| Regie | Jonathan Liebesman |
| Kinostart | 14.04.2011 |
Thorsten Funke ist von WORLD INVASION: BATTLE LOS ANGELES (
) enttäuscht: Er versucht weder, ironisch zu sein, noch seine Alien-Geschichte zu einer Metapher zu entwickeln, noch nicht einmal zu unterhalten. "Filmisch gibt es ebenso wenig Perspektiven wie inhaltlich. Es existiert nur die halbnahe bis ganz nahe Aufnahme und die Totale. Die eine Einstellung, die den weitaus größten Teil des Films beherrscht, wackelt gehörig und soll die Energie und die Orientierungslosigkeit der Schlacht vermitteln. Irgendwo am Rand tauchen dann die Außerirdischen auf, merkwürdig gebeugte Figuren mit schlaksigen Bewegungen, wie Ziele eines Videospiels."
Ciprian David schreibt: "Die Beweihräucherung der Gruppe der Marines, die sich im Mittelpunkt des Films befinden, ist nach demselben Muster gemacht, wie der Film sonst konstruiert ist: einfach, direkt, deutlich, stilistische Inkohärenzen unbeachtet. Die Marines sind schon am Anfang des Films idealisiert und gehören vielmehr den Helden als den Menschen an. Systemisch die perfekten Instrumente zur Bekämpfung der Terrorbedrohung, steigert sich ihre Serie von Heldentaten mit vollem Ernst ins absurdum, bis hin zum Ende des Films wenn sie, die Bedrohung vorbei, ohne Frühstück und Ausruhen, zurück an die Front kehren, um den Rest zu erledigen. Gehüllt in flache Parolen und mit zu ihnen aufschauenden Kameraperspektiven portraitiert, sind sie die crème de la crème der boys with toys."
An ein Videospiel fühlte sich Stefan Höltgen erinnert. "Dass World Invasion: Battle Los Angeles (
) keineswegs langweilig wird, wenn es einem nur gelingt, von der überaus eindimensionalen Figurenkonstellation und -entwicklung abzusehen, ist allerdings einem anderen Umstand geschuldet: Der Film entwickelt sich wie der Plot eines Alien-Ego-Shooters – sagen wir einmal aus der „Resistance“-Reihe. Nach jedem erreichten Ziel gibt es Etappenerfolgspunkte zu verbuchen (hier in Form von wachsender Anerkennung für den Protagonisten bzw. die Spielfigur Nantz durch seine Truppe) – es tun sich aber sogleich weitere Schwierigkeiten auf, die den sich zunehmend ausdünnenden Trupp weiter voran treiben. Dabei sind kleinere Missionsziele (Steig auf eine erhöhte Hausruine, um von dort ein Funksignal abzusetzen, überwinde ein Level mit Trickfallen) und größere (bring die Zivilisten zum vereinbarten Evakuierungspunkt) zu erfüllen und sogar regelrechte „Boss-Gegner“ zu beseitigen."
Marco Rauch überlegt, ob er jetzt in die Armee eintreten sollte. "Was aber weit schlimmer ausfällt ist die nicht mal unterschwellige, sondern superschwellige Propaganda, die der Film darstellt. Bei World Invasion: Battle Los Angeles (
) hat man (nicht erst am Ende, sondern im Verlauf des ganzen Films) das Gefühl einen überlangen, glorreichen Werbefilm für die US Marines zu sehen. Dabei kennt die Verherrlichung keine Grenzen und wird konsequent (zumindest das muss man dem Film positiv anrechnen) bis zum Ende durchgezogen. Am Ende hat man Lust selber ein US Marine zu sein, was gleich zu setzen ist mit einem überlebensgroßen Helden."
Auch Bert Rebhandl sah einen Werbefilm für die amerikanische Armee. "Nicht zuletzt ist das ein lupenreiner Propagandafilm für die amerikanischen Marines, die hier als unbezwingbare Spezialeinheit mir ihrer ganzen Mythologie geradezu gefeiert werden: "Retreat - hell!" ("Rückzug - niemals!"), rufen sie sich zu, wenn es besonders brenzlig wird, und selbstverständlich gibt es bei einem Feind, der gerade erst mit der Auslöschung der Menschheit begonnen hat, eine Höhle des Löwen."
"Zugegeben, der Film schildert ansehnlich das Chaos des Krieges, bietet imposante Kulissen eines zerstörten Los Angeles. Dafür hat man darauf verzichtet, Figuren zu erschaffen, seien es Menschen oder Aliens, deren Schicksale den Zuschauer interessieren. Es sind pathetische Soldaten, gemeine Aliens und ein paar Explosionen, die den Film zu charakterisieren versuchen – und dabei scheitern. Es fehlt jede Form von Spannungsbogen, der zur Rettung eilende Hubschrauber, der dann doch noch in der Luft zerstört wird, war bereits bei SKYLINE (
) vorhersehbar."
"WORLD INVASION: BATTLE LOS ANGELES (
) ist ein Werbefilm für die US-Army. Da man sich jedoch nicht auf politisches Glatteis herauswagen wollte, müssen hier böse Aliens besiegt werden. Die Action stimmt aber vor allem in der zweiten Hälfte, was den Film zwar besser macht als SKYLINE (
), ihn jedoch nicht auf das Niveau und den Unterhaltungswert eines Independence Day hebt."
Dies "ist keineswegs das Desaster, als das er ausgemacht wurde. Klar, es ist ein großer, dummer Kriegsfilm, aber - und das ist der Knackpunkt - es ist ein großer, dummer Kriegsfilm, der Spaß macht. Mehr will der Film nicht sein, mehr kann er nicht, mehr muss er auch nicht. Genrefans können hier problemlos zuschlagen, und bei einem Titel wie WORLD INVASION: BATTLE LOS ANGELES (
) wird schon jeder einordnen können, ob er sich hier zum Zielpublikum zählt oder nicht. Lassen wir also gemeinsam unserem inneren Chuck Norris freien Lauf und schmeißen uns todesmutig zu den Marines. Booyah!"
Gregor Wossilus kritisiert das mangelhafte Drehbuch. "Dazu häufen sich nach der ersten halben Stunde logische Ungereimtheiten, die den Zuschauer immer wieder aus dem Film herausreißen. So wird zum Beispiel ein Außerirdischer gefangen genommen, um ihn auf die entscheidende Schwachstelle am Körper zu untersuchen. Die Marines werden fündig, aber nur, um in den folgenden Schießereien genauso wie vorher draufzuhalten. Welchen Sinn hatte diese Szene also? Beim ersten Kontakt scheinen die Panzerungen der Gegner unüberwindlich. Ab der zweiten Filmhälfte scheint das vergessen zu sein, denn jeder Schuss der Marines ist tödlich, egal, wo er trifft. Ärgerlich, wie schlampig hier das Drehbuch ist."
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