| Regie | Mike Mitchell |
| Kinostart | 30.06.2010 |
Michael Kienzl schaut auf die Technik. FÜR IMMER SHREK (
) geht "noch einen Schritt weiter und verleiht den scharfen Bildern auch noch räumliche Tiefe. Gleichzeitig werden mit diesem Gimmick auch Ermüdungserscheinungen, die ein vierter Teil zwangsläufig mit sich bringt, kaschiert. Die üblichen 3-D-Effekte, bei denen die Grenze zwischen Leinwand und Kinosaal durchbrochen wird, werden allerdings spärlich eingesetzt, etwa mit einer Pferdekutsche, die in den Zuschauerraum steuert. Das funktioniert zwar gut, wirklich originell nutzt der Film die momentan schwer angesagte Technologie aber nicht."
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Dass im modischen 3D gekämpft, getrickst und geküsst wird, bietet keinerlei Mehrwert, fasst Caroline M. Buck zusammen. "Auf picklige, pubertierende Oger-Teenager in der nächsten Generation hatten offenbar selbst die Erfinder dieser schlammbadenden, sumpfbewohnenden, waschfaulen Oger-Familie keine rechte Lust. Wobei das mit dem mangelnden Spaß an frischem Wasser bei genauer Überlegung mit zunehmender Häuslichkeit des Helden ohnehin merklich abgenommen hatte. In diesem vierten und möglicherweise letzten Teil wickelt Shrek sogar Windeln – und macht dabei gar nicht mehr den Eindruck, als ob er die olfaktorischen Begleiterscheinungen mehr schätzte als jeder menschliche Vater."
Laut Michael Jäger ist FÜR IMMER SHREK (
) "ein anspruchsloser, aber netter Spaß, an dem sich Kinder wie Erwachsene vergnügen können. Sicher, die Handlung ist an den Haaren herbeigezogen. Sie sollte nur spannend sein und neueste Trickfilmkünste ins rechte Licht stellen. Der vierte und letzte Teil der SHREK-Reihe setzt Animation in 3 D ein und tut es nicht effekthascherisch, das allein schon lohnt die Besichtigung. Interessant wird der Film aber dadurch, dass die Handlung auf gewisse Erwartungen reagieren muss, weil es eben die letzte ist (den angedachten fünften Teil wird Dreamwork nicht realisieren)."
Markus Keuschnigg sah gut durchgekaute Witze und eingefahrene Typen, aber ein Restcharme blieb erhalten. "Mittlerweile ist SHREK also selbst zum Hollywood-Märchen geworden, mit dessen eingefahrenen Typen und Spannungsbögen hier gespielt wird. Da schaut man einem Film, einer Erzählung, wenn man so will einem Mythos bei der Selbstdemontage zu: Und dennoch hat es nichts Bescheidenes, Zurückhaltendes oder Trauriges an sich. Immer noch tut jeder so, als würde hier das Rad neu erfunden, als suhle man sich mit dem Oger im Sumpf der Originalität, wo doch jeder erkennen muss, dass das nimmersatte Publikum diesen Witz schon längst zu Tode gelacht hat."
Claudia Lenssen ist durchaus angetan. "Shrek weiß, dass nur ein Kuss wahrer Liebe vor Sonnenaufgang die Erlösung aus dem Fluch und die Rückkehr in die Gegenwart verspricht. Nicht blindes Haudrauf bestimmt die Taten, sondern vorsichtiges Werben, das die Nöte des geknickten Helden angesichts der starken Frau mit viel Witz kommentiert. Unterhaltsame Scriptideen, pointierte Dialoge, warme Töne in der digitalisierten Märchenwelt, ein Sound mit viel Popmusik und nicht zuletzt eine gewisse Eleganz im Umgang mit den visuellen Reizen der 3-D-Animation machen das Shrek-Finale zu einem unterhaltsamen Kinderspaß."
Lukas Foerster entdeckt "den Disney-Realismus, der den Film fest im Griff hat wie fast alle anderen neueren Filme über sprechende Tiere aus Amerika, [aber diesen auch für kurze Momente] hinter sich lässt und eine Ahnung davon gibt, was möglich wäre, wenn Hollywood die technischen Möglichkeiten der Computeranimation ein wenig offensiver nutzen würde. Wie bereits in den Vorgängern darf man sich in dieser Hinsicht vor allem auf die subversiven Kurzauftritte des Pfefferkuchenmanns freuen. Noch mehr als die Vorgänger gefällt in FÜR IMMER SHREK (
) nur noch der einzelne Gag, das Detail, das keinerlei Bezug hat zur Handlung im engeren Sinne - die eh nur ein weiteres Mal auf die Reinstallierung der Anfangs so gründlich und überzeugend desavouierten heteronormativen Oger-Welt hinaus läuft."
"Dezent und solide wird die 3D-Technik eingesetzt. Das Publikum muss also keine Angst haben, dass die Nase von Pinocchio plötzlich ein Auge aussticht. Eine Auswirkung der Technologie ist vor allem, dass einige rasante Verfolgungsjagden und sonstige dynamische Szenen eingestreut wurden, in denen die Tiefenwirkung besonders vorteilhaft zur Wirkung kommt. Fazit: FÜR IMMER SHREK (
) ist eine gar brave Familienkomödie, die allzu harmlos die bekannten Figuren durch eine vorhersehbare Geschichte stolpern lässt."
