| Regie | Edgar Wright |
| Kinostart | 21.10.2010 |
Thorsten Funke sagt es kurz: SCOTT PILGRIM GEGEN DEN REST DER WELT (
) "ist der wahrgewordene Traum eines jeden durch massiven Medienkonsum geprägten Nerds. Die Prüfungen der Adoleszenz – die Bewusstwerdung über jene von Bissell als Domänen der Kunst in Anspruch genommenen Dinge wie menschliche Identität, Empathie, Empfindsamkeit – werden zur mythischen Reise des Helden durch, nun ja, Levels. Darin zeigt sich das größte (aber auch das einzige) Problem des Films: Er verlässt sich völlig auf eine originelle Idee, die trotz aller klugen Variation irgendwann redundant wird. Einem Videospiel zuzuschauen ist dann doch weniger interessant, als eines zu spielen. Immerhin wartet am Schluss als Endgegner der großartige Jason Schwartzman."
Der "entscheidende Punkt will in SCOTT PILGRIM GEGEN DEN REST DER WELT (
) nicht funktionieren. Alles fließt so schnell vorbei, alles ist so awesome, dass die Mehrheit der Figuren keine Luft zum selbstständigen Atmen bekommt, sondern wie ein Sonnensystem um das Charisma-Loch Michael Cera kreist. Der würde beinahe unter der Last der Coming of Age-Konflikte der Figur Scott Pilgrim zusammenbrechen, würde er Anstalten machen, sich schauspielerisch mit diesen auseinanderzusetzen."
Der Regisseur Edgar Wright hat die passende Musik gefunden, wie Johannes Thumfart meint. "Die wirklichen Stars in seiner Version des Slacker-Epos sind nicht Schauspieler, sondern Effekte. Textblöcke aus Comics fegen so durch die Szenen, dass die Darsteller ihnen ausweichen müssen. Immer wieder stehlen sich Elemente aus Computerspielen in den Spielfilm: Extra-Leben schweben in der Luft, Punkte, Boni und Superwaffen. Der Thriller INCEPTION (
), der im Sommer anlief, sieht dagegen aus wie ein prätentiöses Stück Kitsch-Surrealismus. Erzielt wird die Qualität vor allem durch ein kreatives Weiterdenken der Comic-Vorlage."
Jörg Gerle ist enttäuscht. "Sinn macht das alles nicht, aber der Film genügt sich ohnehin im Abgedrehten und soll vor allem zusammen mit reichlich Popcorn und Cola gefallen. Ihm irgendwelche Relevanz jenseits der Leinwand zu unterstellen, wäre schlicht absurd; hier wird lediglich zwei Stunden lang möglichst rasant versucht, Zeit totzuschlagen. Dass dies auf Zuschauer mitunter schrecklich ermüdend wirkt, muss nicht weiter verwundern."
Alexander Karenovics sah einen kurzweiligen Film, aber keinen guten. "Zumindest kein Film, den man guten Gewissens Freunden weiterempfiehlt, die in Tekken nur eines von 30 Kostümen freigespielt haben. Man darf aber davon ausgehen, daß auch dieser Film irgendwann den Kult-Stempel aufgedrückt bekommt; seine Zielgruppe hat er sich anscheinend bereits zusammen mit der Vorlage ausgesucht, so daß ich hier eher bei einem Diskurs angelangt bin, ob SCOTT PILGRIM GEGEN DEN REST DER WELT (
) überhaupt hätte gedreht werden sollen. Und solche Diskussionen sind immer müßig. Ich dachte halt, ich gehöre dazu. Und das tut mir leid."
"SCOTT PILGRIM GEGEN DEN REST DER WELT (
) ist ein Spass. Obwohl nicht alle Kämpfe top sind, gleicht der Film dies mit trockenem Humor, Slapstick und ein wenig Herz aus. Ein cooler Film, der zwar nicht die grossen Massen anlocken, dafür aber eine kleine Gruppe von Kinofans äusserst zufriedenstellen wird."
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