| Regie | Mikael Hafstrom |
| Kinostart | 17.03.2011 |
Mikael Hafströms THE RITE (
) ist laut Christina Rietz ein beunruhigender Film über den Exorzismus im Vatikan mit einem beeindruckenden Anthony Hopkins. Es wäre allzu simpel, den FIlm "als Katholikenkitsch mit Starbesetzung abzutun. Klar, bei zuviel Weihrauch wird einem schlecht. Aber wenn die Wölkchen sich lichten, kommen die Fragen, die der Film stellt, zum Vorschein: Warum sind wir böse? Was können wir dafür? Was passiert, wenn man auf einmal weiß, was man nicht mal zu glauben wagte? Anthony Hopkins scheint in seiner Alterssouveränität alles spielen zu können, in einer Mischung aus Coolness und Weisheit. Ein ausgespucktes, dreckiges "Gott ist nicht hier, Priester!" im Dämonendelirium ist denn auch der eindrucksvollste Moment des insgesamt beunruhigenden Films."
"Der schwedische Regisseur Mikael Hafström setzt bei der Inszenierung von THE RITE (
) zwar einige Elementen des Horrorgenres ein. Diese beziehen sich aber eher auf das Atmosphärische: Dunkle Wolken, das plötzliche Erscheinen des Pater Lucas im Gegenlicht, kalte blau-graue Farben in den Einstellungen des Kameramanns Ben Davids, die von der bedrohlich klingenden Musik von Alex Heffes noch verstärkt werden. Die fast monochromen Bilder erinnern etwa an Der Exorzismus von Emily Rose, der bei der Inszenierung der eigentlichen Teufelaustreibung bei der schwangeren Frau Pate gestanden zu haben scheint."
Als Thriller taugt THE RITE (
) für Maurice Lahde nicht viel. "Dabei funktioniert der Film noch ganz gut, solange er alles in der Schwebe hält. Die in dunklen Blau- und Grautönen gefilmte Spukstadt hat zwar mit Rom so wenig zu tun hat wie mit jedem anderen realen Ort (on location wurde übrigens in Budapest gedreht), und die aufdringliche Symbolik – in praktisch jeder Einstellung ist ein Kruzifix zu sehen – ermüdet schnell. Dennoch gelingt Regisseur Mikael Hafström in der ersten Hälfte ein gediegener, mehr auf Schauer als auf Schock setzender Spannungsaufbau in stimmiger Atmosphäre. "
THE RITE (
) "ein weiterer Sargnagel für dieses Subgenre. Dem schwedischen Regisseur Mikael Hafstrom gelingen solide inszenierte Austreibungsszenen und nette Schockeffekte, aber auch diese Kombination kann nicht über die längst verdaute Dämon-Priestergeschichte, die hier wieder hervorgewürgt und erneut durchgekaut wird, hinwegtäuschen. Ärgerlich ist zudem die offenkundige Holzhammer-Propaghanda der katholischen Kirche, die eigentlich eine "Dauerwerbesendung"-Einblendung auf der Kinoleinwand verdient hätte."
Solide nennt Gebhard Hölzl den Horrorfilm. "Mit Lust sind alle Schauspieler bei der Sache. Regisseur Mikael Hafstrom erlaubt sich ein paar Insiderwitze: So nimmt er im Dialog etwa Bezug auf die Erbsensuppe, die William Friedkin in DER EXORZIST seine gepeinigte, besessene Heldin einst kübelweise erbrechen ließ. Neu ist in THE RITE (
) nichts. Genrefreunde dürften jede Volte im Voraus erahnen, werden sich aber dank der sauberen handwerklichen Leistung dennoch wohlig gruseln. Vorausgesetzt natürlich, sie besitzen den rechten Glauben."
Jonas Kühlberg resümiert: "Detailgetreu wird dem Zuschauer vor Augen geführt, wie Satan im Menschen wütet. Die billige Absicht des schwedischen Regisseurs Mikael Hafström, durch die unterkühlte, fast sachliche Darstellung den psychologischen Angst-Effekt zu verstärken, ist schnell durchschaut. Einziger Höhepunkt: Die Schauspielkunst des Anthony Hopkins stärkt nicht nur die Handlung – er macht den Film auch einigermaßen interessant. Ein neues DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER ist ihm aber nicht geglückt."
"Dass THE RITE (
) im letzten Akt als ein effektiver Horrorfilm funktioniert, ist wiederum Anthony Hopkins zu verdanken, denn wenn er schließlich selber von Dämonen besessen wird und mit dem sehr effektiv den noch grünen Lehrling spielenden Colin O´Donoghue um ihrer beiden Seelen ringt, tut er dies mit jener teuflischen Energie, die ihn zu einem der furchterregendsten bad guys des modernen Kinos gemacht hat. So ist THE RITE (
) ein solider und teilweise inspiriert inszenierter Genrefilm geworden."
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