Inhalt • VERSAILLES
Majestätisch erhebt sich das Schloss von Versailles inmitten gepflegter Gärten. Doch die weltberühmte Barockanlage grenzt an dichte Wälder. Und in denen leben Menschen, die sich freiwillig oder unfreiwillig hierhin zurückgezogen haben. So auch der noch junge Damien (Guillaume Depardieu), der mitten im Wald in einer Einsiedlerhütte haust. Eines Tages taucht hier die obdachlose Nina mit ihrem fünfjährigen Sohn Enzo auf. Sie freundet sich mit Damien an, verbringt eine Nacht mit ihm, nur um am nächsten Morgen heimlich zu verschwinden und das Kind bei Damien zurückzulassen. Zwischen dem Mann und dem kleinen Jungen entwickelt sich eine spröde Zuneigung, in der beide Vertrauen und Geborgenheit finden.
Kritik • VERSAILLES • 25. Mai 2010 • film-dienst
Für Esther Buss erzählt der Regisseur "zurückhaltend und in einfachen, klaren Bildern von ihrem gemeinsamen Leben in den dicht bewachsenen Wäldern, doch er trotzt der Härte ihres Alltags, dem Hunger, der Kälte, der Einsamkeit, dennoch eine gewisse Zärtlichkeit und Schönheit ab, die in manchen Momenten sogar an die Stimmung in Terrence Malicks BADLANDS erinnert. ... VERSAILLES ist alles andere als eine sozialrealistisch gestrickte Elendsgeschichte. Und dennoch erzählt Pierre Schoeller von gesellschaftlich relevanten Themen – von sozialen Normen, von Ausschluss, Zwängen und Freiheit, von der Illusion der Freiheit, vielleicht aber auch von der Illusion eines behüteten Lebens."