| Regie | Catherine Hardwicke |
| Kinostart | 21.04.2011 |
Was bei RED RIDING HOOD (
) laut Nino Klingler bleibt, ist ein bisschen mehr fleischliche Hingabe als im Twilight-Zyklus, aber ansonsten die gleiche schnarchige Melange aus den Oberflächlichkeiten zeitgenössischer Fantasywelten. "Manchmal hat das natürlich durchaus trashigen Charme, wenn etwa Gary Oldman als fanatischer Werwolf-Inquisitor in die modemäßig eher rustikale, hundertprozenting kaukasische Dorfgemeinschaft einreitet, angetan in wallendem Purpur und in Begleitung asiatisch- und afrikanischstämmiger Milizionäre, die eine bronzene Elefantenstatue mit sich herumschleifen. Die globalisierte Gesellschaft bricht ein ins rein weiße Märchenrefugium! Aber solche Freuden, ohnehin nur Fluchtbewegung vor den teils haarsträubend-reaktionären Gesellschaftsmodellen des Filmes, sind stets von kurzer Dauer."
"Erschreckend zahnloses Kuschelkino" sah David Kleingers. "So verliert der Wolf auch all jene beunruhigenden Mehrdeutigkeiten, die etwa Neil Jordans zeitlos schöne Rotkäppchen-Adaption The Company of Wolves (Zeit der Wölfe, 1984) illustrierte. In Red Riding Hood (
) bleibt von ihm nicht mehr als ein Plüschmonster, das Geschmacksverirrte für ihre Freundin auf der Kirmes schießen."
Felicitas Kleiner war nicht wirklich angetan. "Was Catherine Hardwicke zu dieser filmischen Deutungsgeschichte des Märchenstoffs beizutragen hat, ist eher dürftig. Ihr Film lässt sich auf eine simple Formel reduzieren: „Wer ist der Wolf?“"
Denis Sasse sah einen mysteriösen Krimi. "Geschickt bekommt jede Figur ein Motiv und wird in verräterischen Situationen gezeigt. Es wird Zwietracht gesät, bis das Vertrauen gänzlich von der Leinwand verschwunden ist. Ein übernatürlicher Krimi, bei dem die Zuschauer bis zum Ende auf die Folter gespannt und immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt werden."
Sarah Stutte ist entsetzt. "Wie verhunzt man am besten einen Grimm'schen Märchenklassiker? Twilight-Regisseurin Catherine Hardwicke gibt mit ihrer grässlichen Gruselgurke, die vor lauter Dämlichkeit wirklich zum Fürchten ist, die beste Antwort darauf. Nicht genug, dass Hardwicke für diese Rotkäppchen-Version die lahme Dreiecksgeschichte aus ihrer ollen Vampirschmonzette eins zu eins übernahm, sie verkauft diese Problematik auch genauso kitschig ausgeleuchtet, langweilig und keusch."
José García musste an den falschen Stellen lachen. "Obwohl Regisseurin Hardwicke ihren Film offenkundig mit knochentrockenem Ernst nimmt, drängt sich der Verdacht auf, Red Riding Hood (
) – Unter dem Wolfsmond sei eigentlich eine Persiflage auf das klassische Märchen."
Martin Gobbin sah fürchterliches."Red Riding Hood (
) ist zwar atmosphärisch nicht zum Fürchten geeignet, dafür aber ansonsten ziemlich fürchterlich. Die Vampire aus „Twilight“ hat man hier einfach mit dem mythologisch eng verwandten Werwolf ersetzt."
Nils Bothmann entdeckt in dem Film Pomp und Peinlichkeit. "Newcomerin Amanda Seyfried bleibt als Valerie erschreckend blaß, ihre aseptischen Verehrer Shilo Fernandez und Max Irons agieren so hölzern, daß sie der Tannenwald an die Wand zu spielen droht und lediglich Virginia Madsen und Billy Burke sind als Eltern des Rotkäppchen in spe darauf bedacht, ihre Würde zu wahren. Einen ganz anderen Weg geht da Gary Oldman als fanatischer Kirchenmann und Werwolfjäger, eher Inquisitor als Priester, ein Kapitän Ahab, der anstelle von Walen Werwölfe verfolgt: Konsequent reißt er die Szenen als Overacting-Rumpelstilzchen an sich."
Das größte Ärgernis an RED RIDING HOOD (
) ist laut Benjamin Hahn, "dass der Film kein totales Desaster ist, sondern zumindest im Ansatz Potential aufweist, die man mit ein bisschen mehr Anstrengung sicherlich zufriedenstellend hätte ausbauen können. Zudem machen es ihm seine inhaltlichen Ähnlichkeiten zu dem weitaus besseren THE COMPANY OF WOLVES und seine enorme Fixierung auf eine bestimmte Zielgruppe besonders schwer jenseits eines Teenager-Publikums wahrgenommen zu werden."
"Es gibt haufenweise Seltsamkeiten in diesem Film; eine sehr steampunky daherkommende Apparatur, groß und aufwändig, die nach einer kurzen Szene niemand mehr braucht; ein rotes Cape, das zwar viel rumgezeigt, herumgetragen und ausgebreitet wird, aber doch seine ja nicht nur vagen Bedeutungsebenen psychosexueller und anatomischer Art bloß auf keinen Fall ausstellen soll. Was dabei herauskommt, ist ein ziemlich lieblos dahinkleckernder Film, der aus dem Märchen kaum mehr macht als ein Werwolf-Whodunnit mit schmalzigem Ende und seltsamer Geschlechterpolitik und -ikonografie, in der das Männliche (Schwarz, Mut, Ehre, Kraft, Lust) und das Weibliche (Rot/Weiß, Weisheit, Verständnis, Sehnsucht) einander Kontrastfolie sind. Altbackener geht's ja nun kaum."
"Die TWILIGHT-Regisseurin Catherine Hardwicke und der KAMPF DER TITANEN-Autor David Leslie Johnson wagen den Rotkäppchen-Reboot. Klingt grausam? Richtig. In RED RIDING HOOD (
) wird aus dem klassischen Märchenstoff ein doofes und äußerst schwülstiges Mystery-Rätsel mit unterirdischen Spezialeffekten, das zudem schön christlich unterfüttert wurde. Dauernd wandeln die eindimensionalen Figuren durch die billigen Studiokulissen, liefern sich Dialoge zum Davonlaufen und Hardwicke erlaubt sich einen handwerklichen Fehler nach dem anderen."
"Catherine Hardwickes Rotkäppchen-Version RED RIDING HOOD (
) ist ein liebloses, auf ein junges Zielpublikum ausgerichtetes Märchen. Von Drama, Spannung, mitreissenden Charakteren oder sogar guten CGI-Effekten fehlt jegliche Spur. Schade, denn so müssen Fans von Rotkäppchen zu anderen Verfilmungen greifen oder sich lieber nochmals die Version der Gebrüder Grimm zu Gemüte führen. Nachts. Allein. Das wirkt tausendmal mehr."
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