| Regie | Steven Spielberg |
| Kinostart | 16.02.2012 |
Der Film setzt laut Robert Zimmermann "auf die Macht malerischer Bilder als Emotionsgenerator. Die epische Geschichte kommt nur langsam ins Rollen, denn zunächst gilt es die Friedenszeit zu beleuchten und die innige Beziehung zwischen Farmerssohn Albert und seinem Pferd Joey zu etablieren." Es fliegen zwar die Fetzen, die von Janusz Kaminskis Kameras rasant ins Bild gesetzt werden, jedoch wirkt das Schlachtengemälde im Vergleich zu Steven Spielbergs D-Day-Epos DER SOLDAT JAMES RYAN routiniert und geradezu (auch wörtlich) blutarm.
Eine "opulente Adaption" nennt Gregor Wossilus den Film GEFÄHRTEN (
). "Steven Spielberg weiß immer noch, wo er seine Kamera aufstellen muss, um ebenso unvergessliche wie mitreißende Szenen auf die Leinwand zu bringen. Es gibt beeindruckende Schwenks über kriegsverwüstete Felder, die das grausige Geschehen des Ersten Weltkriegs greifbar machen. Auch drückt der Film mehrfach wirkungsvoll auf die Tränendrüse, wenn Pferd Joey ein weiteres Mal einen guten Besitzer verliert und noch schwerere Unbill als vorher ertragen muss. Visuell ist GEFÄHRTEN (
) gelungen."
"Steven Spielberg beschwört eines seiner Idole, Meisterregisseur John Ford", schreibt Christoph Huber. "Wo Ford an die Emotionen appellierte, um widersprüchliche Panoramen zu entwerfen, bleibt Spielberg aber dem einfachen Strickmuster des (zu) kalkulierten Sentiments treu: GEFÄHRTEN (
) ist ein simpler Disney-Tierfilm in überdimensionalen Proportionen."
"Wendy-Kitsch trifft auf Weltkriegshorror", schreibt David Kleingers und fragt sich, was Steven Spielberg geritten hat, diesen Kitsch zu inszenieren. Eine Frage, die er auch zum Ende des Filmes nicht beantworten konnte.
"Ähnlich seinem Welterfolg E.T. - DER AUßERIRDISCHE (1982) gelingt Steven Spielberg wieder eine Lobeshymne auf die wunderbare Freundschaft über alle Unterschiede hinweg", meint José García. "Denn GEFÄHRTEN (
) ist trotz seiner Schwächen vor allem ein Familienfilm über Freundschaft und Loyalität, der die Grausamkeit des Krieges weitgehend in Totalen zeigt, sodass der Film in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben wurde."
Laut Denis Sasse stellt GEFÄHRTEN (
) nicht den Krieg, sondern die Freunschaft zwischen dem Jungen und dem Pferd in den Mittelpunkt. "Der Film zeigt grausame Taten, aber gute Menschen. Damit erschafft Steven Spielberg einmal mehr seine Märchenwelt, in der seine Figuren alle Hürden meistern um den Zuschauer zu einem verdient verträumten Happy End zu führen."
"Irgendwie kitschig und altmodisch", schreibt Elisabeth Maurer, aber "darüber hinaus ein gutes Melodram, ein guter Film..... GEFÄHRTEN (
) ist ein Melodram nach klassischer Manier. Nicht von ungefähr erinnert diese letzte Szene an die Western John Fords oder auch an VOM WINDE VERWEHT. Es wird eine klassische Heldenreise erzählt, mit erwartbaren Wendungen, Charakteren, die zwischen Gut und Böse aufgeteilt sind und die klaren Motiven folgen, Hochglanzbildern, großen Gefühlen und Pathos sowie einem deutlichen und berührenden Thema im Hintergrund."
