| Regie | Álex de la Iglesia |
| Kinostart | 08.12.2011 |
Ciprian David nennt MAD CIRCUS - EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD (
) beeindruckend: "visuell, inszenatorisch, wie vom Schauspiel. Doch lässt es sich empfehlen, Álex de la Iglesia zu kennen, denn sonst erwartet man statt eines Kandidaten für die Störkanal-Reihe das, was der internationale Trailer zu verkaufen versucht: einen sehr essayistischen, minimalistischen Arthouse-Film."
"Das Besondere an MAD CIRCUS - EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD (
)" ist laut Michael Kienzl, "dass er Genreelemente miteinander kombiniert, die eigentlich nichts gemeinsam haben. De la Iglesia schafft es, dass der Schritt vom Historienfilm zum Liebesdrama, von der schwarzen Komödie bis zum Splatterfilm immer schlüssig erscheint. Alles entwickelt sich aus der Gefühlswelt der Figuren. Realismus scheut de la Iglesia dabei wie der Teufel das Weihwasser. Die stilisierte Zirkuswelt wirkt eher wie ein Fantasieland."
Denis Demmerle entdeckt "viele Angriffspunkte für Kritik: Der Film ist sehr auf Kult-Potential getrimmt und an vielen Stellen zu gewollt bizarr. Viele Szenen schreien in ihrer grellen Überspitzung geradezu danach, zitiert zu werden. Damit verstellt sich Álex de la Iglesia selbst den Weg zu einer präziser und differenzierter dargestellten Kritik an Spaniens politischen Verhältnissen."
Peter Claus lobt den Regisseur. Er "erknüpft die persönliche, sehr anrührende Lebens- und Leidensgeschichte des Clowns Javier geschickt und effektsicher mit dem Geschick Spaniens in der Zeit des Faschismus. Die Gewalt, in die sämtliche Protagonisten immer wieder verstrickt werden, wird dabei eindeutig als Folge der gesellschaftlichen Missstände deutlich. Damit illustriert der Film überaus effektvoll die bekannte Tatsache, dass es die Umstände des Lebens sind, die den einzelnen Menschen entscheidend prägen."
Asokan Nirmalarajah sah einen "wild-chaotischem, surreal-groteskem Genre-Cocktail aus Zirkusmilieustudie, Liebestragödie, Gesellschaftssatire, Actionfilm und Horrordrama. Doch die vielen sich gegenseitig behindernden Richtungen, in die der ambitionierte Film seine im Kern arg konventionelle Geschichte einer verhängnisvollen Dreiecksliebesgeschichte in der Zirkuswelt und vor dem politisch turbulenten Hintergrund des Franco-Regimes in Spanien drängt, sorgen weder für Anteilnahme, noch Nervenkitzel."
Thomas Volkmann sah ein schwer konsumierbares Werk. "Mit seiner insgesamt übersteigerten, ja fast opernhaften Dramaturgie und einer bis in die Tiefen der Sets überbordenden Ausstattung bleibt MAD CIRCUS insgesamt aber ein großartiges cineastisches Spektakel."
"Das Problem ist die unsägliche Gewaltspirale, die mit fortlaufender Dauer immer schneller gedreht wird. Die beiden Killerclowns sind grausam entstellte Kreaturen, die in zusammenhangslosen Metzelszenen immer brutaler agieren. Der füdliblutte Carlos Areces im Wald ist einfach nur noch doof. Dem Jugendschutz werden bei diesem Film die Haare zu Berge stehen. Ganz zu schweigen von den Menschen, die sowieso schon Angst vor Clowns haben."
MAD CIRCUS - EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD (
) ist laut Martin Gobbin "ein mit brachialer Energie ausgestatteter Film, der sich in seinen 107 Minuten nicht eine Pause gönnt. Auch der Zuschauer muss sich bei diesem Tempo auf einen konstant erhöhten Puls einstellen, denn das Werk ist eine einzige Bilderflut, ein Film im Modus der sinnlichen Überwältigung. Visuell bis in kleinste Details durchkomponiert, grundiert er mit seiner düsteren Einfärbung des desaturierten Filmmaterials eine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit, die von Javiers schmerzvollem Leben ausgeht. Diese Verzweiflung mündet schließlich in orgiastischen Gewalttaten, die Regisseur Álex de la Iglesia als ästhetisch, cool und konsumierbar stilisiert und sich damit merklich an Quentin Tarantino orientiert. Diese Ähnlichkeit wird auch durch die zwanghaften Versuche belegt, sowohl den Plot als auch das Szenenbild möglichst bizarr und damit Kult-prädestiniert auszustatten."
MAD CIRCUS - EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD (
) "überzeugt mit einer fabelhaften Atmosphäre und ist in der ersten Hälfte ein großartiger Film mit viel Potential. In der zweiten Hälfte zieht zwar die Gewaltspirale immer mehr an, aber die Story verläuft sich leider immer mehr. Visuell bleibt der Film aber durchgehend berauschend und er wahrt sich auch eine imponierende Eigenständigkeit. Trotzdem wird MAD CIRCUS - EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD (
) das Publikun wohl in zwei Lager spalten. Vor allem weil Regisseur Alex de la Iglesias sein Konzept mutig und kompromisslos durchzieht.
Florian Keller sah "eine rabiate Groteske um eine Zirkustruppe, die er uns als Zerrspiegel der spanischen Gesellschaft unter Franco aufs Auge drückt. Das blutige Duell zwischen den beiden Clowns ist als historische Allegorie gedacht, aber die bleibt so flach wie ein Comic."
Daniel Kothenschulte kann dem Film nichts abgewinnen. "Was diese Tortur im Wettbewerb verloren hat, weiß einzig der Zirkusdirektor am Lido, Marco Müller.!
Susanne Ostwald sah eine wüste Parabel auf die Franco-Ära. "Stilistisch bedient sich der Filmemacher einer sensationellen, übersteigerten Dramaturgie sowie einer markerschütternden Musik. Das sich anbahnende Ende der Franco-Ära findet hier eine drastische Überzeichnung. Dieses Meisterwerk zeigt eine neue, unverfrorene Art der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Diktatur."
MAD CIRCUS - EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD - Offizielle Seite (Englisch)
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MAD CIRCUS - EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD - Blog des Regisseurs (Spanisch)
MAD CIRCUS - EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD - imdb.com
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