| Regie | Darko Lungulov |
| Kinostart | 22.04.2010 |
Jana Papenbroock sieht einige Höhen und Tiefen in HERE & THERE. "Die Inszenierung des Serbienhandlungsstrangs ist beachtlich besser und lebendiger als sein amerikanischer Gegenpart: Die Schauspielleistung der serbischen Darsteller, die Ausstattung der Drehorte und der allgemeine Fluss der Geschichte sind farbiger und authentischer, die Menschen menschlicher und der Film spannender. Selbst die Robert-Figur wird besser, sobald sie in Serbien ist und das Aufeinanderprallen seiner Rollenstereotypie mit den gewitzten, patriotischen, leidenschaftlichen Serben, denen er in Belgrad begegnet, Komik erzeugt."
Philipp Bühler gefallen die Ähnlichkeiten zu den Filmen von Jim Jarmusch: "Beim renommierten Tribeca-Festival errang HERE & THERE den Preis für den besten New-York-Film. Nur konsequent, changiert der Film doch zwischen Belgrad und der Stadt, die ohne ihre Einwanderer nicht denkbar wäre, hin und her. Das Porträt zweier Städte besteht jedoch auch jenseits dieses modernen Grenzverkehrs, als vielschichtige Parabel des Menschen in seiner existentiellen Geworfenheit. "
Michael Kohler ist enttäuscht: "Trotz einiger schöner Momente steht man am Ende etwas ratlos vor dem mit zahlreichen Festivalpreisen werbenden Filmplakat. Die besten Absichten sind Lungulov nicht abzusprechen, gerade der New York-Teil ist in seinem Bemühen um lakonischen Witz aber ziemlich banal. Von hier aus erscheint Jim Jarmusch noch weiter entfernt als Belgrad."
Margret Köhler sah Culture-Clash mit emotionalen Widerhaken. "Alles geht HERE & THERE unaufgeregt seinen Gang bis zum bittersüßen Ende, wenn der geläuterte New Yorker wieder zu Hause ist und sich nach der Fremde, in der er kein Fremder war, zurücksehnt. In New York wirkt die Story etwas aufgesetzt, aber insgesamt funktioniert die liebenswürdige und charmante Geschichte - vor allem wegen David Thornton, der für das schöne Jim Jarmusch-Feeling sorgt, sogar in Serbien."
Den Film durchdringt laut Sascha Ormanns eine angenehme Trägheit. "Darko Lungulov inszeniert sein Spielfilmdebüt zurückhaltend langsam. Entschleunigt könnte man es nennen. Diese Herangehensweise ist für das vorliegende Drehbuch genau die richtige; eine dynamischere Erzählhaltung hätte Darko Lungulov nur den Vorwurf eingebracht, er versuche, inhaltliche Schwächen zu übertünchen. Denn auf dramaturgischer Ebene bietet HERE & THERE nichts Neues. Keine Besonderheiten. Wir folgen den klassischen drei Akten, mit zwei Höhe-, die zeitgleich auch Wendepunkte darstellen, zu denen sich noch eine Liebesgeschichte gesellt."
"So wenig aufregend die Geschichte klingt, so einfallslos ist sie inszeniert. Träge Dramaturgie, unsympathische Klischee-Figuren sowie eine unterirdisch schludrige Synchronisation schmälern den Unterhaltungswert enorm. Allein Cyndi Lauper Fans können sich ein bisschen freuen: Sie hat einen kleinen Gastauftritt – schließlich ist sie die Ehefrau des Hauptdarstellers."
Laut Julia Teichmann "bleibt viel Zeit für die Bilder des Kameramanns Mathias Schöningh: Graue Wohnblockfronten und Straßenpanoramen, Belgrader Nachkriegsmelancholie. Zwischengeschaltet sind in dem Spielfilmdebüt Brankos Wirrnisse als Umzugshelfer in New York, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre: Es ist reizvoller, den Blumen in Belgrad beim Wachsen zuzusehen. Irgendwann spielt Robert ihnen sogar etwas auf seinem Saxophon vor, das helfe kranken Blumen, sagt Olga. Russische Wissenschaftler hätten das herausgefunden."
Die ganze Handlung funktioniert nicht so richtig, meint Thomas Friedrich. "Der Film sieht an einigen Stellen so aus, als sollte er mal anders aussehen. Soweit sich Balkan-Temperament und Kontemplation vertragen, verbindet HERE & THERE beide aufs schönste. Ein süßlich trauriger Soundtrack tut das seine, um eine kleine Geschichte, wie man wieder ins Leben zurückfindet, unaufgeregt und mit vielen liebenswerten Details zu erzählen."
Entscheidend findet Thomas Volkmann "die Rolle von David Thornton – dessen Frau Cyndi Lauper in einer kurzen Nebenrolle auftritt und auch den Titelsong singt. Nicht nur ähnelt David Thornton mit seiner strubbeligen Frisur Darko Lungulovs großem Vorbild Jim Jarmusch. Oft scheint es, als wäre er mit seiner betrübten, gleichgültigen und lakonischen Art geradewegs einem Jarmusch-Film entsprungen. Die kaum merkliche Wandlung seines Charakters nimmt man jedenfalls zufrieden zur Kenntnis – ebenso wie dieses kleine, leise und überzeugende Regiedebüt von Darko Lungulov."
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