Florian Keller lobt den Regisseur. "Das ist historisches Kino, aber stets auf der Höhe der Identitätsdiskurse der Gegenwart. Abdellatif Kechiche verharrt nicht in der Vergangenheit, sondern spielt die Frage nach Selbstbestimmung und Ausbeutung so gründlich durch, bis sie uns in all ihren Ambivalenzen heimsucht."
Rüdiger Suchsland ist enttäuscht. BLACK VENUS "ist eine lange, langatmige, zähe und reichlich unsinnliche Angelegenheit. Ein Film wie eine schlechte Universitätsvorlesung. Und tatsächlich bekommt man in einer Art strenger unausgesprochener Kapitelanordnung mehrere Vorträge und Abhandlungen serviert. Bereits in der ersten Szene lauscht man dem viertelstündigen Vortrag eines Wissenschaftlers im 19.Jahrhundert über Schädelformen und Schamlippen von Hottentotten mit dem Ergebnis, diese Menschen stünden dem Affen näher, als dem Europäer."