| Regie | Matt Reeves |
| Kinostart | 15.12.2011 |
"Für sich genommen funktioniert LET ME IN (
) tadellos", urteilt Simon Born. "Bewertet man die Qualitäten von LET ME IN (
) allein als Remake, ist das Urteil eher ernüchternd... Den Bildern von Matt Reeves unterliegt ein permanentes Gefühl des déjà vu. Im direkten Vergleich der Filme fällt auf, wie stark er sich an Alfredsons Vorlage gehalten hat. Statt wie versprochen eine neue Version mit stärkeren Rückbezug auf das Buch zu drehen, produzierte Reeves eine fürs amerikanische Publikum aufbereitete Neuauflage - Einstellung für Einstellung."
"LET ME IN (
) ist trotz seiner überzeugenden Jungdarsteller als Außenseiterdrama und Coming-of-Age-Geschichte weniger berührend als sein Vorgänger und bietet dafür mehr klassische Horrorunterhaltung", stellt Birte Lüdeking fest. "Nach CLOVERFIELD (
) demonstriert Reeves erneut seine Vorliebe für ungewöhnliche Kameraperspektiven, die aber vor allem dem größtmöglichen Effekt dienen statt immer einen narrativen Sinn zu ergeben. Ein trübes gelbliches Licht dominiert die Bilder, und die Kamera lauert wie ein unsichtbarer Angreifer häufig im Rücken oder Nacken der Figuren."
Philipp Stroh sagt: "Es ist vor allem eine moralische Frage, wie man LET ME IN (
) bewertet. Denn er ist so nah am bravurösen Original SO FINSTER DIE NACHT, dass es zum einen keinen triftigen Grund gibt, ihn sich überhaupt anzusehen. Andererseits, objektiv betrachtet, ist es eben auch einfach ein weiterer guter Film... Für ein eigentlich durch und durch überflüssiges Remake behält LET ME IN (
) beachtlich viel Würde und büßt keine Kurzweile ein, das muss man dem Film lassen, auch wenn er sämtliche Motive des Originals in einer plumperen Variante widerkäut."
Rajko Burchardt kann mit dem Remake von Matt Reeves gar nichts anfangen. "Manches stellt er eins zu eins nach, anderes verschlimmbessert er, und die Wesentlichkeiten der Vorlage hat er sogar überhaupt nicht verstanden. Seine Adaption des Drehbuchs (nicht des Romans) tilgt fleißig die Subtilitäten der Vorlage und bügelt sie in einer Mischung aus Nachstellungsgestus und Weichspülung des Materials glatt und geschmeidig. Die sonderbare Abgründigkeit des Originals weicht den irritierenden Überbleibseln einer US-Konvertierung."
Nach all dem blutarmen „TWILIGHT"-Gedöns erfreute sich Günter H. Jekubzik an einem exzellenten, spannenden Kindervampir-Film. "Immer wieder sagenhafte, atemberaubende Szenen. „Let me in" lässt das schwedische Original SO FINSTER DIE NACHT mit eigenständigen Varianten glatt vergessen - und auch das war schon ein hervorragender Film... Exzellent fotografiert, sehr zurückhaltend in der Musik (Michael Giacchino) und von den jungen Darstellern glaubhaft gespielt, ist das Remake wesentlich drastischer in der Gewalt-Darstellung."
Kenner des Originals müssen LET ME IN (
) nicht zwingend sehen, meint Sebastian Moitzheim. "Gerade wenn Reeves die einprägsamsten Szenen des Originals beinahe Shot-for-Shot nachstellt, aber eben doch nicht dessen einzigartige Atmosphäre erreicht, werden die Qualitäten von Alfredsons Film und die Mängel dieses Remakes überdeutlich. Trotzdem: Es hätte viel schlimmer kommen können. LET ME IN (
) ist etwas weniger komplex, etwas glatter als das Original, aber doch eine respektvolle Repräsentation des Stoffes, was für ein Hollywood-Remake nicht unbedingt selbstverständlich ist."
Sascha Koebner stellt fest: "Man muss weder Vampire mögen noch eine Vorliebe für Coming-of-Age-Filme hegen, um LET ME IN (
) schätzen zu können: Die feinfühlige Inszenierung dieser Beziehung, die langsame Erforschung der Lebensbedingungen der beiden und das Gespür für leises Melodram sind Merkmale, mit denen der Film die Stereotype ähnlicher Produktionen weit hinter sich lässt und zu einem erinnerungswürdigen Erlebnis wird."
Simon Staake findet viele lobende Worte. "Reeves' Film gelingt es in LET ME IN (
), zwei Sachen zusammen zu bringen, die eigentlich nicht zusammen gehen: Zum einen ist sein Film gegenüber dem Original sehr treu, fast jede Szene wird übernommen, teilweise mit fast synchronen Einstellungen. Und trotzdem gelingt es Reeves, seiner Version der Geschichte einen Stempel und eine Eigenständigkeit aufzudrücken, die alle Skeptiker Lügen straft. Wer weiß, was er tut und wie er es zu tun hat; wer dies mit Liebe und Geschmack tut, der darf auch gerne geliebte Filme einer Neuauflage unterziehen. Denn gute Geschichten sieht man gerne auch zweimal – und in diese Kategorie gehört LET ME IN (
).
Marcus Wessel sagt: "Mag der Film zwecks einer besseren Vermarktung auch den Stempel der Vampir-Geschichte aufgedrückt bekommen – richtig ist, dass die Handlung einzelne Genre-Elemente aufgreift –, in Wahrheit verbirgt LET ME IN (
) wie seinerzeit bereits das schwedische Original eine anrührende Studie zweier Außenseiter. Mit viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl schildert Reeves ihre Welt, in der die Angst, sich dem anderen zu offenbaren und sein Herz zu öffnen, allgegenwärtig scheint."
Thomas Engel lobt die beiden Hauptdarsteller, die Jungstars Kodi Smit-McPhee als Owen und Chloe Moretz als Abby die, "den Charakter ihrer Rollen und die Stimmung des Films beide wunderbar getroffen haben."
"Im Gesamtpaket ist LET ME IN (
) eine deutlich rundere und einfacher zugängliche Produktion als das schwedische Original und lässt auch weniger Fragen offen. Mit mehr Effekthascherei wird auch mehr Spannung aufgebaut, was einen Film, der über zwei Stunden dauert, auch in Schwung hält. Leider verfehlt er den emotionalen Kern der Geschichte und schwenkt deutlich mehr auf die kitschige Schiene um, was bei einer solch tragischen Geschichte nur bedingt nötig gewesen wäre."