| Regie | Simon West |
| Kinostart | 07.04.2011 |
Remakes haben ein Anrecht darauf, als individuelle Filme gesehen und bewertet zu werden, meint Markus Hauschild. "Bei THE MECHANIC (
) jedoch kommt man nicht um einen Vergleich mit dem Original herum, da der Thriller viele Aspekte seines Vorgängers einfach übernommen hat, obwohl diese gar keinen Sinn mehr machen. Es scheint so, als hätte man nur Änderungen vorgenommen, um zahlreiche Action-Sequenzen und eine sympathische Hauptfigur einbauen zu können, was beides im Zusammenhang mit der Ausgangskonstellation absolut widersprüchlich ist."
Alexandra Horn bilanziert: Den Auftrag "die besten Aspekte des alten Drehbuchs beizubehalten und mit viel Action aufzumotzen, erfüllt der Regisseur routiniert. Er inszeniert das Spektakel aus Gewalt, Geschwindigkeit und Körperkult elegant, ohne den Figurenkonflikt aus den Augen zu verlieren. Kurzauftritte des leicht bekleideten Ex-Models Mini Aden steigern den Schauwert des Films, wobei die clipartig geschnittenen Sexszenen einem anstrengenden Workout gleichen, nach dem Jason Statham immerhin mal sein Sixpack präsentieren darf, das sonst unter dem schwarzen Pulli verborgen bleibt."
Philipp Bühler vergleicht THE MECHANIC (
) mit dem gleichnamigen Original, in dem seinerzeit Charles Bronson die Hauptrolle spielte. "Stathams Charme als Action-Mann liegt ja gerade in seiner Berechenbarkeit. Man weiß, was man bekommt. Das verbindet ihn, bei allen Unterschieden, mit Bronson. Als zynisch und gewaltverherrlichend wurden dessen Filme immer wieder gegeißelt, was man auch über Statham sagen könnte. Doch was schon bei Bronson gebrochen war durch das existenziell Kaputte seiner Erscheinung, pulverisiert Statham mit Hilfe von Selbstironie. Normalerweise. In THE MECHANIC (
) fehlt davon nämlich jede Spur."
Lukas Foerster vergleicht Jason Statham mit den Actionstars der 80er und 90er Jahre. "Jason Statham ist die kompakte, ökonomische Präzisionsmaschine unter den Actionstars der Gegenwart. Bis hin zur schütteren Kurzhaarfrisur ist er das exakte Gegenstück zur exzessiven Körperlichkeit Schwarzeneggers oder Lundgrens, jede Bewegung, jedes Wort scheint einem naheliegenden Zweck direkt untergeordnet."
THE MECHANIC (
) hantelt sich "von einer überdrehten Schießerei in die nächste, ohne Experimente, bis irgendwann der Vorhang fällt und einer der beiden Protagonisten das letzte Wort behält. Schade, ein paar Alleinstellungsmerkmale oder zumindest ein bisschen Humor hätten diesem Film richtig gut tun können. So bleibt er ein für 2011 zwar technisch getunter, aber trotzdem hoffnungslos überflüssiger, im schlechtesten Wortsinne altmodischer 08/15 Actionstreifen der Sorte, die wir mit 15 schon im Fernseh-Nachtprogramm gesehen haben. Es gilt auch hier: Der Griff zum Original ist weitaus ergiebiger."
Björn Lahrmann vergleicht Original und Remake. "Schnell, hart und dreckig entledigen sich Bishop und Steve diverser Drecksäcke (auch dies eine Entschärfung: waren Bronsons Opfer noch anonym, wird hier penibel Sorge getragen, dass Jason Statham nur den widerlichsten Abschaum vor die Flinte bekommt), bevor es ihnen selbst an den Kragen geht. Kein Mundwinkel wird verzogen, keine Gefangenen gemacht, dazu hat Mark Isham einen groovenden Score komponiert, der unterm breitbeinigen Metal-Riff-Einerlei elegant hindurchtaucht. THE MECHANIC (
) mag zum einen Auge rein und zum anderen wieder raus gehen, tut dies jedoch immerhin in einer schnörkellosen, pfeilgeraden Linie."
"THE MECHANIC (
) entpuppt sich als das Standard-Statham-Vehikel. Ohne grosse Spannung und auch seltsamerweise recht wenig Action wird die Ausbildung eines Killers gezeigt, der von Foster zwar glaubhaft verkörpert wird, aber er nur letztendlich sein schauspielerisches Talent vergeudet. Jason Statham muss nun aufpassen, dass er nicht weiter solche Durchschnittsware dreht. Sonst landet er anstatt auf dem Actionolymp in der Videothek zusammen mit Jean-Claude van Damme und Steven Seagal."
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