Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

UNCLE BOONMEE

UNCLE BOONMEE

Regie Apichatpong Weerasethakul
Kinostart 30.09.2010
Genre Drama

Kritiken • UNCLE BOONMEE

24. Mai 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • critic.de Partner von film-zeit

Nino Klingler sah einen Trip für die, die sich darauf einlassen können. "Alles findet zueinander nach und nach, wir befinden uns in einer Welt ohne scharfe Trennungen, aber trotzdem nicht ohne Unterschiede. Der Zuschauer und der Film, die Geräusche und die Bilder, Geister und Menschen und Tiere. Und dann, wenn man sich ganz und gar verlieren kann, wird alles eins: Differenz und Identität, Wachbewusstsein und Traumbewusstsein und ich und alle anderen Zuschauer im Kino. Wer hat sich nicht schon einmal mit Freunden über Filmemacher unterhalten, zu deren Werken man gut Drogen nehmen kann?"

30. September 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • Die Tageszeitung

Cristina Nord stellt fest: "Man sieht und hört das und denkt in keinem Augenblick: Was ein Unsinn, eine Tote, die mit einem Lebenden spricht. Man sieht und hört es und denkt: Was ein wunderbarer Trost, mit jemandem zu reden, der die Erfahrung zu sterben gemacht hat und der überdies noch eine den Tod überdauernde Beziehung in Aussicht stellt."

30. September 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte vergleicht mit einem anderen Film. "Ein wenig erinnert der haarige Besucher an Jean Marais in seiner Rolle als Tier in Jean Cocteaus Märchenfilm La belle et la bête. Mit dem Kino des filmenden Dichters Jean Cocteau hat Apichatpong Weerasethakul eine Menge gemein. So wie dessen Orpheus nur eine Spiegelscheibe vom Totenreich trennte, führt der Thailänder in seinem Film eine alternde Schönheit an einen See. Ein Fischgeist zaubert ihr ein verjüngtes Spiegelbild an die Wasseroberfläche. So beginnt eine der originellsten Sexszenen der Filmgeschichte. Es gibt keinen Regisseur, der sich einer ähnlich eigenständigen Filmsprache rühmen könnte."

30. September 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • perlentaucher.de

Zwei Welten überlagern sich punktuell und driften wieder auseinander, schreibt Lukas Foerster. "Das Unheimliche als Disruption, als Metaphysik, die sich gegen die materielle Welt stellt, ist diesem Kino zutiefst fremd. Bei Weerasethakul sind die Geister, menschliche wie tierische, einfach nur da, dauerhaft kopräsent. Wenn die Geister etwas Aggressives haben, dann richtet sich ihre Aggression gegen die Materialität des filmischen Bilds selbst. Denn genau wie die brennenden Fußbälle in "Phatoms of Nabua" Löcher in eine aufgespannte Leinwand brannten, scheinen die roten, leuchtenden Augen der Affengeister die Texturen des Zelluloidbilds zu durchbrechen."

29. September 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • Berliner Zeitung

Nichts, was dem Zuschauer fremd sein könnte, wird laut Anke Westphal in UNCLE BOONMEE (UNCLE BOONMEE Trailer) erklärt. "Er wird vielmehr einem hochimaginativen Bilderfluss überlassen, was wieder neue Vorstellungsräume schafft. Es ist ein Kino universaler Transzendenz, und man staunt darüber, wie mühelos man sich bald als ein Teil dieser ungewohnten Erfahrungsschichten versteht. ... Übergänge und nicht etwa Brüche verhandelt Apichatpong Weerasethakuls Film in einem gemessenen, fast rituellen Gestus - und gewinnt dabei etwas zutiefst Tröstliches. Auf welche Weise Morphologie und Metaphysik ganze Bildtheorien stützen, das erfährt der Zuschauer hier ganz nebenbei."

29. September 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • Der Tagesspiegel

Christiane Peitz nennt den Regisseur einen Geisterbeschwörer. Die Kritikerin porträtiert ihn.

01. Juli 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives

Überblick zum Film auf moviepilot.de

25. Mai 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • Neue Züricher Zeitung

Susanne Ostwald mag den Film. "Die verwunschenen, verschleierten Bilder aus dem malerischen Nordosten Thailands weichen einer grellen Neon-Ästhetik, während die Wunderwesen aus der alten Zeit zu Fotomotiven sensationslüsterner Soldaten verkommen, welche die ländliche Stille durchbrechen. Es ist eine Entzauberung, die der 1970 geborene Apichatpong Weerasethakul nicht mit nostalgisch verklärtem Auge oder gar dem Impetus eines Anklägers darstellt. Vielmehr hat er eine von leisem Humor geprägte, originäre Bildsprache gefunden, und viele der ruhigen Einstellungen sind schön wie Gemälde."

23. Mai 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • critic.de

Es sage keiner, er habe diesen Film verstanden, schreibt Rüdiger Suchsland. "Für - unfreiwilliges? - Gelächter sorgten regelmäßig auftauchende zottelige Waldgeister, die aussahen wie King Kong in Menschengröße. Aber Thai-Soldaten kommen auch vor, buddhistische Mönche, Bilder aus Abu Ghraib – Kino als Bewusstseinsstrom, aber weil es aus dem fernen Osten kommt, kann man darüber nicht so produktiv streiten, wie über den neuen Jean-Luc Godard und sein Manifestkino, stattdessen dominiert Bedeutungsverdacht die Reaktionen der europäischen Kritiker."

23. Mai 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • Frankfurter Rundschau

Daniel Kothenschulte rühmt die eigenständige Filmsprache. "Mit sanfter Stimme führen seine Geister in immer neue Ebenen ihrer früheren Existenz und suchen nach den Gründen ihrer eigenen Ruhelosigkeit. Onkel Boonmee hat ein schlechtes Gewissen wegen der vielen Kommunisten, die er im Krieg erschoss. "Dazu wurdest du ja gezwungen", beruhigt ihn seine tote Frau. Die Käfer auf dem Fußboden allerdings solle man nicht so leichtfertig zertreten."

21. Mai 2010 | UNCLE BOONMEE • Kritik • sennhauser.ch

"Apichatpong Weerasethakul hält nicht nur diese Hoffnung am Leben, den ganzen Film hindurch. Er gibt uns das Staunen zurück, die Freude über das Seltsame, das Wunderbare, das liebevoll abgründige alles-ist-möglich. Das hat damit zu tun, dass uns seine thailändische Mythologie exotisch anhaucht. Vor allem aber damit, dass diese Welt, die er zeigt nicht zerrissen ist. Der Geist der Ehefrau ist pure Liebe, der Monkey-Ghost keine Schreckensfigur, sondern ein Gast aus der unbekannten Nachbarschaft. Und ganz nebenbei ist UNCLE BOONMEE WHO CAN RECALL HIS PAST LIVES einer der friedlichsten, hoffnungs- und liebevollsten Filme über das Sterben, die ich je gesehen habe."

Weitere Filme, die euch interessieren könnten

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,7837