| Regie | Joseph Kosinski |
| Kinostart | 27.01.2011 |
Erfreulich an TRON: LEGACY (
) ist für Michael Kienzl, "dass er die Handschrift der Disney-Studios, die sich in TRON mit den Verniedlichungen, dem albern infantilen Humor und der stets präsenten Familienkompatibilität bemerkbar macht, weitgehend abgelegt hat. Zugeständnisse an den Riesenkonzern gibt es natürlich trotzdem genug. Der Soundtrack des französischen House-Duos Daft Punk ist stark von solchen Zugeständnissen geprägt und für sich genommen sicher kein Meisterwerk. Während Wendy Carlos’ Experimente mit dem Moog-Synthesizer seinerzeit aber noch von der für Disney obligatorischen Streicher-Soße überschwemmt wurden, können sich Daft Punk mit ihrer musikalischen Handschrift – auch weil ihre Form der elektronischen Musik selbst zum Bombast neigt – deutlich besser durchsetzen."
Visuell überwältigend und großartig entspannt: TRON: LEGACY (
) gelingt es, das Nerd-Erbe des 30 Jahre alten Filmklassikers zu bewahren, lobt David Kleingers. Der Film "ist ein sonderbares Vergnügen: Ein als Action-Spektakel getarnter, tatsächlich aber erstaunlich zurückgelehnter Trip durch ein artifizielles Wunderland. Passend zum beeindruckenden 3-D-Bilderbogen pluckert der Elektronik-Soundtrack des französischen Elektro-Duos Daft Punk, und so fehlt eigentlich nur noch die Discokugel im Kinosaal für das entspannte Clubgefühl."
Der neue Blockbuster aus dem Hause Disney sieht fast so alt aus wie sein Vorgänger aus den 1980er-Jahren: Science-Fiction glänzt nur an der Oberfläche, wie Bert Rebhandl findet. "TRON: LEGACY (
) von Joseph Kosinski buddelt dort, wo eigentlich alles bodenlos ist, nach den Grundfesten des Lebens. Das ist ein ziemlich paradoxes Unterfangen, und nur mit dieser Geisteshaltung wird man richtig Spaß an diesem Spektakel haben."
Christian Alt sah mäßiges Blockbusterkino, streckenweise mehr Musikvideo denn Spielfilm, das weder auf technischer noch auf inhaltlicher Ebene voll überzeugen kann. "Wegweisender Einsatz von computergenerierten Bildern, wie noch im ersten TRON, ist hier nicht auszumachen. Für die Filmmusik zeichnete sich das Elektroduo Daft Punk verantwortlich, das einen großartigen Soundtrack abgeliefert und auch einen kurzen Cameo haben. Joseph Kosinski war sich anscheinend auch der Strahlkraft Daft Punks bewusst und so lässt er in einer einzigen Szene ganze drei Mal die Musik ändern, nur um immer wieder die silbernen Helme des Duos zeigen zu dürfen."
Peter Claus stellt fest: "Optisch ist das ein Leckerbissen für alle, die sich gern an künstlich geschaffenen Lebensräumen erfreuen. Die Tiefenwirkung der Bilder, das A und O für 3D-Filme, ist schlichtweg brillant. Ein Augenschmaus. Klugerweise werden die Anfangssequenzen in der Realität ohne Dreidimensionalität geboten, was den 3D-Effekt dann wirklich aufwertet. Nur die Story ist ermüdend gleichförmig."
Werner Busch hat sich mehr von TRON: LEGACY (
) erhofft. "Prinzipiell wäre diese Eigenständigkeit trotz ihrer Sinnlosigkeit zu begrüßen, jedoch: Sie beschränkt sich nahezu ausschließlich auf den Look. TRON: LEGACY (
) ist ansonsten beflissentlich darum bemüht, immer wieder Anknüpfungspunkte an den ersten Film zu finden. Das wird durch die wie ein Abklatsch wirkende Grundgeschichte spürbar erleichtert. ... Die Macher von TRON: LEGACY (
) versäumten es allerdings, von ihrem Fanfilm-Reißbrett aufzusehen."