Grandios findet Barbara Schweizerhof das Ende der SHREK-Reihe. "Die erste Sequenz zeigt in verdichteter Form, was darüber hinaus zum Erfolgsgeheimnis des SHREK-Franchise gehört: die Doppelbödigkeit der Ansprache, die sich an Kinder und Erwachsene zugleich richtet, im Fall von SHREK aber keineswegs auf gleicher Augenhöhe. Einerseits gibt es da das Spiel mit den Märchen- und Disney-Figuren, andererseits die durch äußere Niedlichkeiten kaum verbrämte Geschichte über die Schwierigkeiten des männlichen Egos, seine animalische Virilität (Singledasein, Gefürchtetwerden und schlechte Hygiene) zugunsten eines gezähmten Familienlebens aufzugeben."
"Diese Mischung aus einer eher kess-frech-rotzigen Oberfläche mit diesem Subtext, der Familie positiv besetzt, hat FÜR IMMER SHREK (
) etwa auch mit Wes Andersons Stop-Motion-Film DER FANTASTISCHE MR. FOX (
) gemeinsam, in dem der Konflikt zwischen einem abenteuerlustigen, ungebunden Leben mit der geborgenen Existenz in der Familie ebenfalls im Mittelpunkt stand. Im Einklang damit steht gleichermaßen die ausdrücklich geäußerte Moral von der Geschicht’: "Ich wusste erst was ich hatte, als ich es nicht mehr hatte"."
Was im Animationsspektakel FÜR IMMER SHREK (
) als ironisches Porträt des entmachteten modernen Mannes beginnt, verkommt zum flachen Popcornkino-Krawall, kritisiert Christian Buß. "Die bei STAR WARS abgeschauten Verfolgungsjagden durch den Palast Rumpelstilzchens und das zu HipHop eher staksig tanzende Hexenheer sind wenig inspiriert. Hinzu kommt, dass man kompatibel für den aktuellen Kinder- und Jugendmarkt in 3D gedreht hat, ohne dass die Tricktechnik dazu genutzt wird, dem Märchenland Far Far Away mehr räumliche Tiefe zu verleihen. Ausgesprochen flach endet also diese finale SHREK-Episode, die doch mit dem Thema Elternzeit so tiefschürfend begann."
Anke Westphal ist nicht böse, dass der Film schnell zu Ende ist. "Die Restaurationsideologie eines gescheiterten Ausbruchs, die Frank Capra kurz nach dem Zweiten Weltkrieg so charmant und stabilisierend zu inszenieren verstand, wirkt in einem Animationsfilm aus dem Jahr 2010 doch reichlich piefig. Als SHREK-Fan möchte man, dass sich der fette Oger lustvoll daneben benimmt, und nicht, dass er pädagogisch gemaßregelt wird. Man möchte außerdem, dass mit der Filmgeschichte gespielt, nicht dass sie plagiiert wird."
Nadine Lange ist durchaus angetan. "Die Handlung hat Witz, Spannung und Zug – all das, was die bisherigen Fortsetzungen vermissen ließen. FÜR IMMER SHREK (
) wirkt, als hätten sich Regisseur Mike Mitchell und sein Team geschworen, die beiden Vorgänger vergessen zu machen und der Serie doch noch ein würdiges Finale zu geben. Tatsächlich erreichen sie erstmals wieder das Niveau des ersten Teils, mit dem es den Dreamworksstudios 2001 gelungen war, das Animationsgenre auch fürs erwachsene Publikum attraktiv zu machen."
"Zugegeben, ganz ans Original mag FÜR IMMER SHREK (
) nicht herankommen. Aber der letzte Teil der Reihe kehrt wieder zurück auf den lustigen, frechen Weg, den die Serie vorübergehend dem Kids-Humor geopfert hatte. Es ist ein glatter Film geworden, der durch seine Sprecher, die hervorragende Animation und die bekannten Figuren zum tollen Erlebnis wird."
"Eine gewisse Beliebigkeit mit seinem Erzähluniversum muss sich FÜR IMMER SHREK (
) auch ankreiden lassen, denn der im Vorgänger-Film immerhin als neuer König eingeführte Artie taucht hier überhaupt nicht mehr auf, dafür scheint man den Tod von Fionas Vater in Teil Drei geflissentlich verdrängt zu haben. Auch dies ein Indiz dafür, dass man bei Dreamworks in der Tat gut daran tut, wenn man es mit diesem vierten Teil nun endgültig gut sein lässt, bevor sich eine Filmreihe, deren Ruhm vor zehn Jahren immerhin damit begann, dass man frischen, unkonventionellen und ideenreichen Wind ins Animationsgenre brachte, sich ernsthaft in Einfallslosigkeit verliert. Bei FÜR IMMER SHREK (
) hat es noch so gerade zu einem akzeptablen, leidlich unterhaltenden Kino-Spaß gereicht. Zu mehr aber auch nicht."
"Das Timing stimmt wieder, die Situationskomik und die Wortwitze (zumindest im englischen Original) zünden großteils wirklich sehr gut und alles in allem gibt sich FÜR IMMER SHREK (
) sehr kurzweilig und unterhaltsam. Die Qualität der ersten beiden Teile wird zwar nicht erreicht, aber trotzdem ist FÜR IMMER SHREK (
) ein angenehmes Wiedersehen mit alten Bekannten, das innerhalb der Möglichkeiten eigentlich alles richtig macht. Die Reihe ist wohl zu festgefahren um noch einen grandiosen Film hervorzubringen, aber Fans des Ogers werden einen Kinobesuch wohl kaum bereuen."
Linksammlung zum Film.
Überblick zum Film auf moviepilot.de
FÜR IMMER SHREK - Offizielle Webseite
FÜR IMMER SHREK - moviepilot
FÜR IMMER SHREK - imdb.com
FÜR IMMER SHREK - critic.de