| Regie | Christine Hartmann |
| Kinostart | 17.06.2010 |
Michael Kienzl "könnte nun versuchen, den platten Humor mit der angepeilten Zielgruppe zu begründen. Zweifelsohne haben Kinder mitunter einen anderen Humor als Erwachsene. Angesichts der verhaltenen Reaktionen der in der Pressevorführung anwesenden Schulklassen scheinen die jüngeren Zuschauer aber nicht ganz so leicht berechenbar zu sein, wie manche Produzenten vielleicht denken."
Dorian Waller findet den Film gar nicht so schlecht. "Dass viele Figuren, darunter auch die gestrenge Lehrerin Mägerlein (Suzanne von Borsody) stark überzeichnet sind, passt aber zur rasanten Inszenierung, bei der zwar einige Episoden ausbaufähig wären, zugleich aber auch nie Langeweile aufkommt. Flott und unpeinlich wird HANNI & NANNI (
) hauptsächlich ein weibliches Publikum ansprechen. Diesem könnte aber weitaus Schlimmeres passieren als dieses kurzweilige Abenteuer zwischen Stockbett und Hockeyfeld. Mit Fortsetzungen ist zu rechnen."
Dunja Bialas kritisiert die Regisseurin Christine Hartmann. "Leerläufe, in denen die Szenen noch weiterlaufen, obwohl sie eigentlich schon zu Ende erzählt sind, zeigen das wenig filmische Gespür von Christine Hartmann. Vielleicht, um ihre Schwäche im Erzählen zu kaschieren, kleistert sie den gesamten Film mit einem aufgeladenen, wahlweise Spannung oder tiefe Emotion hervorrufenden Score zu, der das dürre Handlungsgerüst und das zombieartige FDP-Universum mitsamt Reitpferden und Hockey-Spielerinnen unter sich begräbt."
Als Klassikerverhunzung bezeichnet Katja Lüthge den Film. "Der Film HANNI & NANNI (
) setzt also vor allem auf Lautstärke, Aussehen und Ausstattung. Um die richtige Kulisse für die wechselnden Outfits zu schaffen, müssen die Zwillinge Hanni und Nanni aber erst einmal ins Internat, also nach "Lindenhof" verbracht werden. Wer erst jetzt ins Kino kommt, wähnt sich allerdings in einer Art Hogwarts fürs kleine Budget - das Internat von Harry Potter stand hier sichtlich Pate, inklusive des verschrobenen Personals. So anbiedernd geht es auch weiter."
Laura Backes kann dem Ganzen durchaus positives abgewinnen. "HANNI & NANNI (
) dürfte die Hoffnungen der minderjährigen Zuschauer voll erfüllen. Zudem hat die Kombination aus exzentrischen Lehrern – Hannelore Elsner gibt die Direktorin mit Hang zur Esoterik –, Freundschaftsbeweisen und Humor einiges Hit-Potential. Dabei wurde die Story deutlich modernisiert."
Laut Maren Keller bleibt der Film den Grundwerten des Buches treu. "Hinter der Fassade ist HANNI & NANNI (
) also ein konservativer Film - und genau darum wird er seiner Vorlage gerecht. Denn wenn man eines aus der Lektüre von Blytons Büchern lernen kann, dann den Unterschied zwischen Oberfläche und Kern: dass die Dinge in Wirklichkeit oft anders sind als sie erscheinen."
Natália Wiedmann kann dem Film nichts abgewinnen. "Der Mangel an Komik wird nur noch von der Spannungsarmut übertroffen, ein Resultat, welches sich der harmonischen Symbiose von Inszenierungsfehlern und dem beharrlichen Bemühen verdankt, Konflikte möglichst klein zu halten und eine schnelle Lösung in Aussicht zu stellen. Aber das Mädchen lebt nicht von Zuckerwatte allein und wo nichts auf dem Spiel steht, ist der Einsatz eben auch nichts wert. So läßt auch die klassische Wendefigur der Schuldübernahme für eine Konkurrentin mangels drohender Konsequenzen völlig unbeeindruckt und bleibt, wie die vielen anderen vertrauten Situationen, auf der Stufe eines Cameo-Auftritts."
"Obgleich der Film ein paar Unstimmigkeiten aufweist, da vieles nur angedeutet und nicht zu Ende erzählt, bzw. durch allzu rasche Überblendungen beiseite gewischt wird, wie zum Beispiel die Szene, als die Mädchen im Internat in die Geheimnisse des Kartenlegens eingeweiht werden sollen, ist er doch insgesamt als Unterhaltung für jüngere Zuschauer, in erster Linie junge Mädchen, sehr gelungen."
Marcus Wessel kann nichts Gutes über den Film sagen. "Wenn schon das Drumherum kaum Spannung und Abenteuer versprüht, so sollten zumindest die Beziehungen der Mädchen zu ihren neuen Mitschülerinnen im Mittelpunkt stehen. Doch auch hier enttäuscht der Film mit seiner recht lieblosen, oberflächlichen Darstellung. In die Gefühlswelt seiner jungen Protagonisten dringt dieser HANNI & NANNI (
) ohnehin nie ehrlich oder gar differenziert vor. Stattdessen begnügt sich das Drehbuch zumeist damit, Charaktere wie Hanni und Nannis Erzfeindin Oktavia (Emelie Kundrun) als verzogene Tussi zu karikieren. Damit ereilt sie letztlich das gleiche Schicksal wie die Erwachsenen. Die eignen sich bestenfalls als sympathisches Klamaukpersonal in einem insgesamt ohne Esprit inszenierten Film."
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