| Regie | Richard J. Lewis |
| Kinostart | 14.07.2011 |
Bei BARNEYS VISION krankt es laut Michael Kienzl nicht nur an seiner melodramatischen Inszenierung, ein schwerwiegenderes Problem ist die misslungene Übersetzung der Romanstruktur in ein gut funktionierendes Drehbuch. "Die Geschichte um den Mord, den Barney an seinem Freund Boogie verübt haben soll, ist etwa der Aufhänger des Films und wird auch an zentraler Stelle inszeniert, allerdings will sich nie so recht eine schlüssige Verbindung zur eigentlichen, die Gefühlswelt des Protagonisten betreffenden Story einstellen."
Paul Giamati wandelt in BARNEYS VERSION (
) laut Yavuz Say exzellent auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Tragik. Er "liefert erkenntnisreiche Einblicke in die Seele eines Mannes, der vorgibt keine Weisheiten zu bieten, obwohl er doch auf Grund eben seines humorvollen Umgangs in schwierigen Zeiten seine Weisheit zum Ausdruck bringt. Auch seine Statur ist bewundernswert dem Wandel dieses Menschen angepasst, der altert und weiterhin lässig seine Zigarre raucht, während er langsam immer gebückter läuft und auch mit dem Rücken zum Zuschauer überzeugt."
BARNEYS VERSION (
) enttäuscht Asokan Nirmalarajah als ein unausgegorenes Liebesdrama. Allerdings "ist der mehrere Jahrzehnte umspannende Alterungsprozeß der mal glücklich, mal unglücklich verliebten Narzißten, Chaoten und Neurotiker, die den hochkarätig besetzten, gefällig gestalteten Liebesreigen des routinierten Fernsehregisseurs Richard J. Lewis bevölkern, technisch gut in Szene gesetzt."
"Nicht die Regie ist hier das Problem, sondern die belanglose in zahlreichen Episoden erzählte Romanadaption von Michael Konyves. Aus dem Erfolgsroman wird somit auf der Leinwand eine unstrukturierte Biographieverfilmung/Krimi/Liebesdrama/Studie, die chaotisch, beliebig und vollkommen ziellos Richtung Abspann irrt. Nach über zwei Stunden ist dann Schluss, Barney ist tot und alle gehen mit einem Schulterzucken nach Hause."
Marcus Wessel ist von den Schauspielern begeistert. "Paul Giamattis Kollegen – darunter Oscar-Preisträger Dustin Hoffman und die großartige Rosamund Pike als Barneys wahre Liebe Miriam – veredeln schließlich diesen schauspielerisch außergewöhnlichen Film, bei dem Regisseur Richard J. Lewis jederzeit ganz genau wusste, wie er all diese Vorgaben und Zutaten am besten zusammenführen sollte. Er erschuf ein sensibles Charakterstück, das souverän zwischen von Leonard-Cohen-Songs untermalter Sentimentalität und Sarkasmus navigiert. Einen liebenswerteren Selbstzerstörer als Barney wird das Kino so schnell nicht mehr hervorbringen."
F.-M. Helmke sah "eine Tragikomödie, mit der Betonung auf Tragik. Es ist der jüdische Humor, der hier regiert, der selbst im größten Unglück noch einen Witz findet und das Leben feiert, indem er in seinen dunkelsten Stunden noch aus vollem Herzen lachen kann. So wie es Barney und sein Vater tun. Betrunken, mit einer Zigarre in der Hand."
Frank Vandenrath stellt fest: "Genug Material für ein herbes Drama, aber BARNEYS VERSION (
) ist eine Komödie, die mit viel jüdischem Humor gewürzt wird und geschickt zwischen Ironie und echtem Gefühl hin- und hermanövriert."
"Leider kann die hochkarätige Besetzung nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film die Komplexität des Buches nur ansatzweise erreichen kann. Ist dieses eine Mischung aus bösem Humor, einer Krimigeschichte und einer Liebesgeschichte, steht bei der Umsetzung vor allem Letztere im Vordergrund. Gegen Schluss überwiegen immer mehr die süsslichen Töne."
BARNEYS VERSION - Offizielle Website
BARNEYS VERSION - imdb.com
BARNEYS VERSION - moviepilot.de