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EIN GUTES HERZ

EIN GUTES HERZ

Regie Dagur Kari
Kinostart 25.11.2010
Genre Drama, Komödie

Kritiken • EIN GUTES HERZ

07. Oktober 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Im raumzeitlichen Vakuum geht EIN GUTES HERZ (EIN GUTES HERZ Trailer) die Luft aus, bilanziert Nino Klingler. "Die Losgelöstheit der Filmwelt ist weder faszinierend noch tiefsinnig, sondern vor allem frustrierend unergiebig. Man vermutet tiefere Weisheiten, metaphorisches Potenzial und findet: nichts. In seinem Versuch, Figuren außerhalb etablierter Realitätskonzepte zu konstruieren, schafft Kári nur Beliebigkeit. Er vergisst, dass, wenn er die "Bar" als Ort des griesgrämigen Rückzugs vor der rauen Wirklichkeit setzt, diese Wirklichkeit fühlbar sein muss, um den Wert einer Flucht abwägen zu können."

25. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • Der Tagesspiegel

Kerstin Decker schreibt: "Paul Dano gibt seinem wenig weltbegabten Lucas eine große Scheu und Sanftheit. Könnten alle Obdachlosen so sein wie er? Der Zuschauer schämt sich fortan und fragt sich: Wie verhärtet bin ich, um in dieser Welt so gut zu überleben? Plötzlich empfindet man es als einen Makel. Paul Dano kennt seine Lage genau: Wenn es ums Überleben des Stärkeren geht, und darum geht es, räumt er seinen Platz auf dieser Erde besser heute als morgen. Das erklärt er ausgerechnet dem Motivationstrainer, einem Abgesandten aus der Welt des hartwelligen Lichts, der Illusion unendlicher Lösbarkeiten."

25. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • perlentaucher.de

Ekkehard Knörer ist enttäuscht. "Als Darsteller aber, die eine hergeholte Geschichte über Ausprägung von Charakterfiguren plausibel machen sollen, sind Paul Dano und Brian Cox auf verlorenem Posten. Schlimmer: Sie retten sich in die Schauspielerei. Das so recht Lebensechte, das knorrig Vitale und anämisch Halbtote wird in jede einzelne Geste, in jeden Satz als Darstellungsaufwand gesteckt. Und weil die Geschichte, geradaus erzählt, den Anschein der lächerlich überdeutlichen Klischiertheit niemals vermiede, wird sie eben nicht geradaus erzählt. Sondern mit leicht bizarren Vorfällen und skurrilen Zusatzfiguren verzwirbelt, die in nichts gründen als, ganz wie im schlechten Regietheater, halt dem einen oder anderen Einfall."

24. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • texte zum film

"Zu den in ein bläulich-kaltes Licht getauchten, grauen bis dunkelgrauen Bildern eines verwahrlosten New York gesellen sich Charaktere, die in ihrer skurrilen Liebenswürdigkeit einem Film von Aki Kaurismäki entliehen zu sein scheinen. Brian Cox gestaltet den schroffen, bärbeißigen Alten freilich so einnehmend, dass der Zuschauer ihn sofort ins Herz schließt. Diese Ambivalenz erstreckt sich aber auch auf Lucas, der seinerseits im Laufe der Zeit im Kontakt mit Jacques zunehmend hart und verbittert wird."

23. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • Die Zeit

Der isländische Regisseur Dagur Kari lässt in seinem Film EIN GUTES HERZ (EIN GUTES HERZ Trailer) einen Egoisten auf einen Altruisten prallen. Die Wirkung beobachtet er mit viel trockenem Humor, lobt Rafael Dernbach. Dies "ist eine Art Doppelporträt, in dem der isländische Regisseur versucht zu skizzieren, was die Essenz zweier so gegensätzlicher Persönlichkeiten ausmacht. Die Geschichtslosigkeit der Protagonisten ist dabei eine interessante Strategie um den Blick der Zuschauer für die kleinen Gesten zu schärfen. Wie in einer Bar lernt man im Film die Protagonisten eher durch ihre Gewohnheiten und ihre Körpersprache einzuschätzen, als über das was sie sagen."

23. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • film-dienst

Michael Ranze stellt fest: "Manche Sätze gerinnen zu Kalendersprüchen, und auch einige schräge visuelle Ideen wie jene Weihnachtsgans, die eigentlich geschlachtet werden sollte, nun aber des öfteren auf der Straße eingefangen werden muss, wirken eher neckisch als überzeugend. Das Tier muss nur als Katalysator für das viel zu pathetische Ende herhalten, in dem die Bedeutung des Filmtitels aufgelöst wird. Dagur Kari wurde bereits mit Jim Jarmusch und Aki Kaurismäki verglichen, doch von deren lakonischem Witz und erzählerischer Ökonomie ist er noch weit entfernt."

18. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • filmgazette.de

Wolfgang Nierlin meint: Der Regisseur "ist mit seiner kalkulierten und auch vorhersehbarer wirkenden neuen Arbeit wohl im Arthouse-Mainstream angelangt. Weitgehend treu geblieben ist er seinem Interesse für Randfiguren und einem lakonisch-schrägen Tonfall, zu dem das tragische, ins Gleichnishafte überhöhte Ende dann aber doch nicht ganz passen will."

11. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • schnitt.de

Trotz einiger Kritik kann Daniel Bickermann EIN GUTES HERZ (EIN GUTES HERZ Trailer) empfehlen. "Dies ist ein Kinofilm, der das Selbstbewußtsein und die Reinheit für große Bilder hat und auf großer Leinwand gesehen werden möchte. Die meist nächtliche Stimmung ist farbentsättigt und in grüngelbes Neonlicht getaucht, und die wundervollen New Yorker Stimmungsbilder werden von der melancholischen Musik von Dagur Kari und seiner Zwei-Mann-Band "Slowblow" begleitet. Hier fügen sich von der zurückhaltenden Kamera über die Farbgebung bis zum Soundtrack alle Inszenierungsbereiche zu einem großen, stimmigen Ganzen zusammen."

10. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • hollyglade.com

Lida Bach stellt fest: "Statt ausschweifender Dialoge enthüllt das furiose Spiel des Ensembles die Figuren. Unmerklich wandeln sie sich von unausstehlich zu liebenswert, nicht weil sie, sondern ihr Umfeld sich verändert. Das charakterliche Kuriositäten-Kabinett am Tresen stellt schließlich mit Pappmasken geschmückt eine Geburtstagstorte darauf. Jaques kaum getautes Herz versetzt der Überschwang an menschlicher Wärme umgehend wieder in Kältestarre. So gegensätzlich die beiden Hauptcharaktere auf den ersten Blick erscheinen, so ähnlich sind sie sich innerlich."

10. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • infomedia-sh.de

Paul Dano und Brian Cox fügen ihren Figuren laut Sven Sonne "Dimensionen hinzu, die die Handlung allein kaum hergegeben hätte. Auch das Ende, auf das alles hinausläuft, ist überraschend und sehr offen gelöst – und wird hier nicht verraten. Dagur Kari, der vor einigen Jahren mit DARK HORSE in deutschen Kinos vertreten war, hat dessen Surrealismus abgelegt. Man hätte sich gewünscht, dass er nicht stattdessen so viel amerikanische Drehbuchroutine in seinen Film gelassen hätte."

10. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • progammkino.de

Diesmal hat der in Aix-en-Provence geborene Isländer noch ein wenig von der spröden trockenen Art eines Aki Kaurismäki beigemischt, resümmiert Thomas Volkmann. "Welche Richtung dieser melancholisch-heitere Film trotz seiner wundervollst gefilmten Tristesse am Ende gehen wird – und das ist sein einziger Makel – das lässt Dagur Kari schon frühzeitig durchschimmern. Trotzdem kommt der Moment der Auflösung so unvermittelt, dass man sich wünscht, die Sache mit dem guten Herzen würde vielleicht doch nur das Ergebnis eines bösen Traums gewesen sein. Gegen das Schicksal selbst aber sind auch die größten Kneipenphilosophen und Lebenskünstler machtlos. Manche bleiben im Spiel, andere nicht."

01. November 2010 | EIN GUTES HERZ • Kritik • Ein gutes Herz

Überblick zum Film auf moviepilot.de

28. Oktober 2010 EIN GUTES HERZ • Kritik • doppelpunkt.de

Das Schauspiel-Duell zwischen Brian Cox als Kotzbrocken und Paul Dano als schüchternem Softie funktioniert laut Dieter Oßwald "bestens. Holpriger fällt die absehbare Geschichte aus, der etwas zu früh die dramaturgische Luft ausgeht. Über solche Story-Schlaglöcher helfen auch Sprüche wie "Das Leben ist eine Kokosnuss. Man muss wissen, wie man sie öffnet" kaum hinweg. Was gerne lakonisch sein möchte, wirkt auf Dauer eher langatmig. Ein isländischer Comedy-Vulkan mit zähflüssiger Pointen-Lava und vorwiegend heißer Luft."

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