Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

VILLA AMALIA

VILLA AMALIA

Regie Benoit Jacquot
Kinostart 25.11.2010
Genre Drama, Liebesgeschichte

Kritiken • VILLA AMALIA

03. November 2010 | VILLA AMALIA • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Wie viel Kraft das Vergessen kostet und welche Kräfte es frei setzt, danach fragt der französische Regisseur Benoit Jacquot in seiner Verfilmung VILLA AMALIA (VILLA AMALIA Trailer), meint Felix von Boehm. Der Zuschauer bangt am Ende "einen Moment lang um das Leben von Ann, wenn sie in einer Total-Einstellung als kleine Figur in ihrer VILLA AMALIA (VILLA AMALIA Trailer) verschwindet und die Kamera noch einige Augenblicke lang ihr Verschwundensein festhält. Musikalisch betrachtet gleicht dieser Moment einem Ritenuto, einem plötzlichen Innehalten. Nur die Zikaden sind an dieser Stelle noch zu hören. Der hierauf folgende Blick auf das blaue und ewige Meer verheißt nichts Gutes. Aber dies ist erst die vorletzte Einstellung des Films."

23. Dezember 2010 | VILLA AMALIA • Kritik • film-dienst

Alexandra Wach lobt die magischen Momente. "So erwächst allmählich ein vielschichtiges Psychogramm, das die fünfte Zusammenarbeit der Ausnahmemimin mit Benoit Jacquot zu einem Genuss macht. Ein weiteres Monument ihres Talents, ein mit dem Rest des Ensembles aufs Ergreifendste harmonierendes bürgerliches Seelendrama und zusätzlich auch eine kluge Reflexion über den Schauspielerberuf, der das Verpuppen und Ablegen von Persönlichkeitsfragmenten als tägliches Geschäft einfordert."

26. November 2010 | VILLA AMALIA • Kritik • Die Tageszeitung

Ekkehard Knörer ist begeistert. "Sie nimmt Reißaus, sie macht sich davon, sie geht ins Offene, fängt neu an, lebt anders, liebt anders, riskiert dabei alles. Benoit Jacquot zeigt es. Er findet für das Abrupte, den Bruch, den Abriss, den Schlag, entsprechende Formen: Auslassungen, schroffe Schnitte, der unsanfte Einsatz der Musik. Isabelle Huppert legt, was sie so gut wie kaum etwas anderes kann, nichts als Willen in ihre Blicke, ihre kurzen Sätze, die überentschlossenen Bewegungen ihres Körpers. Sie ist wild und kühl zugleich, spricht kein Wort zu viel, tut, was sie sagt, und tut noch viel mehr und sagt dazu nichts."

25. November 2010 | VILLA AMALIA • Kritik • perlentaucher.de

Thomas Groh resümmiert: "Es ist keine wohlfeil wattiert erzählte Befreiungsfantasie, die Benoit Jacquot erzählt, keine Geschichte eines zweiten Frühlings, sondern eine genau beobachtete, konzentriert inszenierte Abfolge von Handlungen, Relationen und nicht zuletzt Gesten: Kurz bevor Annas Vater, ein rechtes, aber sich distinguiert gebendes Scheusal, hinter der Aufzugstür verschwindet, streicht Anna ihm plötzlich übers Gesicht. Der zuvor so souverän sich gebende Vater verliert die Fassung um einige Zentimeter, am Ende öffnet Anna die Fenster. Nichts wird erklärt, alles bleibt klar."

25. November 2010 | VILLA AMALIA • Kritik • Der Tagesspiegel

VILLA AMALIA (VILLA AMALIA Trailer) fängt laut Jan Schulz-Ojala "schön an: schnell und hart und klar. Weil der Film sich aber bald aller Welt entledigt hat und es womöglich doch nicht genügt, Isabelle Huppert beim bloßen Durchmenschenhindurchsehen 91 Minuten lang zuzusehen, kommt ein bisschen Drama auf, wie Wind. Und noch mehr Drama, noch mehr Wind. Das tut dem Film, dessen Hauptfigur ausdrücklich kein Drama macht um sich und niemanden sonst, nicht unbedingt gut."

25. November 2010 | VILLA AMALIA • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte sah ein Filmgedicht zwischen Oper und Kino. "Über anderthalb Stunden bleibt das Publikum im Ungewissen, wie weit die Protagonistin ihr Verschwinden treiben wird. Gerade das aber macht ihre Flucht so offen für Interpretationen und dieses filmische Kunstwerk so beziehungsreich. Schließlich gibt es in unserer Gegenwart genug, wovor man fliehen müsste. Man muss die Gründe Ann Hiddens nicht kennen, und ist doch ganz mit ihr."

25. November 2010 | VILLA AMALIA • Kritik • Die Zeit

Maximilian Probst schaut auf die Hauptdarstellerin. Ihre "Mimik steht mit diesen Worten im perfekten Einklang. Ihr Gesicht wirkt oftmals wie leer geräumt, nirgends findet sich ein Anhaltspunkt, der eine Deutung ihres Ausdrucks erlaubte. Gerade diese Leere in Isabelle Hupperts Spiel ist es aber, die den Betrachter dazu bringt, auf Bedeutung zu lauern: Isabelle Huppert braucht nur kurz im Gespräch zur Seite zu blicken, mit dem Mundwinkel zu zucken, oder etwas länger als gewöhnlich die Augen beim Blinzeln zu verschließen, und schon ist sie wieder da, die Frage nach dem Warum."

20. November 2010 | VILLA AMALIA • Kritik • schnitt.de

Je länger die Reise dauert, desto weniger Einsicht gewährt Benoit Jacquot in ihr Inneres, meint Alexander Scholz. "Zwar kommt sie an der titelgebenden Villa Amalia an, sie hört aber nur räumlich auf, sich zu bewegen. Barsch einer Einheimischen abgetrotzt, ist das rote Haus indes kein Ort des Wohlseins. Ann probiert aus: Menschen, Wein, Selbstbilder. Sie handelt dabei mithin egoistisch. Für Narzißmus ist noch niemand zu lieben da. Schwamm sie zuvor noch erschöpft auf engen Bahnen, liegt sie nun auf dem Rücken im Meer. Sie ist befreit, aber noch nicht entlastet. In der Einsamkeit ist sie erst noch auf der Suche."

02. November 2010 | VILLA AMALIA • Kritik • cargo.de

Laut Ekkehard Knörer gelingt es dem Regisseur, "das Fiebrige des Entschlusses, der die aufgewühlte, die kühle, die superkühle, die hyper- und huppertkühle aufgewühlte Ann gepackt hat, in kühl-fiebrige Bewegtbildformen zu fassen. Darunter legt er, sie ist von Bruno Colais, grobe, bösartige, dissonante, kratzende, drohende, ganz selten nur klassisch schmeichelnde Musik. ... Der Film schneidet scharf, vermeidet ganz das Kunsthandwerk."

01. November 2010 | VILLA AMALIA • Kritik • Villa Amalia

Überblick zum Film auf moviepilot.de

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,61897