| Regie | Uwe Boll |
| Kinostart | 07.10.2010 |
Das einzige Lob lässt sich laut Markus Hauschild "an die Optik aussprechen. Diese ist fast durchweg zufriedenstellend, die Boxkämpfe sind in ihrer Dynamik sogar sehr gut gelungen. Nur leider versuchte man mit der Akustik den Eindruck riesiger Boxstadien mit einem großen Publikum zu erzeugen, was aber eindeutig nicht vorhanden ist. Auch der Kommentator wirkt durch seinen mangelnden Enthusiasmus nicht wirklich authentisch. Uwe Boll erkannte wohl, dass die Kämpfe die Höhepunkte des Films bilden, wodurch sich die Dramaturgie von Boxring zu Boxring hangelt, ohne wirklich an Spannung aufzubauen."
Laut Martin Krauß ist Uwe Boll mit MAX SCHMELING (
) nur auf eine schlichte Heldengeschichte aus. Die "Gleichgültigkeit gegenüber der Geschichte durchzieht den Film. Um das Leben des Boxers zu erzählen, hat sich Boll eine Rahmenhandlung einfallen lassen, die pathetisch und einfallslos zugleich ist. Nachdem Schmeling 1941, als er mit seiner Fallschirmjägertruppe Kreta überfiel, verwundet wurde, erfindet Uwe Boll seinem Helden einen englischen Soldaten, mit dem der sich anfreundet, um ihm seine Geschichte erzählen zu können."
Für Georg Seesslen wäre Trash schöner. "Uwe Boll und Henry Maske also haben einen Film über Max Schmeling gemacht, vom Boxen verstehen sie beide etwas, zu ihrem Helden haben sie ein ungebrochenes Verhältnis von Bewunderung und Sympathie. Daher ist nichts an diesem Film zynisch, große Jungs spielen große Jungs für große Jungs (und ein paar Mädchen mit unkonventionellem Geschmack). Und sie machen es auf herzzerreißend direkte Art, man sieht hier eine der großen Wahrheiten des Trash-Films, dass "dilettantisch" vor allem bedeutet, dass man etwas aus Liebe macht."
Rührend nennt Jan Schulz-Ojala den Film. "Ein extremes Liebhaberprojekt also, Fremdschämen allemal inklusive. Irgendwann aber wandelt sich das in eine Anrührung um, und die extreme Sprödigkeit des Drehbuchs und des Hauptakteurs, gegen den die mimische und artikulatorische Wandlungsfähigkeit des frühen Arnold Schwarzenegger sich geradezu titanisch ausnimmt, gewinnt eine Art Charme. ... Für das Fachpublikum dürften die Boxszenen, darunter mit Mittelgewichtsweltmeister Arthur Abraham, am ergiebigsten sein. Der Laie freut sich eher an dem Aufwand, den die Nebendarsteller zur Kompensation der schauspielerisch zentralen Leerstelle treiben."
Werner Busch stellt fest: Uwe Boll macht bei MAX SCHMELING (
) im Rahmen seiner Möglichkeiten alles richtig. "Auch hier: In der unvermeidlichen "Boxer-bereitet-sich-auf-seinen-großen-Kampf-vor"-Montagesequenz des Films gibt es ein Bild, in der MAX SCHMELING (
) während eines Trainingslaufs neben einer Parkbank steht, schweißnaß pumpt er Luft, die Fäuste auf die Hüften gestemmt, die breite Brust hebt und senkt sich, heroische Pose. Im Vordergrund, dem Parkteich, heroische Musik, schwimmt eine Ente sehr langsam durchs Bild. Dieses Bild ist der Film."
Julia Teichmann schaut auf den Hauptdarsteller. "Das Spiel von Henry Maske lässt mitunter an Reinactment denken; zu einem Dokudrama, das eine Biografie abarbeitet, fehlen praktisch nur noch ausführliche Originalaufnahmen und eine sonore Erzählstimme aus dem Off. Die Brüche, die eine Biografie erst spannend machen, werden im recht unpersönlich stagnierenden Heldenepos nicht angesprochen. Vielleicht ist das der Entstehungsgeschichte des Films geschuldet: Zwei Hamburger Millionäre, die ungenannt bleiben wollten, wünschten sich mit ihrem finanziellen Anstoß des Projekts ein Denkmal für Henry Maske."
Andreas Kurtz berichtet von der Premiere.
Der Film MAX SCHMELING (
) hat heute Kinopremiere, mit Boxer Henry Maske in der Hauptrolle. Jan Oberländer ist dessen Schauspiellehrer Arved Birnbaum begegnet.
Für Martin Schwarz ist dem Filmteam "ein ordentliches Biopic gelungen, stimmig im Setting, angefüttert mit dem nötigen Pathos und in den Nebenrollen überzeugend besetzt. Doch so ein Film steht und fällt natürlich mit dem Hauptdarsteller. Und da agiert der so sympathische Henry Maske derart steif, dass es fast körperlich weh tut. Nun könnte man sagen, Schmeling selbst war auch nicht gerade der lässige Charmeur in der Öffentlichkeit und tat sich, wenn man zeitgenössischen Aufnahmen glauben darf, eher schwer im Umgang mit den Medien. Insofern nähert sich der ungelernte Mime seinem Vorbild wieder an. Weh tut’s trotzdem."
Überblick zum Film auf moviepilot.de