| Regie | Hajo Schomerus |
| Kinostart | 25.03.2010 |
Dabei entfalten die Zaunstreitigkeiten der heiligen Nachbarschaftskriege laut Silvia Hallensleben "ihren ganz eigenen bitteren Humor und bieten trotz der innerkirchlichen Düsternis auch beeindruckende visuelle Erlebnisse wie die von Schomerus’ Kamera grandios eingefangene orthodoxe Osterfeuerzeremonie mit ihren dicht gepackten Menschenmassen über flammenden Kerzenmeeren. So lässt sich das Wunder aus der sicheren Distanz des Kinosessels selbst von Klaustrophobikern schaudernd genießen."
Schaulaufen um die größere Bedeutsamkeit hat Christina Bylow ausgemacht. "Dramatischer Höhepunkt des Films ist die Osternacht in der Grabeskirche mit Hunderten von Kerzen, die sich "wie von selbst" entzünden. Mit seiner Kamera begab sich Hajo Schomerus mitten hinein in die Menge zwischen Massenpanik und mystischem Gemeinschaftserlebnis. Aber er fängt auch die stillen Momente der nächtlichen Kirche ein - und das unvergleichliche Schauspiel des Himmels über Jerusalem."
Kein Hollywoodstudio hätte das agile Statistenheer bezahlen wollen, kein Kostümfundus hätte es prächtiger ausstatten können, schreibt Daniel Kothenschulte. "Nicht alle Dokumentarfilme, die man im Kino sieht, sind dort auch am besten aufgehoben. IM HAUS MEINES VATERS SIND VIELE WOHNUNGEN (
) aber darf sich dort zu Hause fühlen. Schon mit den ersten Bildern füllt sich die Leinwand augenblicklich mit der staubigen Luft eines wahrhaft lebendigen Bauwerks. Und wahrscheinlich sind es weniger die Gebete als die Gefechte untereinander, die für diese Lebendigkeit sorgen."
Die Kamera übernimmt "eine Beobachterrolle. So zeigt IM HAUS MEINES VATERS SIND VIELE WOHNUNGEN (
) Teile verschiedener liturgischer Feier insbesondere in der Karwoche und als Höhepunkt die Auferstehungsliturgie, bei der der griechische Patriarch durch die dichtgedrängten Pilgermassen das Osterfeuer trägt. Das Gedränge an den Feiertagen, bei denen es durchaus um Handgreiflichkeiten kommen kann, kontrastiert mit ruhigen Bildern, insbesondere während der Nacht. Wenn das Kirchentor geschlossen wird, erlebt der Zuschauer endlich die Stille und die Ausstrahlung eines heiligen Ortes."
"Hajo Schomerus zeigt sich besonders herausgefordert und bewegt von der Teilung der Kirche, eine Tatsache, die tragisch und gleichzeitig absurd ist. Hier offenbart sich eine Tragödie. Die Obsession des Autors von seinem "Erkundungsobjekt" teilt sich in mannigfachen fein beobachteten Details dem Zuschauer mit. Eine Erkundungsreise immer auch als "emotionale Achterbahn", nie ohne Respekt, aber stets mit Neugier und Entdeckungslust."
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