| Regie | Michel Gondry |
| Kinostart | 13.01.2011 |
Simon Born findet "den Ausgangsstoff des Films, der Heldenmythos um die grüne Hornisse, uninteressant. Er dient nur als leeres Gefäß, das mit eigenen Inhalten gefüllt werden kann. Wieso also nicht die Superheldenvorlage nehmen und statt eines superhero-movie einen amüsanten Seth Rogen-Film unter der Regie von Michel Gondry mit Cameron Diaz und Christoph Waltz in den Nebenrollen daraus machen? Es ist zumindest unterhaltsamer und origineller, als die immergleiche Heldenerzählung kosten zu müssen, die durch ständiges Wiederkäuen bereits jeglichen Geschmack verloren hat."
Michael Kienzl bezeichnet Michel Gondry für diesen Film als profillosen Handwerkers. "Einiges, aber sicher nicht alles lässt sich auf das große Budget des Films schieben. Man denke nur an Spike Jonze, der wie Michel Gondry seine Karriere mit Musikvideos begann, sich mit einem distinktiven Stil einen Namen machte und letztes Jahr mit einer ähnlich hoch budgetierten Großproduktion debütierte. Doch während es Spike Jonze in WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN (
) gelang, seine persönliche Handschrift zu bewahren, verschwindet Michel Gondry in THE GREEN HORNET (
) ganz hinter dem Ego seines Hauptdarstellers."
Der französische Filmtüftler Michel Gondry betont die komische Seite des Superheldentums - gegen die Trägheit eines Blockbusters hat er dennoch merklich zu kämpfen, meint Dominik Kamalzadeh. "Das von Evan Goldberg und Rogen verfasste Drehbuch reicht nur in der Typologie der Figuren über das Gängige hinaus und lässt es vor allem auf der Dialogebene deutlich an Einfallsreichtum fehlen. Das bekommt auch Christoph Waltz zu spüren, der hier als krisengeschüttelter Bösewicht Chudnovsky in seiner ersten Post-Oscar-Rolle zu sehen ist. Wie bei Quentin Tarantino legt er komische Nuancen seines Schurken frei, aber die Sprachspiele mit gestelzter Ausdrucksweise sind hier nur ein müder Abklatsch des Originals."
Der Film leidet an Temposchwankungen und der holprigen Dramaturgie, kritisiert Jörg Wunder. Der Film "ist weder so witzig noch so herrlich inkorrekt wie KICK-ASS (
). Spaß macht der Film dennoch: Es gibt originelle Zerstörungsorgien, Verfolgungsjagden und Todesarten. Und mit Christoph Waltz einen hinreißend verdorbenen Schurken, der sich in der deutschen Fassung einen bizarren osteuropäisch-wienerischen Akzent ansynchronisiert hat. Allerdings könnte einem sein manieristisches Virtuosentum bald auf die Nerven gehen, sollte er sich auf die Rolle als Hollywoods durchgeknallter Bösewicht festschreiben lassen."
Für Sebastian Moitzheim hat THE GREEN HORNET (
) "seine zähen Momente und an der Story hätten Rogen und Goldberg gerne noch ein wenig arbeiten können (Kevin Smith macht es in seiner Comicvariante, die auf seinem Drehbuchentwurf basiert, ein ganzes Stück besser), doch dank der guten Dialoge, der runden Charaktere und ihrer glaubhaften Beziehung und vor allem jeder Menge Selbstironie beweisen sie zusammen mit Gondry, dass auch im schablonenhaften Genre des Superhelden-Blockbusters Platz für Kreativität und unverbrauchte (auch visuelle) Ideen ist."
Simon Reber "wusste nicht so recht, was Michel Gondry mit THE GREEN HORNET (
) anfangen würde. Michel Gondry und Superheldenfilme? Milde ausgedrückt sah man dem möglichen Ergebnis äusserst skeptisch entgegen. Nun ist er da, der Film, und auch wenn er während seiner gesamten Spieldauer zu unterhalten weiss und das eine oder andere visuell eindrückliche Experiment erfolgreich ausführt, am Ende bleibt eine klitzekleines bisschen Enttäuschung übrig. Trotzdem: Im bunten Oeuvre der Superheldenfilm ist die grüne Hornisse sicherlich der bunteste Vogel."
Videoclip-Avantgardist Michel Gondry verwandelt die Popkulturlegende THE GREEN HORNET (
) mit viel Krach und wenig Kunstverstand in das Wrack einer Superheldenfabel, bemerkt David Kleingers. "Die umständliche Aufklärung einer lachhaft banalen Verschwörung - die selbstverständlich auch Reids geerbte Zeitung betrifft - langweilt nicht nur das Publikum, sondern augenscheinlich auch alle Beteiligten. Allen voran Christoph Waltz, der seinen wehleidigen Psychopathen auf Autopilot spielt und ansonsten betont unbeteiligt in der Kulisse steht. Damit hat er aber noch weit mehr zu tun als Cameron Diaz, deren dümmliche Rolle als Objekt spätpubertärer Begierden in jeder Hinsicht ein Ärgernis ist."
