| Regie | Tom Tykwer |
| Hawa Essuman | |
| Kinostart | 02.12.2010 |
Sonja M. Schultz hätte etwas mehr erwartet. "Für ein Kinder- und Jugendpublikum ist das 60minütige Abenteuer mit dem leicht überschaubaren Plot sicher spannend und bietet zugleich einen realistischen Einblick in die Welt von Kibera, ohne zu drastisch zu werden. Erwachsene könnten sich an der Vorhersehbarkeit der Geschichte und der deutschen Synchronisation stören, denn das Sprachgemisch des Originaltons wäre interessant zu hören gewesen und hätte durch eine Untertitelung noch mehr Authentizität und vielleicht auch inhaltliche Zusammenhänge transportiert."
Oliver Heilwagen ist durchaus angetan. "Weder Elends-Drama noch klassischer Kinderfilm, sondern eine quicklebendige tour de force: Dafür sorgen vor allem die jugendlichen Hauptdarsteller, die so nuanciert agieren, wie Laien das selten gelingt. Westliche Filme über Afrika verharren oft in der Außenperspektive; Afrika bleibt Kulisse. Afrikanisches Autorenkino bedient oft die Erwartungen westlicher Geldgeber. Afrikanisches Kommerz-Kino ist für westliche Zuschauer oft unverständlich. SOUL BOY (
) gelingt das Kunststück, eine genuin afrikanische Fabel mit Streifzügen durch einen fremden Mikrokosmos zu verbinden, ohne sie zu überfrachten. In nur einer Stunde gewinnt man einen umfassenden Eindruck, wie das Leben in diesem Meer aus Wellblechhütten funktioniert."
"Tom Tykwers, Filmprojekt One Fine Day Films und Ginger Ink ist mit der Umsetzung dieses Spielfilms ein kleines Meisterwerk gelungen, das durch höchste technische Professionalität und erzählerische Sogkraft überzeugt. Nicht hoch genug kann die Schauspielerführung gelobt werden, der nie anzumerken ist, dass es sich um Laiendarsteller handelt. SOUL BOY (
) ist der beste Beweis für erfolgreichen Know-how-Transfer ohne kolonialistische Europäisierung der Ergebnisse. SOUL BOY (
) hat jede Form der Anerkennung, Wertschätzung und das höchste Prädikat in jeder Hinsicht verdient."
Hendrike Bake stellt fest: "Ästhetisch ist der magische Realismusvon SOUL BOY (
) damit meilenweit entfernt vom Special-Effects-Spektakel eines Harry Potter. Regisseurin Hawa Essuman und Drehbuchautor Billy Kahora vertrauen völlig zu Recht auf die verführerische Kraft ihrer archetypischen Geschichte, die geradlinig und flott erzählt ist und von den jugendlichen Laiendarstellern überzeugend umgesetzt wird. Gerade mal 60 Minuten dauert der außerordentlich unterhaltsame Film, der damit eine weitere ungeschriebene Regel für erfolgreiche Kinder-Kinofilme gelassen unterläuft."
Überblick zum Film auf moviepilot.de
Anne Lena Mösken berichtet von den Hintergründen der Produktion.
Datenblatt des Films.