| Regie | Gerardo Milsztein |
| Kinostart | 15.04.2010 |
Philipp Bühler hätte mehr erwartet. "Ein paar Boxszenen, konzentriertes Training im flotten Schnitt, Musik dazu - fertig ist das herzerweichende Mitmachmusical. FRIEDENSSCHLAG (
) lässt keine Opfer zu Wort kommen, sieht man einmal von den geplagten Müttern der Straftäter ab, und ist doch von jeder Bequemlichkeit weit entfernt. Man muss diese letzte Chance zulassen. Nicht weil es einem gefällt. Sondern weil es, wie dieser Film zeigt, funktioniert."
Laut Alexandra Exter kennt der Regisseur "das Gefühl, ein Leben lang das Gewicht seiner Familiengeschichte auf den Schultern zu tragen. ... Es sind Lebenswege, die FRIEDENSSCHLAG (
) nachzeichnet, in denen schon der doch noch errungene Hauptschulabschluss einen Riesenschritt nach vorn markiert, auch wenn er auf dem Arbeitsmarkt wenig wert sein mag. Weil er einen Schritt weg von Selbstmitleid und Selbstaufgabe bedeutet, weg von einer Haltung, die von Dritten nichts und von sich selbst noch weniger erwartet."
"FRIEDENSSCHLAG (
) ist nicht nur ein sozialpolitisch bedeutender Film, der einen möglichen Ausweg aus der Jugendgewalt dokumentiert. Mit FRIEDENSSCHLAG (
) liefert Gerardo Milsztein außerdem einen ungemein spannenden und filmisch anspruchvollen Film."
Hendrike Bake ist begeistert. "Wenn Eftal umringt von vier Sozialarbeitern telefonisch ein Vorstellungsgespräch mit seinem zukünftigen Arbeitgeber vereinbaren soll, erinnert man sich an alle unangenehmen Telefonate, vor denen man sich schon gedrückt hat. Der eigene Blick verändert sich. Statt fünf gewaltbereiten Jugendlichen, denen man im Alltag aus dem Weg gehen würde, beginnt man junge Leute zu sehen, die ein gutes Leben vor sich haben könnten, wenn sie es nur aus den bisherigen Rollenmustern heraus schaffen würden. Ihnen dabei zu helfen sollte jede Mühe wert sein."
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Christina Bylow lobt den Regisseur. Ihm ist "ein aufregender Kinofilm gelungen, gerade weil er die Geschichte der Jugendlichen nicht dramatisiert. Kein Gangsta-Rap, stattdessen ein zunächst befremdlich dominanter Soundtrack der Kölner Band P:lot. Musik und Text nehmen die Melancholie dieser Jungs auf, ihr mangelndes Selbstbewusstsein, ihre Realitätsflucht. Sie inszenieren sich nicht sehr in diesem Film, auch wenn Selbstinszenierung ein Teil ihres Lebens und ihrer Gewalttätigkeit ist. Kein Mensch verhält sich in Anwesenheit einer Kamera wie sonst, hier aber scheinen sie die Kamera vergessen zu haben."
Mit Faszination und Bangen hat Julian Hanich FRIEDENSSCHLAG (
) geschaut. "Der daruntergemischte Rap von P:Lot klingt oft zu sentimental. Und mit dem weitgehend gelungenen Ausgang wandert der Film auf einem schmalen Grat. Einerseits würdigt er die allseitigen Anstrengungen. Andererseits entlässt er das Publikum vielleicht doch ein wenig zu besänftigt. Dennoch: Hier bekommen das Jugendgewaltproblem, die Integrationsdebatte und die Kinderarmutsfrage ein Gesicht."
Datenblatt zum Film.
Ula Brunner ist von der Machart des Films angetan. "Die Kamera bleibt dicht an den Erfahrungen der Heran-wachsenden, zeigt ihre Widerstände, Niederlagen und Erfolge während des anstrengenden Therapieprozesses. Dabei dient der Boxkampf gleichzeitig als dramaturgisches Gerüst und Transformator der persönlichen Entwicklung der Protagonisten. Ein sehr dominanter, emotionalisierender Score betont die Aussagekraft einzelner Szenen und Aussagen allerdings etwas mehr als nötig."