Michel Gondry hat mit THE GREEN HORNET (
) den bislang lustigsten, ironischsten und schönsten Superhelden-Film gedreht, findet Peter Uehling. Der Film "rettet das Superhelden-Genre nicht durch vermehrtes inhaltliches Gewicht, sondern durch dessen Reduktion. Hervor tritt der kindliche Kern dieser Fantasien: der Spaß an Geschwindigkeit, an Kraft, an Verantwortungslosigkeit. Die ganze moralische Einhegung der Superhelden-Geschichten wird mit Freuden niedergetrampelt und als pädagogischer Krampf bloßgestellt. Natürlich ist THE GREEN HORNET (
) Kinderkram, aber ein eigentümlicher unschuldiger und überaus charmanter. Das Drehbuch von Seth Rogen und Evan Goldberg ist fantastisch geschrieben."
Wunderbares Unterhaltungskino sah Thomas Groh. "Da schlagen die Gabelstapler Saltos in der Luft, eine Schlägerei zwischen Reid und Kato wird zum anarchischen Fest blanker Zerstörungslust, in dessen Verlauf ein gutbürgerliches Heim nach allen Regeln der Kunst in seine Einzelteile zerlegt wird. Noch wichtiger aber für das Gelingen eines Blockbusters: Die Actionszenen, gerade im fulminanten Showdown zwischen dem etwas obskuren Mafiaboss Chudnofsky (Christoph Waltz) und dem Heldenduo, ergeben sich freudig ihrer eigenen Awesomeness, dass es nur so eine Art hat. Zu Recht: Das ist cool und mitreißend, Unterhaltungskino der besten Sorte - hoffentlich demnächst auch in geschwedeter Variante."
Harald Mühlbeyer gibt THE GREEN HORNET (
) nicht viele Punkte. "Die Actionsequenzen sind nicht schlecht; vor allem aber, wenn Chudnofsky dabei die Hand im Spiel hat und mit Baumaschinen eingreift. Das Finale kann mit ein paar schönen Szenen aufwarten, Schießereien in der Druckerei und in Redaktionsräumen; dafür fahren bei der großen Verfolgungsjagd die unbeteiligten Autos auf der Straßenseite allzu sichtlich lediglich im Schneckentempo. Was irgendwie bezeichnend ist für diesen Film, bei dem vieles einfach nicht zusammenpassen will."
Andreas Scheiner schreibt: "THE GREEN HORNET (
) ist letztlich einfach ein großes Tamtam, eine eindrückliche Übung in Pyrotechnik. Actionliebhaber und Freunde von Seth Rogens Verliererhumor kommen auf ihre Kosten. Doch die Erwartungen an Michel Gondry erfüllt der Film nicht. Wo ist die Handschrift des Regisseurs? Wo ist der spitzbübische Schalk, der nicht nur Michel Gondrys frühere Filme, sondern auch seine meisterlichen Musikvideos für Björk, Chemical Brothers oder Foo Fighters auszeichnete? Es ist, als verstecke sich der Regisseur selbst hinter einer Maske."
"THE GREEN HORNET (
) ist eine humorvolle, nicht ernst zunehmende Comicverfilmung, die zwar mit der Konkurrenz nur schwer mithalten kann, weil sie nichts Neues zu bieten hat, aber zumindest unterhaltsam ist. Leider hat der Film schon so manch langatmigen Moment, der aber durch zwei gut aufgelegte Hauptdarsteller wieder ausgeglichen wird. Ein spaßiger Kinobesuch von dem man sich nicht zu viel erwarten darf, der aber dennoch seinen Unterhaltungswert hat."
THE GREEN HORNET (
) hat "viel Ähnlichkeit mit IRON MAN (
). Der Mann mit der eisernen Rüstung kombiniert hingegen die Schlagkraft und die Selbstironie in einer Person. Das ist dann wohl auch die einzige Schwäche von THE GREEN HORNET (
). Wenn der Titelheld in eine gefährliche Situation gerät, ist er auf die Hilfe seines Assistenten angewiesen. Dafür findet an THE GREEN HORNET (
) vielleicht auch ein Publikum Gefallen, das ansonsten nur wenig mit Superhelden anfangen kann. Fazit: THE GREEN HORNET (
) bereichert das Superhelden-Genre um einige amüsante Facetten und bietet vor allem sehr kurzweilige Unterhaltung."
Lars von Törne berichtet von der Präsentation THE GREEN HORNET (
) in Berlin, in Anwesenheit von Cameron Diaz.
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