Günter H. Jekubzik ist nicht überzeugt. "Dass Spielberg dieses lauwarme Hufeisen angefasst hat, kann man sich nur erklären, weil dieser Gaul irgendwie wie E.T. - DER AUßERIRDISCHE. ist: Nach Hause galoppieren... Denn eindeutig liegt der Fokus falsch. Man bangt nicht wirklich um die Pferde, und währenddessen gehen bei der Schindmähren-Odyssee die menschlichen Protagonisten verloren. Verkörpert von großartigen Schauspielern, die wegen eines Pferdes zu kurz kommen. Aber man lernt, Pferde sind eindeutig die besseren Menschen."
GEFÄHRTEN (
) ist laut Şule Durmazkeser "ein Filmmärchen, das mit viel Sentimentalität und oft auch Kitsch aufwartet, was besonders in der lichtdurchfluteten, goldgelben Schlusssequenz auf die Spitze getrieben wird. Trotzdem verspricht der Film dank spannender Kameraführung, eindrücklichen Bildern und sympathischen Darstellern gute Unterhaltung."
"GEFÄHRTEN (
) ist aber vor allem deswegen so ärgerlich", schreibt Martin Thomson, "weil man in jeder scheiternden Sekunde dieses Films weiß, daß es Spielberg auch besser hätte hinbekommen können, wenn er sich nur ein bißchen zurückgehalten hätte."
Der Film ist "emotionsgeladen, häufig tragisch und weiss zumindest in den Kriegsszenen fast immer zu überzeugen. Manchmal wird's aber etwas gar rührselig, wobei der gefühlsschwangere Soundtrack seinen Teil zum Kitschfaktor beisteuert. Die sentimentale letzte halbe Stunde ist noch okay - zuviel des Guten sind aber die Schlussminuten, die mit einer völlig übertriebenen, VOM WINDE VERWEHT-ähnlichen Farbpalette aufwarten. Schade, Mr. Spielberg, leider ein Griff in den falschen Farbtopf."
"Wenn es zwei Themen gibt, die das Werk von Steven Spielberg durchziehen, dann sind es große Märchen und große Kriege", meint Michael Föls. "In GEFÄHRTEN (
) bündelt Spielberg diese beiden Themenkomplexe nun zu einer gesammelten Essenz seines Schaffens. Und es ist umso beeindruckender, dass Spielberg all diese Gefahren völlig egal sind. Er lässt sich nicht abschrecken und inszeniert Gefährten als großes, romantisiertes Märchen mit Mut zum (guten) Kitsch und beweist viel Feingefühl im Umgang mit den Figuren."
Die Deutsche Film- und Medienbewertung vergibt das Prädikat besonders wertvoll und begründet es unter anderem so: "Spielberg inszenierte mit großer und sicherer Hand. Eine vorzügliche Kamera und die eindrucksvolle Ausstattung sind herausragende handwerkliche Leistungen. So auch das perfekte Spiel der gut gewählten Darsteller. Dramaturgisch gezielt setzt Spielberg als Grundästhetik starke Emotionen durch Blicke, Gesten und Dialoge ein."
Oliver Kaever ist enttäuscht. Regisseur Steven Spielberg setzt "auf den Gegensatz zwischen einer Idealwelt, in der Mensch und unschuldige Kreatur brüderlich miteinander leben, und dem Grauen des Krieges, der beide verschlingt. Eine schwarz-weiß Zeichnung, die das Diktat des Gefühls an die Stelle von psychologischer Glaubwürdigkeit."
So schmerzhaft, blutig und direkt wie in Der Soldat James Ryan wird es hier laut Marcus Wessel "zu keiner Zeit. Das Leiden und Sterben findet größtenteils in der Totalen statt, was es auch für jüngere Zuschauer um einiges erträglicher macht. Als emotionaler Kitt nutzte Steven Spielberg die von Hollywood perfektionierte Mischung aus Pathos und Kitsch. Dazu erklingt John Williams’ epischer Score, der GEFÄHRTEN (
) nicht nur zeitweilig in die Nähe einer nostalgischen Zeitreise mit märchenhaften Elementen rückt."
News zu WAR HORSE und der Übernahme der Regie durch Steven Spielberg
Rezension zum Buch von Michael Morpurgo