| Regie | Pierre Morel |
| Kinostart | 25.03.2010 |
Rochus Wolff ist enttäuscht. "FROM PARIS WITH LOVE (
) ist ein durchaus brauchbarer Actionfilm geworden; es gibt spannende Momente, lang ausgebreitete Shootouts und Verfolgungsjagden. Seine Figurenzeichnung ist zwar in politischer Hinsicht mehr als problematisch. Und natürlich käme er nie auf die Idee, dass seine Protagonisten moralisch falsche Positionen vertreten oder mit ihren Taten durchsetzen könnten. Wenn am Ende aber die Amerikaner kräftig Staub und Blut aufgewirbelt haben und sich alles wieder ein wenig beruhigt, erspart er uns dafür immerhin jedwede Form von patriotischem Pathos."
Hier stellen sich Franzosen vor, wie sich Amerikaner ihre Hauptstadt vorstellen, schreibt Gerhard Midding. "Pierre Morel ist fasziniert von der Idee der Unterwelt, die der Großstadt einen zweiten Boden einzieht - ein Chinarestaurant, das als Drogenlager fungiert, eine Sozialwohnung, in der sich eine Terroristenzelle verbirgt. Mit der Zweideutigkeit der Schauplätze hält er sich natürlich nicht lange auf, sie ist nur Vorwand für spektakuläre Kollateralschäden. Das erkleckliche Pensum an Verdächtigen, die Wax ins Jenseits befördert, beschert den Dialogen eine zynische Leitmelodie."
Ernst nehmen will Karl Hafner die Action-Komödie "nicht, vor allem, wenn sie so routiniert gemacht sind wie hier. Die Dialoge haben Witz, die Pistolen bellen druckvoll. Fensterschreiben bersten, die Explosionen sind gewaltig, die Verfolgungsjagd hat Tempo. Hier wird ein einfaches Legitimationsprinzip für eine gewaltige Anzahl an Toten penetrant durchgezogen: Wer chinesisch aussieht, muss sterben. Produzent Luc Besson hat alles sicher marktgerecht konzipiert."
Lukas Foerster sah "unprätentiöses Bewegungskino, gegen das nichts einzuwenden wäre, dem man sogar äußerst gewogen sein könnte, wenn es denn wenigstens ein klein wenig Geist enthalten würde, ein wenig Bewusstsein für die Komplexitäten dieser Welt und für das, was es selbst aus ihnen macht - und sei es nur ein Bewusstsein der Art, wie es sich in den alptraumhaften Stilisierungen aus 96 Hours (
) eher gegen den Willen der Filmemacher artikuliert. Nicht viel wäre nötig, aber doch wenigstens irgend etwas, das über "When I say 'shoot the fucker', shoot the fucker!" hinaus reicht."
Viel Action, wenig Inhalt bescheinigt Marius Zekri dem Film. "Dicke Knarren, viel Action und ein – wie immer – wahnsinniger John Travolta. Das sind die Faktoren, die diesen Film ausmachen. Damit ist FROM PARIS WITH LOVE (
) nichts für Cineasten, Filmpuristen oder romantische Kinoabende. Aber wer nur abschalten, sich berieseln lassen und dabei ein paar wirklich atemberaubende Stunts sehen will, dürfte an diesem Film seine Freude haben, spätestens dann wenn er auf DVD erscheint."
Westliche Staatsbürger haben die Lizenz zum Töten, stellt Lida Bach fest. "Allerdings ist das Resultat FROM PARIS WITH LOVE (
) aufgrund seiner rassistischen Klischees und menschenverachtenden Brutalität, welche sich weniger in den Gewaltszenen als dem Verhalten und Dialogen der Hauptfiguren manifestiert, trotz gelungener Actionszenen schwer erträglich. "War das nicht echt beeindruckender Scheiß?", fragt John Travolta alias Wax auf der Leinwand. Erstes nein, Zweites ja."
Gerrit Booms ist begeistert. FROM PARIS WITH LOVE (
) "ist so, wie eine gute Ausgabe dieses Genres sein muß: schnell und kurzweilig, mit plötzlichen aber glaubhaften Wendungen und (fast ausschließlich) realistischen Actionelementen. Obendrein könnte er den Fundus an kernigen Filmsprüchen um einige Exemplare aufstocken. Wax’ Sprüche und Eigenheiten bringen immer wieder die nötige Lockerheit in eine rasante Agentengeschichte, die zusätzlich vom perfekten Zusammenspiel ihrer Hauptdarsteller profitiert."
Mike Beilfuß ist enttäuscht. "Während im ersten Teil noch scharenweise – und mit genreüblichem Augenzwinkern – Handlanger, Leibwächter, GangMitglieder und Kriminelle erschossen werden, soll der Kugelhagel im zweiten Teil plötzlich Anteilnahme erwecken. Das funktioniert nicht. Keiner der Charaktere vermag die plötzliche Ernsthaftigkeit der Handlung emotional zu stemmen. Mit seiner (anfänglichen) ironischen Beiläufigkeit, den beiden gut besetzten Hauptdarstellern und der Erfüllung genreüblicher Klischees dürfte der Film seinem Zielpublikum zwar leidlich gefallen; darüber hinaus vermag er innerhalb des Actiongenres allerdings keine Akzente zu setzen."
Fulminante Action gepaart mit Sexismus sah Harald Steinwender. "Aus den kulturellen Gegensätzen und den unterschiedlichen Schauspielstilen erwachsen durchaus einige amüsante Scherze. Auch technisch ist FROM PARIS WITH LOVE (
) kompetent umgesetzt und bietet fulminante Actionszenen. Ärgerlich ist jedoch der dummdreiste Sexismus des Films, in dem selbst der Tod der Lebenspartnerin mit einem Achselzucken quittiert wird. Wer sich an solchen Geschmacklosigkeiten nicht stört und von einem gelungenen Kinoabend viel Geballer und zynische Einzeiler erwartet, ist hier allerdings bestens aufgehoben."
"FROM PARIS WITH LOVE (
) hat ausser Action und einem wie wild übertreibenden John Travolta nicht viel zu bieten. Trotzdem wird der Actionfan überwiegend gut unterhalten, kriegt explodierende Autos und ein paar nette Sprüche geboten, hat aber den grossen Teil des Films beim Abspann schon so gut wie vergessen."
Florian Lieb schaut auf die Darsteller. "Wenn ein fieser John Travolta den "Helden" darstellt, kann der betreffende Film - in diesem Fall natürlich FROM PARIS WITH LOVE (
) - nicht wirklich schlecht sein. Es handelt sich hier zweifelsohne um John Travoltas Film, in dem nicht nur alle anderen Darsteller, sondern meist auch Jonathan Rhys-Meyers lediglich zu Sidekicks und Sparringpartnern degradiert werden. Gekrönt wird die ungemein spaßige John Travolta-Show dann noch mit einem Insider-Gag bezüglich seines erfolgreichen Neunziger-Jahre-Comeback-Films PULP FICTION."
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