| Regie | Sophie Heldman |
| Kinostart | 13.01.2011 |
Zugegeben - schreibt Dennis M Stamm - "die Themen Krebs und Tod sind keine leichte Kost. Allzu schnell drohen sie auf dem schmalen Grad zwischen Kitsch und Verklärung mal in die ein oder andere Richtung abzurutschen und hinterlassen dabei einen schalen Geschmack von Pseudo-Betroffenheit. Diesen Geschmack hinterlässt SATTE FARBEN VOR SCHWARZ (
) zum Glück nicht. Der Film bleibt bei der Beschreibung. Das mag man als positive Eigenschaft des Films bezeichnen, wären da nicht diese Schlenker, mit denen allzu offensichtlich wird, dass man sich hier nicht auf diese Gratwanderung einlassen wollte und lieber den Weg der Auslassung ging."
Michael Fleig sah mit SATTE FARBEN VOR SCHWARZ (
) einen unspektakuläreren, aber sehr eindrucksvollen Beitrag zum "Seniorenkino". "Die Regisseurin setzt erfolgreich auf die sachte Vermittlung von Emotionen. Neben der inszenatorischen Reduktion auf das Wesentliche liegt die Stärke von SATTE FARBEN VOR SCHWARZ (
) auch in der Zurückhaltung, mit der er sich dem verhandelten Themenkomplex nähert. Dem Zuschauer bleibt stets genügend Raum zur eigenen Reflexion. Sophie Heldman ist damit in ihrem Debüt eine würdevolle Auseinandersetzung mit heiklen Themen gelungen, die keineswegs nur höhere Altersklassen anspricht."
Peter Claus stellt fest: "Das ist nichts für Actionfans, auch nichts für Leute, die jede Nuance erklärt haben, jeden Konflikt gelöst haben müssen. Sie dürften sich in den langen Einstellungen und den vielen Großaufnahmen der Gesichter rettungslos verlieren. Erst recht dann im Ende der Geschichte, so wie der Film es aufblättert: Hier beweisen die Filmemacher einen verblüffenden Mut zur Irritation. Anspruchsvolle Kinobesucher, die in der Kunst immer auch eine anregende Reflexion der Wirklichkeit suchen, wird das beglücken."
Eva Tüttelmann schreibt: "Das, was die Kamera einfängt, was in Senta Bergers und Bruno Ganz’ Gesichtern abzulesen ist, ist völlig ausreichend, um dieser feingliedrigen Geschichte Sinn und Form zu geben. Die Zeit bis zur nächsten Schwarzblende ist kurzweilig, auch deshalb, weil man sich einfach freut, daß sich da eine junge deutsche Filmemacherin auf das verläßt, was dem filmischen Medium inhärent ist: das bewegte Bild. Kein Voice-over, kein Dialogsumpf, sondern unsterbliche Bilder für eine unsterbliche Liebe. Chapeau!"
Die beiden Protagonisten in Sophie Heldmans Debütfilm SATTE FARBEN VOR SCHWARZ (
) sind laut Wolfgang Nierlin "Gefangene ihres geordneten Wohlstands. Das erzählen zumindest die vielen genau komponierten Bilder der dffb-Absolventin und ihrer Kamerafrau Christine A. Maier, deren Bildgestaltung die Figuren immer wieder rahmt und isoliert, sie durch Wände trennt, an den Bildrand drängt oder durch Fensterscheiben distanziert. Zugleich sind diese Bilder Ausdruck einer Sprachlosigkeit und eines Schweigens, das sich zwischen das miteinander vertraute Paar geschoben hat."
Überblick zum Film auf moviepilot.de
Sophie Heldman kann mit Hilfe "einer wirklich ausserordentlichen Geschichte und einem Thema, welches eigentlich tiefe Emotionen schüren könnte - gerade in Anbetracht dessen, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt - nicht punkten. Vermutlich hätte aus SATTE FARBEN VOR SCHWARZ (
) ein grosser Film entstehen können, wenn sich die Regisseurin noch ein paar Jahre Praxis und filmische Erfahrung gegönnt hätte. Ein Sternchen gibt es als Erstlingsbonus, eines für die eigentlich wirklich gute, tiefgründige Story, die zum Nachdenken anregen könnte, und eines erhält Bruno Ganz, der rettet, was noch zu retten ist."