| Regie | Ricky Gervais |
| Matthew Robinson | |
| Kinostart | 08.07.2010 |
Lukas Foerster ist enttäuscht. "Schon dieser erste Abschnitt wirkt seltsam steril. Nicht, dass der Film völlig misslungen wäre. Gelegentlich ist er ganz im Gegenteil zum Schreien komisch. Aber LÜGEN MACHT ERFINDERISCH (
) hat ein ziemlich grundsätzliches Problem: Die Idee, aus der er entsprungen ist, hält den Film an einer viel zu kurzen Leine. Nichts und niemand darf ein Eigenleben führen, dass über sie hinaus weisen oder von ihr ablenken könnte. Der Film verstellt den Figuren damit eben jenen Eigensinn, den ungestüm auszusprechen er ihnen eigentlich zu erlauben verspricht."
"Die nicht ganz oberflächliche Komödie mit einer sympathischen Idee und ihrer sympathischen Hauptfigur präsentiert ein witziges Konzept, das sich selbstverständlich in unserer Welt der Täuschungen nicht ganz schlüssig realisieren lässt. Doch am Ende läuft alles auf nur ein Liebesfilm-Finale hinaus. All die netten Ideen des Anfangs bleiben verlorene Gedanken-Mühe."
Daniel Haas entdeckt Tiefsinn in LÜGEN MACHT ERFINDERISCH (
). "Es gehört zur humanistischen Signatur dieses kleinen großen Films, dass er die Geburt der Lüge an diesen Moment existentieller Bedrängnis koppelt. Bellison erfindet am Krankenbett eine Geschichte: Im Himmel lebe ein Mann, der richte alles zum Besten. Alle bekämen schöne Häuser, man träfe seine Freunde wieder, wäre guter Dinge und hätte keine Schmerzen. Das Paradies als Kleinbürgeridyll, aber was für eine kulturelle Großtat damit einhergeht: die Geburt der Metaphysik (und der Dramaturgie) aus dem Geist des Trostes."
Wie uninspiriert sich die Filmemacher mit den Beschränktheiten des "Romantic Comedy"-Genres abfinden, enttäuscht Holger Römers. "Letzten Endes läuft alles darauf hinaus, dass Mark seine Anna bekommt, obwohl sie von seinem Erscheinungsbild zunächst so gar nicht angetan war. Wie die Filme von Judd Apatow insistiert LÜGEN MACHT ERFINDERISCH (
) darauf, dass eine hübsche Frau sich partout mit einem weniger ansehnlichen Kerl abzufinden habe. Selbst dann, als seine Figur als einziger Bewohner der fiktiven Kleinstadt Fantasie entwickelt hat, kann sich Rick Gervais keine andere Welt vorstellen als die, in der die Frau am Herd steht und Männern ihr Mittagessen kredenzt."
Leider ist LÜGEN MACHT ERFINDERISCH (
) nicht mehr als ein anspruchsloser Spaß, wie Harald Steinwender findet. "Überraschend bleiben allenfalls einige an Monthy Pythons DAS LEBEN DES BRIAN geschulte absurd-subversive Tiefschläge gegen die monotheistischen Religionen. Daneben bietet LÜGEN MACHT ERFINDERISCH (
) amüsante Gastauftritte von Schauspielerkollegen wie Rob Lowe, Philip Seymour Hoffman und Edward Norton, die sich, in der Maske teils bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet, zum Affen machen. Als weitgehend anspruchsloser Spaß bleibt die Komödie jedoch deutlich hinter ihrer fast philosophischen Prämisse zurück."
F.-M. Helmke hält LÜGEN MACHT ERFINDERISCH (
) zu gute, "dass er für eine gute halbe Stunde sehr faszinierend ist, da man eben Dialoge zu hören bekommt, die es so in noch keinem Film gegeben hat, in genüsslich-trockener Ernsthaftigkeit dargeboten von hervorragenden Schauspielern (die Ehrerbietung für Ricky Gervais und der Spaß, so etwas zu spielen, hat einige berühmte Leute in kleine Gastrollen gelockt, u.a. Edward Norton, Philip Seymour Hoffman und Tina Fey; und Jennifer Garner spielt hier schlichtweg großartig). Doch je länger man zusieht, desto unwohler fühlt man sich in dieser Welt mit ihrer deprimierenden, gnadenlosen Ehrlichkeit."
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