| Regie | Lasse Hallström |
| Kinostart | 06.05.2010 |
Für Robert Zimmermann ist der Film zu konservativ: "Hallströms Konzept setzt sichtlich auf die Kraft der schönen Bilder. So schwelgt Terry Staceys Kamera in einer bürgerlichen Heile-Welt-Idylle mit viel lichter Natur, die zusammen mit den ästhetisch verklärten Bildern vom Kriegseinsatz in aller Welt am Ende einen ästhetisch wie politisch reaktionären Beigeschmack aufkommen lässt. Und hierüber kann auch die ergreifende Darstellung von Richard Jenkins [...] als Johns autistischem Vater nicht hinweghelfen."
Für Anke Westphal ein Film nach dem Schnulzenbaukasten: "Wer die Antwort auf diese Fragen noch nicht zu kennen meint, kann gern die paar Euros für ein Kinoticket anlegen. Man bekommt für das Geld unter anderem noch ein Plädoyer für Autisten sowie eine geschmackvolle Sexszene. Und einen Haufen Entsagung, die irgendwann reich belohnt wird. Hollywoods Schmonzettenspezialist hat wieder zugeschlagen: Lasse Hallström."
Für Holger Römers ist der DAS LEUCHTEN DER STILLE (
) weder kitschig noch kritisch genug, denn "gerade die relative Diskretion seiner Inszenierung zum Vorwurf machen. Der Film ist über weite Strecken in ein mildes, sommerliches Licht gehüllt, das Konturen weich zeichnet und Kontraste abschwächt; dazu passen ein Rhythmus und ein Erzählton, die große Schwankungen meiden. Aber genau das ist angesichts der Trivialität und der Konstruiertheit des Stoffes seltsam inkonsequent. Das Drehbuch hat es hemmungslos auf die Tränendrüsen des Publikums abgesehen, doch Hallström will nicht in die Vollen gehen. Deshalb muss man dieser Schmonzette einen schlimmeren Vorwurf machen als den, der sich bei diesem Genre fast von selbst verstünde, nämlich manipulativ zu sein: DAS LEUCHTEN DER STILLE (
) ist schlicht langweilig."
Dieter Oßwald kann dem Film nicht viel abgewinnen. "Ohne Rücksicht auf dramaturgische Verluste ballert Lasse Hallström aus seiner Klischee-Kanone und zündet endlos emotionale Nebelkerzen im Telenovela-Kaliber. Vor lauter Botox sind hier nicht die Schauspieler, sondern bereits schon die Figuren zu glaubwürdigen Gefühlsregungen nicht mehr fähig. 12jährige Mädchen mögen hier noch auf ihre Kosten kommen, für alle anderen dürfte es eher die unfreiwillige Lachnummer sein."
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