Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

PICCO

PICCO

Regie Philip Koch
Kinostart 03.02.2011
Genre Drama

Kritiken • PICCO

23. Oktober 2010 | PICCO • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Obwohl PICCO (PICCO Trailer) laut Michael Kienzl "die scheußlichsten Fakten aus Siegburg weglässt und die Kamera beim Anblick von Gewalt auch einige Male wegschwenkt, ist die Szene unheimlich hart anzusehen. Aus einem scheinbar harmlosen Kartenspiel inszeniert Philip Koch kammerspielartig die mehrstündige Folter, in der die Gefangenen den letzten Funken an Menschlichkeit verlieren. Der Zuschauer bleibt in diesem Moment auf sich allein gestellt. Kevin, der lange Zeit noch schlechtes Gewissen der Missstände war, hat hier seine Funktion als Identifikationsfigur endgültig verloren und entzieht sich dem Zugriff des Publikums. Die Kamera zeigt ihn nur noch von hinten oder weit in die Tiefe der Bilder gerückt. Als Kevin dann doch noch einmal versucht aufzubegehren, ist es schon zu spät."

02. Februar 2011 | PICCO • Kritik • textezumfilm.de

"PICCO (PICCO Trailer) basiert auf wahren Begebenheiten, insbesondere aber auf der unfassbaren Tat, die sich in der JVA Siegburg im Jahre 2006 zutrug, als ein jugendlicher Häftling von seinen drei Zellengenossen stundenlang gequält, gefoltert und schließlich ermordet wurde. Regisseur Philip Koch stellt die Spirale der Gewalt nach. Seine in entsättigte, dem Sujet entsprechend sehr kühle Farben getauchten klaustrophobischen Einstellungen gipfeln in der engen Zelle in einem grausigen Kammerspiel. Obwohl Philip Koch diesen Sadismus in keinem Augenblick voyeuristisch ausnutzt und ihn etwa auch nicht durch den Einsatz von überwältigender Musik verstärkt, kann man als Zuschauer berechtigterweise fragen, ob die Gewalt so explizit und in dieser Länge gezeigt werden muss."

02. Februar 2011 | PICCO • Kritik • kultiversum.de

Das kammerspielartige Jugend-Drama hinterlässt laut Denis Demmerle "seine Zuschauer schockiert, tief in den Sessel gepresst, mit umgedrehtem Magen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die auf wahren Begebenheiten der letzten Jahre – vor allem den Ereignissen in Siegburg – fußende drastische Geschichte Philip Kochs so oder ähnlich real ist, erscheint zu hoch. Ein ungeheuer wuchtiger, schmerzhafter Film, von dem zarte Gemüter die Finger lassen sollten."

01. Februar 2011 | PICCO • Kritik • schnitt.de

Dominik Bühler lobt den Regisseur. Er "inszeniert diese wichtige Thematik mit einer stilistischen Sicherheit, die für einen Debütfilm bemerkenswert ist. PICCO (PICCO Trailer) ist ein schonungsloses Kammerspiel, ein dunkler Heimatfilm aus den heimatlosesten Räumen der Republik und schlichtweg schwer zu ertragen, doch wäre es dem Film und seinem Gegenstand zu wünschen, daß sich viele Zuschauer der Herausforderung stellen. Vielleicht ist dies kein Film, der Kevin gefallen hätte, wenn er nach der Haftentlassung ins Kino gegangen wäre, doch seine Hoffnung auf eine absehbare Zukunft in Freiheit ist ohnehin verloren."

21. Mai 2010 | PICCO • Kritik • Der Tagesspiegel

Laut Jan Schulz-Ojala wird hier das Prinzip Steigerung präsentiert. "Darauf, wie Tritt für Tritt die Menschenwürde von Schwächeren gebrochen wird, womit allerdings auch die Starken – Kollateralschaden! – ihren eigenen Menschlichkeitsrest zerstören. An der Gewalt, die der Regisseur in kalten, entsättigten Farben inszeniert, weidet er sich nicht, sondern deutet sie als Folge der Zusammensperrung, der institutionellen Verwahrlosung in einem System, das die darin Überlebenden für immer zu Tätern macht."

01. Mai 2010 | PICCO • Kritik • Picco

Überblick zum Film auf moviepilot.de

| PICCO • Kritik • negativ-film.de

PICCO (PICCO Trailer) liegt - laut Janusch Ertler - tatsächlichen "Begebenheiten zugrunde, verzichtet aber darauf, dies hervorzuheben. Die Bilder vermitteln für sich genommen ausreichend Realität. Dabei ist PICCO (PICCO Trailer) kein durchstrukturiertes Werk, keine Charakterstudie, kein Drama bei dem man leicht mitfühlt. Es ist eine Dokumentation. Eine Bestandsaufnahme, welche durch ihren dokumentarischen Charakter eine Radikalität aufweist, zu der sich lange keine deutschen Filmemacher mehr getraut haben. Ein Wunder, dass der Film überhaupt entstanden ist."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,58806