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UNTER DIR DIE STADT

UNTER DIR DIE STADT

Regie Christoph Hochhäusler
Kinostart 31.03.2011
Genre Drama

Kritiken • UNTER DIR DIE STADT

19. Mai 2010 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Felix von Boehm ist enttäuscht. "Widerstreit zwischen klassischer Form und rebellischer Exzessnatur ist UNTER DIR DIE STADT (UNTER DIR DIE STADT Trailer) im besten Sinne zeitgenössisch: Der Film spiegelt flachen Smalltalk, gesichtslose Architektur und bräsige Saturiertheit wieder. Und kann nur durch jene Entlarvung der Wohlstandsgesellschaft von der Sehnsucht nach Gefühl, Körperlichkeit und auch ein wenig Rausch erzählen. Christoph Hochhäusler will wie Roland Cordes "eigentlich über die Liebe reden." Ihm jedoch können wir glauben."

16. Mai 2010 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Für Rüdiger Suchsland ist der "Versuch, die heutige Finanzwelt zu fassen, in UNTER DIR DIE STADT (UNTER DIR DIE STADT Trailer) genauso grundsätzlich sinnlos, wie in Oliver Stones WALL STREET-Fortsetzung. Dies nicht, weil Christoph Hochhäusler etwas falsch gemacht hätte, sondern weil sich die heutige Finanzwelt nicht mehr mit privaten, persönlichen Geschichten erfassen lässt. ... Stattdessen wirkt dann alles manchmal ein bisschen so, wie klein Moritz sich die Welt des großen Geldes vorstellt. Die Banker sehen alle eher halbseiden aus. Und auch der Blick aufs Bürgertum als verworfener, kalter, aber auch trauriger Klasse scheint mir etwas arg konzeptgesteuert, nicht wirklich erfahrungssatt."

31. März 2011 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • Der Spiegel

Maren Keller ist irgendwie ratlos. "Die Kamera schaut nicht zu den Menschen dort oben hinauf, sie schaut auch nicht auf sie herab, sie schaut ihnen neugierig, aber verständnislos aus der Ferne zu. Der Film ist eine Finanz-Milieu-Studie, so anteilnahmslos wie der Bericht einer Unternehmensberatung. ... Der Film ist nie mitreißend. Und er kann auch keinen Spaß machen, weil Spaß in seiner Welt schlichtweg nicht existiert. Letztlich ist dieser Film wie ein Blick auf die Glasfassaden einer der Türme in Frankfurt: Manchmal glaubt man etwas zu erkennen, aber wahrscheinlich ist es doch nur die eigene Projektion auf den spiegelglatten Flächen."

30. März 2011 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • kultiversum.de

Dennis Demmerle stellt fest: "Es wäre ein Leichtes, ihn als Filmkunst-Kleinod zu feiern. Schließlich entwickelt Christoph Hochhäusler eine ganz eigene Perspektive, um das Verhältnis der jungen, attraktiven Svenja mit dem mächtigen Manager Cordes sperrig zu erzählen. Das Ganze in der Banker-Pendler-Stadt Frankfurt mit ihren kühlen Fassaden, die er zum heimlichen dritten Protagonisten stilisiert. Doch all das fesselt zu selten. Christoph Hochhäusler packt sein Publikum nicht, da es einfach nicht in seine Charaktere hineinfindet."

13. Januar 2011 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • schnitt.de

Oliver Baumgarten schaut auf Regisseur Christoph Hochhäusler. "So inszeniert er seine Protagonisten aus den hohen Etagen der Bank durchgehend in Verbindung mit Beiträgen der schönen Künste. In den Fluren und Büros hängen große Gemälde moderner Prägung, in Cordes’ Privatwohnung großformatige Fotos von Körpern. Man geht zu Vernissagen und Vorträgen und veranstaltet Kammermusikabende in hochwertiger Heimarchitektur. Aus dem Umfeld der Hochkultur heraus, geradezu legitimiert durch ihre Präsenz, entfalten sich die zum Teil archaischen Charakterzüge des Kapitalismus. Kunst als Kulisse für eine Wirklichkeit vom Leben- und Sterbenlassen."

13. Januar 2011 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • schnitt.de

Für Lena Serov sind die Protagonisten "robust und gleichzeitig undurchsichtig wie die verspiegelten Glasfassaden, die sie umgeben. Nur in körperlicher Verausgabung und exzessiver, doch choreographierter Hingabe vermögen sie kurz aufzubrechen. Dazu liefert Benedikt Schiefer den genial kühlen Sound, der den Film gleichzeitig zu einem spannenden Thriller macht. Christoph Hochhäusler interessiert sich jedoch in letzter Instanz nicht für die (psychologischen) Konsequenzen von Handlungen von Subjekten oder die Strukturen des Finanzmarktes, sondern deutet lediglich die (Un-)Möglichkeiten und Fatalität jenes Handelns an und öffnet damit ein kleines Fenster in eine andere Welt."

13. Januar 2011 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • schnitt.de

Carsten Happe bilanziert: "Regisseur Christoph Hochhäusler und Kameramann Bernhard Keller übersetzen die Gefühlswelt der Protagonisten in gleichsam klar durchdachte wie unergründliche Bilder. Und mit kühler Brillanz sezieren sie die Abgründe der Leidenschaften, die ebenso tief sind wie die Hochhausschluchten der Stadt."

