit einem scharfen Auge für die kleinen Details, die zu der Seele einer Figur durchdringen. Das ist die perfekte Herangehensweise an diese zärtlich lustige und berührende Liebesgeschichte."
Tasha Robinson sah mit JACK IN LOVE (
) eine "zärtliche Geschichte, die die Zuschauer allerdings nicht die Emotionen spüren lässt, sondern nur sorgfältig beobachtet ist."