| Regie | Byron Howard |
| Nathan Greno | |
| Kinostart | 09.12.2010 |
Rochus Wolff schaut auf die Haare. "Gut animierte Haare sind in der Computeranimation schon immer ein mühsames Geschäft und Statussymbol gewesen. So gibt es hier auch – obwohl man nie nach fotorealistischen Bildern strebt – überhaupt nichts zu meckern. Außerdem wuchern die Regisseure Nathan Greno und Byron Howard, der mit Autor Fogelman schon bei BOLT (
) zusammengearbeitet hatte, mit den visuellen Pfunden des Films am schönsten dann, wenn sie treffende Bilder für Momente finden, die jedes Wort zu viel zerreden würde – die Trauer von Rapunzels Eltern um ihre verschwundene Tochter etwa, oder ein romantischer Moment auf dem See ..."
Katja Lüthge schaut auf die "digitale Technik - mit erfreulichen Ergebnissen. Der 3D-Film zeigt alte Baukunst in neuem Glanz, das Fachwerk des Turms etwa wurde liebevoll restauriert. Rapunzels prächtiges Haar wogt und wallt raumgreifend, und das Lampionlichtermeer der Schlussszene erscheint zum Greifen nahe. Mit der Story von RAPUNZEL - NEU VERFÖHNT (
) ist der Disney-Konzern bei seinem 50. Animationsspielfilm indes kein Risiko eingegangen: Sie orientiert sich an der hauseigenen Prinzessinnen-Tradition samt konservativem Geschlechterrollenverständnis. "Mutter" Gothel darf sich damit trösten, die interessanteste Rolle gehabt zu haben, auch wenn es kein gutes Ende mit ihr nimmt."
Martin Schwickert vergleicht diesen Disneyfilm mit jenem von letzten Jahr KÜSS DEN FROSCH (
). "Der Groove und die wohlkolorierte Wärme, die den handgezeichneten Froschkönig auszeichneten, will sich allerdings in diesem Hi-Tech-Trickfilm ebenso wenig einstellen wie die tolldreiste Märchendekonstruktion, mit der das Konkurrenzprodukt SHREK (
) die etablierte Animationsschmiede aus der Reserve zu locken versuchte. Dennoch: Zwischen Tradition und Erneuerung schwingt sich RAPUNZEL - NEU VERFÖHNT (
) voller Elan über den Abgrund wie seine langhaarige Hauptfigur."
Der Weihnachtsfilm setzt laut Susanne Ostwald "auf bewährte Elemente der Disneyschen Märchentradition und führt sie mit zeitgemässen Mitteln fort. Dazu gehört allerdings auch die stilistisch tendenziell kalte Computeranimation. Die Szenerien sind zwar in ihrer panoramischen Breite beeindruckend und brauchen nicht unbedingt 3-D, um Tiefenwirkung zu entfalten. Doch trotz liebevoller Charakterzeichnung sind die Figuren allzu glatt gekämmt – es fehlen die charmanten Ecken und Kanten handgezeichneter Produktionen wie etwa in Disneys letztem Weihnachtsfilm, KÜSS DEN FROSCH (
)."
Sarah Stutte ist positiv überrascht. "Obwohl diese Grimmsche Rapunzelverfilmung eine Ära besiegelt, steht sie, als erster eigener Disney-3D-Animationsfilm überhaupt, gleichzeitig auch für den Schritt in die Moderne. Alle Bewegungsabläufe sind perfekt und fliessend animiert. Allein für Rapunzels lange Kopfbedeckung wurde eine brandneue Software entwickelt, die Struktur und Schwung absolut realistisch aussehen lässt. Den Animatoren ist unter der Leitung von Pixargründer und Disney-Kreativchef John Lasseter neben diesem Kunststück noch ein weiteres gelungen: Trotz der Innovationen erinnert RAPUNZEL - NEU VERFÖHNT (
) in vielen Momenten an den handgezeichneten Charme von damals."
Der neue Disney-Animationsfilm RAPUNZEL - NEU VERFÖHNT (
) setzt laut Michael Pekler auf Effekte. "Selten haben Einsatz und Wirkung des 3D-Effekts in der jüngeren Ära des Animationsfilms für einen Moment so fantastisch zueinander gefunden wie im Disney-Film Rapunzel: Achtzehn Jahre lang beobachtet die Königstochter aus ihrem versteckten Turm das Lichtermeer, bis ihre Ängste vor der Außenwelt wie die Laternen in den Wind geschrieben sind. Nun wird die Faszination für sie zum buchstäblichen Beweggrund."
"Bis auf die Tatsache, dass der Film neu ist, halten sich die filmischen Innovationen mehr als nur in Grenzen. Wieder einmal wird munter geträllert, mit den viel zu großen Kulleraugen gerollt und mit einer moralisch einwandfreien Geschichte gehämmert. Interessant ist vielleicht noch, dass die Disney-Traditionen im Film ständig mit einem ironischen Unterton versehen wurden – der Weltkonzern biedert sich hier dem Zeitgeist an und lässt auf diese Weise sein Rapunzel-2.0-Werk zu einem gemäßigten SHREK (
)-Verschnitt verkommen."
Lida Bach ist enttäuscht. "Aus dem gewöhnlichen Mädchen ist eine klassische Disney-Prinzessin im rosa Kleid geworden. Der Weg in Freiheit führt sie nicht auf eine symbolische Wanderschaft, sondern geradewegs zum Traualtar. Greno hatte Recht: Das Märchen wurde auf den Kopf gestellt. Aus einer der zärtlichsten grimmschen Geschichten ist einer der emotional kältesten Disney-Filme geworden."
Wenn in RAPUNZEL - NEU VERFÖNT die Figuren schweigen, erkennt Alexander Gajic, was Animationsfilm bedeuten kann. "Charme und Emotionen übertragen, nur durch die Kraft von bewegten Bildern und nachempfundenen Gesten. Kurze Zeit später fangen dann alle wieder an zu reden und zu singen und der Zauber ist vorbei. Das liegt nicht einmal daran, dass Alexandra Neldel und Moritz Bleibtreu Sache als deutsche Synchronsprecher von Rapunzel und ihrem love interest Flynn Rider irgendwie schlecht machen würden, im Gegenteil. Es fällt einfach nur schwer, hinter all den kitschigen Phrasen irgendetwas anderes als Klischees zu entdecken."
RAPUNZEL - NEU VERFöHNT (
) "ist eine schöne und stimmungsvolle Umsetzung der klassischen Geschichte. Ein bisschen frisiert, mit glatten Charakteren angereichert und wundervoll animiert, entpuppt sich der Film für jeden Disneyfan als Hingucker. Ein schöner Film, der allerdings ein bisschen mehr Pepp im Mittelteil vertragen hätte."
Mehr Trailer und mehr Bilder zu RAPUNZEL - NEU VERFÖHNT auf trickfilm-zeit.de
Überblick zum Film auf moviepilot.de
RAPUNZEL - NEU VERFÖHNT - Offizelle Webseite
RAPUNZEL - NEU VERFÖHNT - critic.de
RAPUNZEL - NEU VERFÖHNT - moviepilot.de
RAPUNZEL - NEU VERFÖHNT - imdb.com