| Regie | Brad Furman |
| Kinostart | 23.06.2011 |
Thorsten Funke sah mit DER MANDANT (
) einen spannenden Gerichtskrimi, der vor allem durch seine Schauspieler besticht. Die eigentliche Krimihandlung ist "eine Art Kolportage, dafür führt sie aber mitten hinein in eine schöne Film-noir-Welt. Darin gibt es alles, was das Genre braucht: Scharfe und schnelle Wortwechsel, eine irgendwie desillusionierte, aber auch toughe Hauptfigur und undurchsichtige, mächtige Menschen aus der Oberschicht. Zu Letzteren gehört Ryan Phillippe als Spross einer unfassbar reichen Familie, der wegen Vergewaltigung und versuchtem Mord angeklagt wird."
Markus Hauschild verzeiht dem Film einige Schwächen. "Die Story wird überraschungsarm, aber dennoch spannend erzählt. Leider kann das Finale nicht das halten, was vorher versprochen wurde und kommt viel zu kurz daher. Die mangelnde Kraft des Höhepunktes ist größtenteils der zu knappen Darstellung der Beziehung zwischen Louis und seiner Mutter verschuldet, auf die man eindeutig mehr hätte eingehen müssen. Scheinbar hatte man bedenken, dass zu viele Szenen ohne die charismatische Figur von Matthew McConaughey gelangweilt hätten, was der Klimax von DER MANDANT (
) jedoch zu Gute gekommen wäre."
Peter Claus lobt die Darsteller. "Matthew McConaughey überzeugt als Mickey Haller von A bis Z. Moral oder Gerechtigkeit kennt ein Kerl, wie der, nicht. Der Darsteller bringt das rüber, ohne die Figur zu denunzieren. Mickey ist, wie er ist, nicht weil ein besonders übler Mensch, sondern weil er in der Gesellschaft, in der er lebt, auf der Gewinnerseite stehen will. Neben ihm setzt Ryan Phillippe die entscheidenden schauspielerischen Akzente."
Dennis Sasse will DER MANDANT (
) "nicht zu sehr loben. Es ist ein herkömmlicher 'Anwalt klärt Fall auf'-Film, der aber gerade durch seine unerwartete Vielschichtigkeit, die Tiefe der Geschichte – man verdanke es John Romano, der den Roman zu einem ansehnlichen Drehbuch umgearbeitet hat – und nicht zuletzt durch Matthew McConaughey zu überraschen weiß. Hoffentlich hat dieser Gefallen an seiner Rolle gefunden und ist in Zukunft nicht mehr in zweitklassigen Abenteuer- oder Liebeskomödien zu sehen."
Dass DER MANDANT (
) laut Benjamin Hahn "so überzeugend funktioniert, Spaß macht und spannend ist, verdankt er vor allem seinem Hauptdarsteller Matthew McConaughey, der seinen Anwalts zwar einerseits als äußerst cool und raffiniert darstellt (und damit manchmal Erinnerungen an Christian Bale in AMERICAN PSYCHO weckt), andererseits aber auch glaubhaft vermitteln kann, dass ein moralisches Dilemma tatsächlich an ihm nagen und ihn zu Höchstleistungen anspornen kann. Der übrige Cast, Ryan Phillipe als Louis Roulet und Marisa Tomei als Hallers Ex-Frau, macht seine Sache ebenfalls gut, wenn auch gegen Matthew McConaughey ein wenig verblassend."
"DER MANDANT (
) ist ein packender Film geworden, der perfekt auf Matthew McConaughey zugeschnitten ist. Dieser weiss dies mit einer seiner besten Leistungen zu würdigen. Auch dank ihm unterhält der Film zwei Stunden lang bestens. So muss ein Justizthriller sein: interessant, spannend und dank einem grandiosen Schauspielerensemble zu keiner Sekunde langweilig. Und da Autor Connelly noch mehr Bücher um den Anwalt Mick Haller geschrieben hat, wünscht man sich hier ausnahmsweise sogar einen weiteren Teil."
DER MANDANT (
) ist ein solides Justizdrama, das dank seinen gut aufgelegten Darstellern und der stimmingsvollen Inszenierung über eine gute Atmosphäre verfügt und auch recht kurzweilig geraten ist. Die Story hingegen ist etwas mau und verspricht zu Beginn mehr Spannung, als schlussendlich geboten wird, weswegen das Drehbuch für Genrefans auch kaum Überraschungen bereithalten dürfte. Insgesamt betrachtet überwiegen die positiven Aspekte aber spürbar, sodass DER MANDANT (
) ein durchaus empfehlenswertes und kurzweiliges Justizdrama ist. Fans des Genres werden ihren Spaß haben."
Überblick zum Film auf moviepilot.de
"Matthew McConaughey spielt mit sehr viel Charme, aber eben auch mit einer gehörigen Portion Dreistigkeit." - Die Welt
"Es sind hier gerade keine großen Verschwörungen, sondern die kleinen Dinge, die Eindruck machen." - Berliner Zeitung
"'Dunkel' ist hier nur noch eine Metapher für das Innere von Seelen und Köpfen." - Die Taz
"Vertrackt, unterhaltsam – und ein bisschen konventionell." - Der Tagesspiegel