| Regie | Martin Scorsese |
| Kinostart | 09.02.2012 |
"HUGO CABRET (
) ist eine teilweise zu glatte Blase, mit Überzeichnungen angefüllt, die oftmals zu viel sind", findet Elisabeth Maurer. "Mithilfe der 3D-Technik erschafft Scorsese sehr atmosphärische Bilder. Allerdings kann der Zuschauer den Wunsch entwickeln, nicht immer nur traumhaft gezeichnete Bilder zu sehen sondern auch mal ein wenig schmutzige Realität. Schließlich ist es die Geschichte eines einsamen und traurigen Waisenkindes und die Träume, die in Filmen erschaffen werden, könnten umso mehr wirken, wenn ihnen ein bisschen ungeschönte Wahrheit gegenüber gestellt würde. Ein bisschen mehr Lumière könnte dieser Méliès-Hommage gut tun."
Frédéric Jaeger schreibt: "Die Flashbacks – von den 1930er Jahren in die 1900er Jahre – sind zugleich überwältigend schön, romantisch und eingängig. Sie sind die Essenz von HUGO CABRET (
). Es macht Spaß und ist befremdlich zugleich, wie freimütig er sich dabei Méliès’ Werk zu eigen macht. Nach dem Nutzen von 3D muss man nicht fragen. Aber doch danach, was es mit dem Objekt der Huldigung macht. Nein, es ist kein Mittel der Fortsetzung von Méliès. Die zeitgenössische Fassade ist ein ansehnlicher, aber bisweilen bemühter Versuch, die vielen filmischen und bildlichen Zitate – ein Postkarten-Paris im wahrsten Sinne des Wortes – in die eigene Erzählung zu integrieren."
Johannes Güssefeld schreibt: "Die Stärke von HUGO CABRET (
) liegt in der Liebe zum bildmächtigen Detail, der überbordenden Ausstattung und dem einfallsreichen Plot, den wunderbare Ideen zieren. Etwa eine Neuinszenierung des berühmten Zug-Unglücks am Gare Montparnasse, als 1895 eine defekte Lokomotive durch die Bahnhofs-Halle raste und auf die Straße stürzte. Für solche Schauwerte ist der Film zurecht für elf Oscars nominiert."
Etwas zu kitschig fand Philipp Stroh den Film. "HUGO CABRET (
) vereint ein naiv zu Ende romantisiertes Märchen mit einem beachtlich nah an der Realität liegenden Künstlerportrait in einer grandiosen Optik, die wiederum stark an den zahlreichen Zeichnungen aus der Buchvorlage orientiert ist. Zum aufdringlich charmanten Paris-Flair der 30er Jahre liefert Howard Shore die entsprechende Musik. Mit einigen bewegenden Momenten gelingt es Scorsese, die Ur-Magie des Kinos durch eine zeitgemäße Magie ein Stück weit neu zu beleben und greifbar zu machen. Ungünstig ist nur, dass sich die wahrlich kitschige Rahmenhandlung dieser schönen Intention nicht ganz würdig erweist."
"HUGO CABRET (
) ist schon jetzt ein Werk der Filmgeschichte", jubelt Rüdiger Suchsland. "Dieser Film ist eine Fantasy-Geschichte, die eher als an Scorsese und das italoamerikanische Kino an ein Werk von Steven Spielberg erinnert und an Jean-Pierre Jeunets DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE. Und es ist eine höchst vergnügliche Einführung in die Geschichte des Films, eine Hohelied auf das Kino (im Dunkeln, mit anderen Leuten, nicht auf DVD in Pantoffeln vor der Glotze), eine Liebeserklärung ans Bücherlesen und Filmegucken, an die Macht der Phantasie und an das Sich-Verlieren in märchenhafte Traumwelten."
Alexandra Seitz ist begeistert. "Mithin ist HUGO CABRET (
) also nicht nur ein Augenschmaus – selten nämlich sah man die 3D-Technik mit vergleichbarer Meisterschaft in den Dienst der Erzählung gestellt und dabei doch zum Leuchten gebracht – und ein Vergnügen für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Hugo ist auch eine Hommage an die Filmkunst, ihre Geschichte und ihre Pioniere."
HUGO CABRET (
) nimmt sich laut José García "wie eine filmische Hommage an einen der ganz großen Schöpfer des frühen Films aus. Regisseur Martin Scorsese, der diese Hommage mit einem kleinen Alfred Hitchcock-mäßigen Auftritt krönt, zeigt nicht nur Ausschnitte aus Méliès-Filmen wie DIE REISE ZUM MOND und aus Filmen anderer Autoren aus dem beginnenden 20. Jahrhundert sowie Dokumentaraufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg."
