| Regie | Bertrand Tavernier |
| Kinostart | 27.10.2011 |
Der Regie-Altmeister entgeht laut Peter Claus "allem drohenden Kitsch, indem er sehr leise erzählt, wenn es um Gefühle geht, aber überaus deutlich wird, wenn der Dreck von Krieg und Machtkampf ins Spiel kommt. Das wird besonders an einer "Nebenfigur" deutlich – an einem von Lambert Wilson mit dem schönen Charme der späten Jahre verkörperten alten Haudegen, der die Unsinnigkeit allen Schlachtens erkennt und versucht, mit seinem Wissen die Menschen um sich herum ein bisschen klüger werden zu lassen. Einen Mann seines Schlages wünschte man sich nur zu gern im gegenwärtigen Polit-Zirkus!"
Anke Westphal sah ein Geflecht aus Intrigen und amourösen Verwicklungen, routiniert und in konventioneller Dramaturgie. "Als gedankliche Essenz bleibt hier in etwa, dass ein edler Mann immer zwischen alle Fronten geraten muss und dass man der Liebe aus ähnlichen Gründen entsagen mag wie dem Krieg. Das kam allerdings nicht an gegen die Schauwerte des Films, was nicht weiter schlimm ist: Der Anblick prachtvoller Gewänder, hochgeschnürter Brüste und die schöne Leidensantlitz von Lambert Wilson als Lehrer der Prinzessin hinderten einen dann doch am Einschlafen."
Laut Christine Peitz beherrscht der Regisseur "sein Handwerk. Die Fürsten und Chevaliers in ihren hübschen Beinkleidern, die furchtlose Prinzessin, die dampfenden Pferdeleiber, die Heiratspolitiker des Hochadels, die ihre Töchter und Schwestern verschachern wie Vieh, das beiläufige Töten auf den Schlachtfeldern: Bernard Tavernier verleiht einer Epoche Konturen, die Menschenwürde und Frauenrechte nicht kennt. Ein Duell, die Liebe, Fleisch und Blut: All das sieht anders aus in einer Zeit, in der ein Menschenleben nichts wert ist."
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