28. November 2010 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • negativ-film.de

Problematisch wird UNTER DIR DIE STADT (UNTER DIR DIE STADT Trailer) laut Ciprian David "erst mit der Frage nach dem größeren Zusammenhang. Denn, ob es sich um die Darstellung der Finanzwelt, um den Angriff auf die Großstadt, oder um das zeitgemäße Erzählen einer (milieuverankerten) Liebesgeschichte dreht, bietet der Film keine Neuerungen mit Ausnahme des frenetisch exakten Umgangs mit der Form. So ist sein Wert lediglich auf der formellen Ebene zu finden, als ein durchaus virtuoser Umgang mit Strukturen und Mustern, dem aber die inhaltliche Ebene nicht gerecht wird."

17. Mai 2010 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • film.dienst-blog

"Die omnipräsente Verspiegelung der urbanen Räume benützt Christoph Hochhäusler dabei souverän als orchestrierend-kommentierende Ebene, die das in schillernden Brechungen umspielt, was der Film dialogisch oder szenisch nicht auflösen will: die Entdeckung, dass der Boden, auf dem man zu stehen meint, eine mentale Konstruktion ist. Der Titel des Films, aber auch wiederkehrende Bildmotive wie die Fahrt mit dem Aufzug nach oben oder der Blick nach unten, aufs Straßen- und Menschengewirr, signalisieren ein Schweben, das einen je nach Perspektive schwindeln oder frösteln macht."

17. Mai 2010 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • Der Tagesspiegel

Das Setting ist laut Jan Schulz-Ojala bezwingend. Und beklemmend aktuell. "Die Berliner Schule, zu der auch Christoph Hochhäusler zählt, hat es nach wie vor nicht so sehr mit Geschichten. Sie sind nur das notwendige Was eines Films, nicht das Wie und Warum, dem ihr ganzes Augenmerk gilt. So wirken ihre Arbeiten perfekt konzipiert, wunderbar anzusehen, auseinander zu nehmen und wieder zusammenzubauen. Auch in Sachen Liebe, sofern die Story sie verlangt, geht es ihnen meist wie den Kunden der Expertisen, über die Hochhäuslers Banker spotten: "Was die wollen, ist doch bloß die wissenschaftliche Bestätigung ihres Bauchgefühls.""

17. Mai 2010 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • Der Tagesspiegel

Christine Peitz ist enttäuscht. "Zwar hält Christoph Hochhäusler die entfremdete Welt der Frankfurter Bankhochhäuser mit virtuoser Kamera (Bernhard Keller) und einer faszinierenden, die Wirklichkeit entwirklichenden Ästhetik fest. Aber die Story, die der Regisseur mit dem Schriftsteller Ulrich Peltzer im gläsern-kühlen Design angesiedelt hat, funktioniert nicht. Weder die Affäre zwischen der Banker-Gattin Nicolette Krebitz mit Robert Hunger-Bühler als Chef ihres Mannes, noch der Banker-Jargon, noch der verrätselte Plot. Bei dem Versuch, die abstrakte Welt des Geldes in Bilder zu fassen, zielt Christoph Hochhäusler auf Stilisierung, kippt jedoch ins Prätentiöse."

17. Mai 2010 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • Der Spiegel

Dröge nennt Lars-Olav Beier den Film, der Regisseur legt seinen Figuren pennälerhaft Klischeesätze in den Mund. "Die Banker in dem Film reden so, wie sich Klein Erna vorstellt, dass Banker reden: Sie reihen Leerformeln und Anglizismen aneinander. Ein Josef Ackermann vermittelt in einer Minute mehr Charisma und Esprit als Hochhäuslers Banker-Bagage in den fast zwei Stunden seines Films. Und während das Geld schon in Oliver Stones Film nicht mehr richtig Spaß machen durfte, als wäre es zu schmutzig, um sich damit zu amüsieren, wird ihm bei Christoph Hochhäusler nun auch noch der letzte Rest Sinnlichkeit ausgetrieben. Kalt, gläsern, metallisch und strahlend weiß sind die Räume."

17. Mai 2010 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • Berliner Zeitung

Wie Anke Westphal feststellt, wurde UNTER DIR DIE STADT (UNTER DIR DIE STADT Trailer) zurückhaltend aufgenommen in der Reihe "Un certain regard". "Dabei überzeugt die Geschichte einer Affäre zwischen einer jungen Frau und dem Chef ihres Mannes, einem mächtigen Bankier, nicht allein durch großes Stilbewusstsein, sondern auch durch die Präzision, mit der hier erotische und Machtstrategien inszeniert sind."

16. Mai 2010 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • sennhauser.ch

"Käme dieser Film aus England oder Frankreich, wäre er wahrscheinlich im Wettbewerb gelandet. Aber, wie ein geschätzter Kollege zu Recht angemerkt hat: So wie er aussieht, dermassen abstrakt, rigide, senkrecht und waagrecht, heisskalt und gläsern, kann er nur aus Deutschland kommen. ... Christoph Hochhäuslers Film ist formvollendet, unglaublich gleissend anzusehen, gläsern ohne zu splittern, und – eher überraschend – nicht ohne Humor."

01. Mai 2010 | UNTER DIR DIE STADT • Kritik • Unter dir die Stadt

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