Regie-Debütant Joseph Kosinski versteht es mit TRON: LEGACY (
), "die technischen Spielereien wirkungsvoll in Szene zu setzen. Die Rennen und Kämpfe in der Arena und in der übrigen Computer-Welt sind packend inszeniert. Noch besser zur Geltung würden sie lediglich kommen, wenn Disney auf eine Umwandlung in 3D verzichtet hätte. Da die Projektion mit 3D-Technik zu einem markanten Helligkeitsverlust führt, verlieren die zahlreichen Lichteffekte ihre Strahlwirkung. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist der digital verjüngte Jeff Bridges."
Marco Rauch bezeichnet TRON: LEGACY (
) als unterhaltsames Action- und Spezialeffektfeuerwerk der höchsten Kategorie. "Der Cyberpunkfilm macht Spaß und ist unterhaltsam, vorausgesetzt man sieht über die emotionale Schwäche hinweg und kann voll und ganz in dieser glitzernden Scheinwelt aufgehen. Wer allerdings nach mehr sucht, der wird hier bald Genickschmerzen bekommen, aufgrund von dauerndem Kopfschütteln über die Unzulänglichkeiten von Geschichte und Figuren. Allen anderen ist ein vergnüglicher Filmgenuss beschert."
Lukas Foerster ist durchaus angetan. "Zwar schwadroniert der "reale" Jeff Bridges einmal von der "digital frontier" als neuem Handlungshorizont menschlicher Existenz, im Grunde aber geht es in TRON: LEGACY (
) gerade nicht mehr um eine Erweiterung der physikalischen Welt ins Immateriell-Digitale. Die künstlichen Welten funktionieren längst exklusorisch, eigengesetzlich. In TRON: LEGACY (
) entspricht der antirealistischen Alptraumästhetik eine tendenziell faschistoide Privatmystik, die sich sozial über absurde sportliche Wettkämpfe und grafisch über den Terror der totalen Zentralperspektive organisiert."
"TRON: LEGACY (
) ist Erlebniskino, welches die dünne Story mit visuell herausragenden Bildern kaschiert. Die Verweise auf die Religionen hätte man sich aber getrost sparen können, denn der Film gibt sich damit schlauer, als er eigentlich ist und nimmt sich dadurch auch viel von seinem Spass. Für das Verständnis braucht man Teil eins übrigens nicht gesehen zu haben, doch es gibt einige Details, welche nur den Kennern auffallen werden. Ob sich der Mut von Disney bei diesem Projekt am Ende auszahlt, wird sich zeigen. Klar ist nur, dass TRON: LEGACY (
) - rein technisch gesehen - der beste 3D-Realfilm seit AVATAR (
) ist."
Hasko Baumann ist enttäuscht. "TRON: LEGACY (
) mißbraucht sein Erbe für eine ebenso schlichte wie langweilige Gut-gegen-Böse-Posse, die sich weder für Technologien noch für gesellschaftliche Konstrukte interessiert. Die digitale Revolution hat nur in der Zurschaustellung von Effektsequenzen stattgefunden, inhaltlich fällt dem Film nichts zu den radikalen Veränderungen unserer Kommunikation und unseres sozialen Miteinander ein. In dieser Rechnerwelt ist nichts befremdlich oder surreal, nein, zum Abendbrot liegt ein halbes Schwein auf dem Teller, und Programme juchzen und jubeln in Actionszenen an der Seite ihrer User und sagen "Wow.""
Christian Schachinger schaut auf die Musik von TRON: LEGACY (
) - die Pariser House-Techniker Daft Punk liefern den Soundtrack. "Sie beschäftigen für die Umsetzung ihrer jetzt auch oft an traditionelle klassische Minimal Music im Stile Steve Reichs oder Philip Glass' anknüpfenden, dunkel-melancholisch pulsierenden Kompositionen ein hundertköpfiges britisches Streichorchester. Ein dramaturgisch erfreulich altmodischer Kontrast zur futuristischen Programmiertechnik-Leistungsschau, mit der schon der aktuelle Filmtrailer aufwartet."
Seit mehreren Monaten versucht die Filmfirma Disney die Fortsetzung TRON: LEGACY (
) zu bewerben. Andreas Becker war bei einer Vorab-Sichtung und nicht gerade begeistert.
Überblick zum Film auf moviepilot.de
Vorstellung des Trailer zu TRON: LEGACY (
).