"Scorsese präsentiert uns in seinem neuesten Werk den Ursprung der schönsten aller Künste", jubelt Stefan Jung. "Sein Film ist eine Liebeserklärung in prächtigen Bildern. Die Kamera zieht uns dabei beständig in eine Welt der Faszination und jener filmischen Augenblicke, die man niemals vergessen sollte. Der überlegte Einsatz von 3D leistet hierzu seinen Beitrag, denn bereits bei der virtuosen Eröffnungssequenz nutzt der Film beispielhaft die Möglichkeit, technisch-räumliche Qualitäten mit denen der erzählten Geschichte in Einklang zu bringen."
"Ganz nach dem Prinzip "Mehr Schein als Sein" kreiert Martin Scorsese mit HUGO CABRET (
) einen optisch herausragenden 3D-Film. Von einem "Erlebnis" kann man aber aufgrund der einfältigen Story und der seelenlosen Charaktere nicht wirklich sprechen. Das vermeintliche Abenteuer widerspiegelt leider nur zu gut die aktuellen Werte der Traumfabrik Hollywood. Es bleibt dem Zuschauer überlassen, ob er darüber hinwegsehen und die Fahrt trotzdem geniessen kann."
Harald Mühlbeyer vergibt 7 von 10 Punkten. "Vom Kinderabenteuer kommt Scorsese zu einer spielerischen Erforschung der Filmgeschichte, er skizziert kursorisch das Werden und das Wirken von Film, feiert das frühe Kino und damit die Kraft, die in der Filmkunst steckt. Wo die Bahnhofs-Abenteuergeschichte manchmal allzu flott von Action zu Action sprang und mitunter die Emotion vernachlässigte, da ist der Film hier ganz im Einklang mit sich selbst, jetzt, da er sich dezidiert mit dem eigenen Medium befasst."
Martin Scorsese wendet sich mit seinem Film laut Siegfried König "an ein Publikum, das den Film als kunstvolles Medium mit ganz eigenen Gesetzen begreift und sich nicht einfach von seinen Illusionen vereinnahmen lässt, das aber bei allem Wissen über die Technik die Freude des kindlichen Staunens noch nicht verloren hat, oder sich zumindest manchmal nach dieser Unbefangenheit zurück sehnt."
Benjamin Hahn schreibt: "So bleibt abschließend festzuhalten, dass HUGO CABRET (
) ein Film ist, der zu Tränen rühren kann und ein bewegendes Denkmal für das Kino des frühen 20. Jahrhunderts sein will, aber leider dabei viel zu einfach gestrickt ist und oftmals Emotionalität mit Kitsch verwechselt. Wer einen Film fürs Herz braucht, dem sei dieser hier wärmstens empfohlen. Wer sein Hirn fordern will, der kann sich den Film auch anschauen - er darf nur eben nicht zu viel erwarten."
Dieter Oßwald lobt und lobt. "Inmitten dieser opulent dreidimensionalen Bilderbuchwelten, an denen ein Tim Burton seine Freude hätte, sorgt ein fideles Figurenkabinett für Vergnügen. Der sonst auf Rüpel-Rollen abonnierte Comedian Sacha Baron Cohen gibt als tölpelhafter Inspektor den bösen Kinderfänger im schrägen Slapstik-Stil. Blutsauger-Ikone Christopher Lee stillt als bezaubernder Buchverleiher den Wissensdurst der Kinder. Selbst der sonst gerne eine Spur zu selbstgefällig agierende Ben Kingsley bleibt diesmal angenehm zurückhaltend als verbitterter Kino-Pionier Méliès, dem die Kids zu neuem Stolz verhelfen."
Catharina Steiner sah großes Kino. "Produktionsdesigner Dante Feretti hat sich einmal mehr übertroffen, und beschwört mit jedem Detail des liebevoll rekonstruierten Bahnhofs Pariser Charme herauf. Das gilt auch für die opulente Kamera-Arbeit von Robert Richardson. Doch es ist Martin Scorseses intelligenter Einsatz der 3D-Technik, dem dsa höchste Lob gebührt. Er nutzt diese in seinem ersten 3D-Film nicht für aufdringliche Effekte, sondern komponiert jede Einstellung so, dass sie die grösstmögliche Tiefe und Intensität erzielt. Besser hat man das noch nie gesehen."
"Das hört sich alles interessanter an, als es ist, der Film ist vor allem reichlich abgeschmackt in den Figurenzeichnungen und in technischer Hinsicht aufdringlich, wobei die 3D-Effekte, die laut Martin Scorsese ja mit jeder Einstellung "Kino neu denken" sollen, haargenau gleich funktionieren, wie in allen anderen 3D-Filmen auch. Jede Menge in den Kinosaal geblasene Schneeflocken."
"" - filmtabs
HUGO CABRET - Offizielle Website (deutsch)
HUGO CABRET - Offizielle Website (englisch)
HUGO CABRET - Offizielle Facebook-Seite (englisch)
HUGO CABRET - imdb.com
HUGO CABRET - moviepilot.de
HUGO CABRET - filmmag.de