| Regie | Bruno Moll |
| Kinostart | 25.03.2010 |
Barbara Weitzel lobt die Dokumentation. "Dann wieder wandert die Kamera an einem verzierten Gitter entlang, der Park dahinter bleibt Ahnung und zarte Kulisse. Dass diese Tunis-Reise in Gestalt Khemirs sozusagen aus dem Inneren unternommen wird, zeigt sich vor allem daran, dass dem Zuschauer wie nebenbei und in Worten, die so poetisch und vielschichtig sind wie die Bilder, die muslimische Kunst und Kultur erklärt wird. Das ist lehrreich, ohne belehrend zu sein, eine Verbeugung vor Land und Leuten, aber auch vor dem Blick Paul Klees auf die arabische Welt."
Hans Messias findet positive Worte. "Indem auch immer wieder Ausschnitte aus Khemirs Filmen gezeigt werden, die Bruno Molls Film eine weitere zusätzliche Dimension verleihen, gelingt es, die Traditionen und Werte Tunesiens zu vermitteln – nicht dogmatisch oder gar fundamentalistisch, sondern als Bestandteil eines gemeinsamen Welt- und Menschenerbes. Obwohl sich DIE TUNISREISE scheinbar ganz auf Kunst, Kultur und Traditionen konzentriert, ist der leise und getragen komponierte Film zugleich hoch politisch."
Laut Benny Furth bekommt der Zuschauer "einen Blick auf Tunesien zu einer Zeit, als das Land vom Tourismus noch unberührt war. Eingefangen in wunderschönen Bildern von Kameramann Matthias Kälin, zeigt Bruno Moll die arabische Welt und jene des Islams in neuer Wahrnehmung. Für Bewunderer von Klees- (und Khemirs) Bilderwelt ist der Film ein absolutes "Muss". Für den "durchschnittlichen" Kinobesucher mag der Film etwas langatmig sein, zumal ein grosser Teil der Dokumentation aus verbalen Erklärungen und abgefilmten Kleebildern besteht."
Andrea Lüthi ist durchaus angetan. "In ruhigem, beschaulichem Rhythmus lösen sich Aufnahmen tunesischer Landschaften und architektonischen Details ab, gehen über in Werke Paul Klees. Der Film fördert nicht nur das Verständnis für Klees Kunst und Gedankenwelt, sondern auch für die Hintergründe der arabischen Kultur. Und damit kann er tatsächlich einen Beitrag zur Verständigung der Kulturen leisten, wie es Bruno Molls Ziel war."
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Linksammlung zum Film.
Spirituelle Luftbrücken hat Alexandra Stäheli ausgemacht. Diese "spirituellen – und durchaus fröhlich vergeistigten – Luftbrücken zwischen Nord und Süd gehören zu den schönsten Momenten von Molls Film. Der Höhenflug bricht allerdings auch hin und wieder ein, wenn ausgerechnet in diesem Film, in dem das Thema der Farbe so wichtig ist, die dazwischen montierten Ausschnitte aus Nacer Khemirs Filmen wegen technischer Mängel nur in schummrigen, fahlen Farbtönen erscheinen. Oder wenn der Erzähler Nacer Khemir – der nach eigenen Angaben im Alter von 12 Jahren in einer Klee-Ausstellung ergriffen beschlossen habe, selbst Künstler zu werden – manchmal zwischen seine weitumfassenden Gedanken unvermittelt etwas müde Allgemeinplätze streut."